Westend entdecken – Berlins elegante Villenkolonie

Westend gehört zu den charmantesten und zugleich unterschätzten Ortsteilen Berlins. Zwischen Olympiastadion, Funkturm und stillen Villenstraßen entfaltet sich ein Stadtteil, der Geschichte, Architektur, Natur und große Namen miteinander verbindet. Wer Westend besucht, erlebt eine Mischung aus mondänem Flair, grünen Oasen und beeindruckenden Bauwerken – perfekt für Spaziergänge, Fototouren und kulturhistorische Entdeckungen.

Schloss Charlottenburg
Schloss Charlottenburg

Von Napoleon bis zur Villenkolonie

Als Napoleon 1806 nach seiner Schlacht bei Jena und Auerstedt in das Schloss Charlottenburg einzog, lagerten seine Truppen auf der damals noch kargen Hochebene des heutigen Westends – entlang der heutigen Königin‑Elisabeth‑Straße. Erst Jahrzehnte später entstand hier die geplante Villenkolonie Westend, die bis heute das Stadtbild prägt.

Heute leben im Ortsteil rund 40.000 Einwohner – darunter zahlreiche prominente Persönlichkeiten aus Kultur, Wissenschaft und Film.

Die Reichsstraße – Westends lebendige Achse

Ein klassisches Zentrum hat Westend nicht. Stattdessen bildet die Reichsstraße zwischen Theodor‑Heuss‑Platz und Steubenplatz die pulsierende Hauptachse.

Auf dem Steubenplatz steht seit 1961 die Bronzeplastik „Der Sieger“ von Louis Tuaillon – ein beliebtes Fotomotiv und ein Hinweis auf die künstlerische Tradition des Ortsteils.

Westend - Olympiastadion
Westend – Olympiastadion

Beliebt bei Fototouristen, das Olympiastadion, der Funkturm mit dem ICC – Westends große Ikonen

Westend ist reich an Sehenswürdigkeiten, die weit über Berlin hinaus bekannt sind:

  • Das Olympiastadion – eines der beeindruckendsten Stadien Europas, Heimat großer Sportereignisse und Konzerte.
  • Der Funkturm – besser bekannt unter „Lange Lulatsch“, ein Wahrzeichen der Messe.
  • Das ICC Berlin – das futuristische „Raumschiff“ aus Aluminium, seit Jahren ungenutzt, aber architektonisch legendär.
  • Haus des Rundfunks – ein Meisterwerk der Rundfunkarchitektur und bis heute Sitz des Rundfunks Berlin Brandenburg (RBB).
  • Hier verlief auch die weltberühmte AVUS – einst legendäre Rennstrecke, heute Teil der A115.
  • Mit der Waldbühne besitzt Westend zudem eine der schönsten Open‑Air‑Arenen Europas – inspiriert vom antiken Theater von Epidauros und 1936 für die Olympischen Spiele errichtet.
  • Zwischen Olympiastadion und Heerstraße erhebt sich das berühmte Corbusierhaus, 1957 zur Internationalen Bauausstellung errichtet. Das Wohnhochhaus gilt als Ikone der Moderne und steht seit 1996 unter Denkmalschutz.

Grüne Oasen – Westends stille Rückzugsorte

Westend ist überraschend grün und bietet zahlreiche Parks und Naturorte: Der Olympiapark und die Murellenschlucht vereinigen Natur, Geschichte und Sport auf engem Raum. Der Brixplatz mit Park an der Reichsstraße ist ein kleiner, gepflegter Stadtpark, der zum Verweilen einlädt. Das Georg‑Kolbe‑Museum bietet zahlreiche Skulpturen, ein Atelierhaus und Kunstgeschichte.

Waldfriedhof Heerstraße – letzte Ruhestätte vieler prominenter Berliner

Viele bekannte Persönlichkeiten haben in Westend gelebt oder haben auf dem Waldfriedhof Heerstraße ihre letzte Ruhestätte gefunden. Schriftsteller Joachim Ringelnatz, Schauspieler Horst Buchholz, Dietrich Fischer-Dieskau (Sänger, Dirigent und Schriftsteller), Schauspieler Vadim Glowna, Kabarettist (Die Stachelschweine) Wolfgang Gruner, Victor de Kowa (Schauspieler), Helmut „Fiffi“ Kronsbein (Fußball-Trainer bei Hertha BSC und Hannover 96), Günter Rexrodt, Politiker (FDP), Ulrich Roski (Liedermacher), Loriot, bürgerlich Bernhard-Victor Christoph Carl von Bülow, Gustav (Bubi) Scholz (Boxer), Carl Schuhmann (Sportler, Olympiasieger), Wolfgang Spier (Regisseur und Schauspieler), Grethe Weiser (Schauspielerin), Klausjürgen Wussow (Schauspieler), liegen auf dem landeseigenen Friedhof begraben.

Perfekt angebunden – U‑Bahn, S‑Bahn & Bus

Seit 1908 ist Westend über den von Alfred Grenander entworfenen U‑Bahnhof am heutigen Theodor‑Heuss‑Platz ans Berliner Verkehrs-Netz angeschlossen. Dazu kommen die drei S‑Bahnhöfe: Heerstraße, Olympiastadion und Pichelsberg.

Ein dichtes Busnetz macht den Ortsteil interessant für Besucher.
Denn Westend war – und ist – ein Magnet für Künstler, Wissenschaftler und Schauspieler.

Text und Fotos: Klaus Tolkmitt

About KT-Berlin

Hallo! Mein Name ist Klaus und ich bin seit einigen Jahren im Ruhestand. Ich bin gern unterwegs, genieße die Natur oder erkunde auf Reisen Land und Leute. Der Schwerpunkt der Unternehmungen liegt in Berlin und Brandenburg. Ich will von Stadtspaziergängen und Radtouren durch den „Dschungel“ der Großstadt berichten und dabei Tipps geben und Hintergründe erklären. Berlin hat viele Persönlichkeiten, deren Spuren ich aufnehme, Geschichten die erzählt werden müssen und unzählige Ansichten, die es lohnt im Bild festzuhalten.

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