Das Berliner Rathaus, das aufgrund seiner roten Klinkerfassade auch als „Rotes Rathaus“ bezeichnet wird, ist ein Gebäude in der historischen Mitte Berlins. Als Berliner Rathaus war es einst der Sitz des Berliner Magistrats und ist heute Sitz des Berliner Senats und des Regierenden Bürgermeisters.

Das Gebäude wurde zwischen 1861 und 1869 nach einem Entwurf des preußischen Königlichen Baurats Hermann Friedrich Waesemann erbaut. In seinem Entwurf orientierte sich Waesemann an oberitalienischen Rathäusern der Hochrenaissance, der sich vor allem gegen das nahe gelegene Stadtschloss der Hohenzollern absetzen sollte. Die Architektur des Turms wurde an die Türme der Kathedrale von Laon in Frankreich angelehnt.

Der Säulensaal ist der schönste Saal des Rathauses. Er diente früher als Magistratsbibliothek. Die Halle ist neun Meter hoch und die drei Reihen Pfeiler und Säulen tragen die Kreuzgewölbe. Der Saal ist nach dem Vorbild des Palazzo Pubblico in Siena ausgemalt.
Seinen jetzigen farblichen Anstrich hat er zur 750 Jahrfeier Berlins im Jahr 1987 erhalten. Ursprünglich waren die Säulen und Wände mit Eichenholzpaneelen verkleidet. Unterhalb der Empore waren Bücherschränke aus Eichenholz eingebaut. Besondere Zierde der Schränke waren bronzene Medaillenpotraits bedeutender Berliner Gelehrter, Künstler, Staatsmänner und Industrieller, wie Friedrich Carl von Savigny, die Gebrüder Grimm, Wilhelm und Alexander von Humboldt, Johann Gottlieb Fichte und Carl Friedrich Zelter.

Heute wird der Saal überwiegend für Veranstaltungen genutzt, vor allem für Ausstellungen. Zurzeit sind hier Werke aus der Gipsformerei und den Sammlungen der Staatlichen Museen zu sehen. Es sind selten gezeigte Repliken aus der Skulpturensammlung sowie aus der Nationalgalerie.
Text und Fotos: Klaus Tolkmitt

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