Bretagne ist eine Region in der nordwestlichen Region Frankreichs und eine hügelige Halbinsel, die in den Atlantik hineinragt. Alles was diese Region an gastronomischer Finesse und Eleganz bietet, gibt es am gleichnamigen Stand in der Markthalle in der Bergmannstrasse.

Der Stand ist in der ganzen Markthalle einer der meistbesuchten. Samstag Mittag ist dort Rush Hour. Alle wollen frühstücken, die reichhaltigen Galettes Bretones (der Pfannkuchenteig mit Buchweizenmehl und unterschiedlichen Füllungen) ist ein Highlight der Patisserie, die alles Klassische aus der Region anbietet.
Charles, der Chef, ist immer aktiv am Stand oder draußen, um mit den Lieferanten zu telefonieren. Meine Favoriten von diesen Stand sind die Eclairs und die Torte der Limon mit ihrer unverwechselbaren erfrischenden Note, saisonunabhängig.
Exklusiv hat Inberlin einen Blick in die Manufaktur in Schöneberg werfen dürfen, dort, wo es zwar auch einen kleinen Laden gibt, aber dahinter eine große Küche, in der die eigentliche Magie passiert.
Regale im Kühlschrank verstecken die Kreationen, die von den Konditoren erfunden worden. Spannend ist es, einen Blick in die Quellen zu werfen und Geschichten über die Entstehung von Kreationen, Motivationen und Inspirationen zu hören.
Zwischen der Vorstellung des Konditors und der Weitergabe der miteinander wirkenden Zutaten in verschiedenen Etappen, also von der Ursprungsidee bis zum fertigen Produkt, können mehrere Monate vergehen.
Konditorin Hendrikje Mahall erzählte mir bei meinen Vorortsbesuch, dass die drei Konditoren sich austauschen und sich gegenseitig inspirieren. Bis das vorläufige Endprodukt Charles, dem Chef, vorlegt werden kann, können schon Mal ein paar Monate ins Land gehen. Jonas Lange und Aline Santa de Morais runden das Konditoren-Team ab.
Die Akkuratheit, aber auch Geduld und Bedacht sind unentbehrliche Zutaten eines guten Konditors. Die Saison spielt dabei auch eine wichtige Rolle. Manche Gebäcke verkaufen sich besonders gut im Vorfeld des Muttertages, andere zum Beispiel im Vorfeld von Weihnachten.
Mit besonderem Stolz zeigt Charles in seiner Kreationswerkstatt eine neu erworbene Maschine, die viel Zeit beim Zusammenstellen der Zutaten spart. Ein Blick auf das Regal mit den Utensilien erinnerte mich an die Küche meiner Oma. Eine Manufaktur bietet – logischerweise – mehr Vielseitigkeit bei den Utensilien. Ein Blick auf das Panel, wo alles hängt und steht, lässt erahnen, was hier kreiert wird. Eine veritable Manufaktur Bregnatische Köstlichkeiten.

Die Kreation, die mir zum probieren vorgelegt wurde, hat oben drauf Erdbeeren. Der Teig, geformt in einem kleinen „Boat“ in dem der Teppich, der Teig ist um die Erdbeeren Oblong Aux Fraises, sorgen für Ästhetik und Geschmack. Mit dem ersten Biss werden meine Geschmacksnerven direkt in die Bretagne transportiert. Und überhaupt: bei dieser Kreation sind die Erdbeeren die Stars. Das perfekte Gebäck für den Sommer im Übrigen auch wenn man wichtige Anlässe draußen feiern möchte.

Optional mit Lieferservice per Motorrad. Bretagne liefert. Vor der Werkstatt steht ein Motorrad, wie man es aus den Dörfern in Frankreich kennt. Ein Logo der Marke „Bretagne“ ist zu sehen.
An der Tür des kleinen Cafés sagt mir Charles, wenn das Firmenauto für andere Aufgaben benötigt wird, nimmt er das kleine Motorrad. Im Vorgespräch meines Besuchs erzählte Charles, Stolz wie ein Spanier, welche Mühe und wie viel Planung die Fertigstellung der Werkstatt in Schöneberg forderte.
Nachdem ich die Werkstatt und die versteckten Kreationen in den Kühlregalen inspizieren durfte, verwies Charles mich auf das größere Café an der Ecke zur Barbarrossastrasse, ebenfalls in Schöneberg. Unter der prallen Sonne und bei Temperaturen, die denen in Südfrankreich ähnelten, bin ich direkt dorthin gefahren.
Dort stehen Tische draußen und drinnen ist eine wesentlich größere Theke mit Kreationen, die einem ins Auge stechen. Das typische Schöneberger Eck-Café hat gewiss ein ganz anderes Ambiente als die Manufaktur mit seiner lebhaften, zweispurigen Straße vor der Ladentür.

Beschauliches Café oder lieber das Getümmel?
Auch wenn das Café in Schöneberg unweigerlich seinen Charme hat, mein Lieblingsort, um die Kreationen der Bretagne zu genießen, ist die Markthalle im Kiez, auch wenn dort mehr Wartezeit nötig und mehr Geduld gefordert wird.


Allein das Treiben um den Stand zu beobachten, während Kaffee aller Arten und französische Köstlichkeiten genossen werden, die Gläser an einander klingen, lohnt einen Aufenthalt.
Natürlich gibt es andere französische Patisserien (Bereich Desserts, Kuchen und Torten) in Berlin, aber der Bergmannkiez ist nicht weit von meinem eigenen Kiez und immer wenn ich in der Nähe der Markhalle bin, erstatte ich denen einen Besuch ab und – so wahr wie das Amen in der Kirche – nehme ich immer eine Köstlichkeit mit nach Hause.

Vielfalt
Die Belegschaft des Bretagne-Stands ist international besetzt, aber auch nicht befreit von der Berliner Hektik (die ist nämlich ansteckend). Besonders herausgefordert wird die Mannschaft an Samstag Vormittagen. Ein Zeitpunkt, zu dem, allen Anschein nach, ganz Kreuzberg die Lust auf Französisches und Exquisites überkommt. Bei der Beliebtheit des Stands und seiner kulinarischen Exzellenz, ist dies auch kein Wunder. Ein Hin- und Her beobachtet der Besucher und die Besucherin, die Verkäufer laufen zwischen Tresen, Kühlschrank und Kasse herum. Geduldig warten sehnsüchtige Kunden an der Kasse, um zu bezahlen um endlich die Köstlichkeiten mit nach Hause nehmen zu können. Wenn Ihr mal in Schöneberg oder Kreuzberg seid und Euren Geschmacksnerven etwas Gutes tun wollt, einfach mal zum Bretagne Stand oder zum Bretagne-Café. Wer sich mit den Spezialitäten dieser Region Frankreichs noch nicht auskennen sollte, dem wird erst Recht ein Fest für neugierige Gaumen bereitet. Für alle andere Berliner*innen ist es ein Must Taste.
Blog@inBerlin der Berlin-Blog für Kultur/Geschichte und Freizeit in Berlin.






