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Das Sony Center am Potsdamer Platz

Das Sony Center am Potsdamer Platz kennt sicherlich jeder Berlin Tourist. Abends strahlt das markante Zeltdach in vielen verschiedenen Farben und auch tagsüber tummeln sich hier viele Besucher – bis zu 8 Millionen sind es jährlich.

Die Giraffe Sony Center

Die Lego-Giraffe am Sony Center ist ein beliebtes Fotomotiv und verweist auf das Legoland Discovery Center (siehe unseren Blog-Artikel „Ein Besuch im Legoland“). Zu finden ist hier auch ein Filmmuseum und ein CineStar mit IMAX. Oft wird hiervor der rote Teppich ausgerollt und es streift ein Hauch von Hollywood Flair durch Berlin, wenn prominente Schauspieler zur Deutschlandpremier nach Berlin kommen. Im Innenhof des Sony Center lädt diverse Gastronomie, wie z.B. das australische Restaurant Correboree (mit Känguru und Krokodil auf der Speisekarte) zum Verweilen ein.

Während des zweiten Weltkrieges wurde der ehemals pulsierende Mittelpunkt Berlins, an dem 1924 die erste Ampelanlage Europas installiert wurde, fast vollständig zerstört. Nach dem Bau der Mauer war hier nur noch eine brach liegenden Fläche  zwischen Ost und West. 1996 wurde dann der Grundstein für das Sony Center gelegt und im Jahr 2000 fertig gestellt. Den Hut auf hatte das Architektenbüro Murphy/Jahn aus Chicago, die Baukosten werden auf knapp 600 Mio. Euro geschätzt.

Stahl und Glas dominieren bei den sieben Gebäuden, der lichtdurchflutete 4.000 qm große Innenhof mit dem spektakulären Dach ist jedoch sicher das Highlight des Ganzen geworden. Die Höhe des aufgefächerten Daches beträgt max. 67m und hat eine freie Spannweite von 102 Metern Länge auf der Hauptachse und 77 Metern Länge auf den Nebenachsen. Die Textilbahnen bestehen aus selbst-reinigendem, teflon-beschichtetem Stoff. Sowas selbstreinigendes hätte ich auch gerne zu Hause… 🙂 Die Dach-Illumination hat sich der Pariser Lichtkünstler Yann Kersalé ausgedacht. Sobald die Dunkelheit herein bricht, beginnt das Licht-Schauspiel mit weißem Licht und wechselt dann ständig seine Farben. Eine Sequenz dieses fließenden Farbenspiels von Cyan bis Magenta dauert etwa 21 Sekunden und wiederholt sich ohne Unterbrechung bis spät in die Nacht. Das Dach soll übrigens eines der Wahrzeichen Japans, den heiligen Berg Fujisan, symbolisieren.

Das eindrucksvolle Dach des Sony-Centers – hier mal in lila

Den Namen trägt das Sony Center aufgrund der Europazentrale des gleichnamigen Konzerns. 2008 verkaufte Sony seine Anteile allerdings an die US Investmentbank Morgan Stanley, die widerum 2010 den Komplex an den staatlichen Pensionsfonds Südkoreas verkaufte.

Neben großen Büroflächen des Sony Centers, zu deren Mietern z.B. die Deutsche Bahn und der Pharmakonzern Sanofi-Aventis zählen,  gibt es in diesem Komplex auch knapp 200 Wohnungen  zwischen 37 und 227 qm. Die Grundstücksgröße beträgt insg. über 26.000 qm. Ein kleines Detail am Rande: Der historische Kaisersaal des ehemaligen Hotel Esplanade wurde 1996 mit Luftkissen 75m an seinen heutigen Platz im Forum verschoben – immerhin 1.300 Tonnen Gewicht, die hier bewegt wurden. Grund dafür war die geplante Verbreiterung der Potsdamer Straße, um das immer größer werdende Verkehrsaufkommen besser bewältigen zu können.

About sunnykat

War 4 Jahre lang "Berliner" - im Moment hat es mich ins Rheinland verschlagen. Aber mein Herz geht immer noch auf, wenn ich nach Berlin komme! :-)

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2 comments

  1. Wenn ich ehrlich bin, ist das Sony Center für mich mittlerweile ein Wahrzeichen wir das Brandenburger Tor oder der Fernsehturm. Die Architektur tut seinen Teil hinzu, aber auch der Zuspruch der Berliner und der Touristen macht das Center zu einem Ziel in Berlin.

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