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Der Viktoriapark und der Kreuzberg

Zwischen den U-Bahnstationen Yorckstr, Mehringdamm und Platz der Luftbrücke befindet sich der Viktoriapark, welcher sich auf dem Kreuzberg befindet (ist das jetzt grammatikalisch korrekt?). Der Kreuzberg ist im Gegensatz zu manchen anderen Hügeln in Berlin kein Trümmerberg sondern brav natürlich gewachsen. Der Park hingegen incl. des Wasserfalls wurde mit etwas menschlicher Unterstützung gestaltet. Ganz oben am Aussichtsplateau, kann neben der schönen Aussicht auch das Nationaldenkmal besichtigt werden, gebaut als Erinnerung an die Befreiungskriege speziell für die Völkerschlacht von Leipzig 1813 gegen Napoleon.

Was mir als erstes auffiel, das der Park irgendwie anders ist als die anderen Parks in Berlin. Zuerst dachte ich vom Nationaldenkmal, es ist eine Kirche hinter dem Berg, zumindest sah es von unten so aus – vor dem Wasserbecken an der Kreuzbergstraße. Auf dem Weg nach oben, waren viele verschlungene Wege zu kreuzen, die Pflanzenvielfalt ist beträchtlich und das Highlight ist der lange Wasserfall, welcher unten in eine Art großen Brunnen mündet. Oben angekommen, konnte ich eine schöne Weitsicht gen Norden erblicken, links war Charlottenburg/Tiergarten zu erkennen, mittig der Potsdamer Platz, ein bisschen rechts dann schon der Fernsehturm und noch ein bisschen weiter waren die Spitzen der Stalinbauten in der Frankfurter Allee zu erkennen.

Gen Süden, ist zuerst direkt am Abhang noch der Rest vom ehemaligen Gelände der Schultheiss Brauerei ersichtlich. Jetzt stehen, neben den klassischen  Gebäuden, noch ein paar moderne Townhäuser. Ein bisschen eng für mein Geschmack aber naja wer es mag. Auf diesem Gelände hatte sich vor einiger Zeit auch der Gernsehclub im Gotischen Saal ein gemietet, jetzt sind andere verschiedene Veranstaltungen vor Ort. Zurück zum südlichen Weitblick, linksseitig sind Teile vom ehemaligen Tempelhofer Flughafen ersichtlich, siehe auch Artikel zum Tempelhofer Feld. Mittig und rechtsseitig ist mir nicht so viel in Erinnerung geblieben, vllt. weil ich nichts markantes finden konnte.

Der Name Kreuzberg bzgl. des Bergs (für Berliner Verhältnisse) kommt vom oben stehenden Denkmal welches in der Grundform mal ein Eisernes Kreuz war. Daher auf zum Kreuzberg, später nach 1921 wurde auch der Bezirk und heutiger Stadtteil als Kreuzberg bezeichnet. Der U-Bahnhof „Platz der Luftbrücke“ trug auch mal den Namen Kreuzberg, dieser Namenszug ist dort noch denkmalgeschützt an den Wänden innerhalb des U-Bahnhofes zu bewundern. Der Park und der Berg waren schon immer ein Ausflugsziel, heute sind es viele junge Leute, welche abends oben sitzen mit einem Getränk in der Hand und in die Ferne schweifen oder etwas abgesetzt sich auf einer der Liegewiesen bequem machen, ab und zu bei einer luftigen Brise wirbeln vornehmlich im Herbst (künstliche) Drachen in der Luft herum.

About waldnase

Komme aus der Provinz und seit 1999 Berliner! Mich interessiert hauptsächlich Geschichtliches und Kreatives aus der spannendsten Metropole Deutschlands.

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7 comments

  1. Teilzeit-Mitwohnerin in Berlin

    Als begeisterte Teilzeit-Berlinerin bin ich jeden Monat 12 Tage in Berlin. Und als sehr mobiler Mensch wohne ich in dieser Zeit immer “MIT”. Eine Form für mich, nicht nur ein Quartier für die Berlinzeit zu haben, sondern auch die Bezirke und ihre Menschen genauer kennen zu lernen. Und auch die Bergmannstraße. Dazu später noch etwas mehr genauso wie zum Viktoriapark.

    Letzten Monat war ich das erste Mal im vermeintlichen Problembezirk “Neukölln”. Um genauer zu sein im Schillerkietz. Ich als großer Neu-Berlinfan sage: ich bin großer Fan von Neukölln geworden. Und: ich fand diesen Bezirk im Vergleich zu Pankow, Prenzlberg, Schöneberg, Charlottenburg, Neu-Westend nicht sehr anders. Denn: jeder Bezirk hat für mich (s)ein eigenes Gesicht. Genau wie jede/r Berliner/in. Und das Gesicht von Neukölln ist nun mal, dass dort die meisten HarzIV Empfänger leben, eine geballte Zahl von “Menschen mit Migrationshintergrund” (welch schreckliches Wort gleichauf mit Prekariat – wer denkt sich sowas aus?!) die wegen der niedrigen Mieten dort leben und Großfamilien noch eine Selbstverständlichkeit im Straßenbild sind – mit allen Vor- und Nachteilen. Das hat der Gottesdienst für den “Schrecken von Neukölln” (BZ, 26.7.2010) Jugendrichterin Kirsten Heisig in der Gethsemanekirche / Schillerpromenade mit mehr als 300 Trauernden/ Gedenkenden aus allen Schichten gezeigt. Für mich ein Zeichen – genau wie der Bezirk selbst in der aktuellen Diskussion ein Zeichen ist.

    Doch das wollte ich eigentlich an dieser Stelle gar nicht schwerpunktmäßig schreiben, denn ich werde auch im August wieder in Neukölln wohnen und auch in Kreuzberg – ich berichte. Was ich vielmehr schreiben wollte ist, dass für mich die Bergmannstraße genauso wie der Oederweg und die Simon-Dachstraße ein Berlin darstellen, was sehr austauschbar geworden ist. Meine Berliner Freunde leiten ihre Erzählungen zu diesen Orte immer ein mit: “da musst du unbedingt hin” und dann schließen sie mit “früher war das ganz toll und echt ganz typisch Berlin”.

    Ich denke/sage dann oft: schade, dass ich es früher nicht kennengelernt habe. Denn heute ist u.a. Neukölln für mich viel typischer für Berlin als diese “Touri-Orte”. Das sagt eine Teilzeit-Berlinerin, im Grenzbereich zwischen Halb-Berlinerin (meine Mutter ist in Luckenwalde geboren), Halb-Zugezogene und Touristin/Urlauberin. Eine spannende und super interessante Sicht auf ein neues Berlin. In ganz vieler Hinsicht für mich. Wie seht ihr das? Als Berliner/innen? Zugezogene? …

  2. Peter Hannemann

    Als früherer Anwohner des Kreuzbergs möchte ich gerne auf einige Dinge aufmerksam machen. Der Kreuzberg ist am ende der Eiszeit entstanden und ist weiter nichts als eine Sanddüne. Zwischen dem Kreuzberg und dem Prenzlauer Berg liegt das Urstromtal durch sich heute die Spree durchschlängelt. An den Hängen wurde früher sogar Wein angebaut. Während des zweiten Weltkrieges gab es dort drei Luftschutzbunker und einen in den Sand getriebenen Stollen. Das Denkmal auf dem Berg wurde von Karl Friedrich Schinkel entworfen. (http://de.wikipedia.org/wiki/Viktoriapark)

    Nach den Bombennächten gingen wir auf den Berg um zu sehen wo es in Berlin brannte.

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