Berlin ist einer der aktivsten Veranstaltungsstandorte in Europa. Vom Olympiastadion über die Uber Arena bis hin zur Arena Berlin finden jede Woche Spiele, Konzerte und Messen mit mehreren zehntausend Besuchern statt. Entsprechend hoch sind die Ansprüche an die Sicherheitskonzepte.

Rechtliche Grundlagen, Qualifikation der Sicherheitskräfte
Die gesetzliche Grundlage für den Einsatz von privaten Sicherheitsdiensten bildet § 34a der Gewerbeordnung. Wer im Bewachungsgewerbe tätig ist, muss je nach Tätigkeit eine 40-stündige Unterweisung oder die Sachkundeprüfung vor der IHK abgelegt haben. Für Leitungsfunktionen im Veranstaltungsbereich ist die Sachkundeprüfung bindend.
Wer eine Firma für Objektschutz in Berlin mit der Sicherung einer Halle oder eines Stadions betrauen will, achtet neben Referenzen im Sportbereich etwa bei ALBA Berlin oder Hertha BSC auch auf dokumentierte Qualifikationen, Haftpflichtdeckung in ausreichender Höhe und auf Einsatzleiter mit nachweislicher Praxis in sonst ähnlich großen Unternehmungen.
Aufgaben im Stadion, in Hallen und bei Open Air Events
Die Aufgaben gehen weit über rein klassische Einlasskontrollen hinaus. So sind bei Bundesligaspielen im Olympiastadion zeitgleich mehrere hundert Ordner und Sicherheitskräfte im Einsatz. Sie herstellen Zugang an den Toren, führen Taschenkontrollen durch, trennen die Fanblöcke, bewachen die Notausgänge und sind mit Polizei und Feuerwehr in Verbindung. In Hallen wie der Uber Arena kommen Bühnenschutz und Backstageabsicherung hinzu. Gerade bei Freiluftveranstaltungen, wie etwa in der Wuhlheide oder auf dem Tempelhofer Feld, kommt dem Perimeterschutz und der Kontrolle der Fahrzeugzu- und -abgänge eine zentrale Bedeutung zu. Grundlage jedes Einsatzes ist ein schriftliches Sicherheitskonzept nach der Musterversammlungsstättenverordnung mit Angaben zu Kapazitäten, Fluchtwegen und Krisenszenarien.
Zusammenarbeit mit Polizei, Feuerwehr und Rettungsdiensten
Private Sicherheitsdienste sind keine Erfüllungsgehilfen des Staates, sondern ergänzen Dienstleister. Vor jedem größeren Event findet in Berlin eine Sicherheitsbesprechung statt, zu der alle Veranstalter, das Ordnungsamt, die Berliner Polizei, die Feuerwehr und die eingesetzten Dienstleister geladen werden. Dort werden Zuständigkeiten, Kommunikationswege und Eskalationsstufen verbindlich geregelt. Für Fußballspiele mit erhöhter Risikoeinstufung kommt zusätzlich das nationale Konzept Sport und Sicherheit zur Anwendung, das seit Beginn der 90er Jahre regelmäßig fortgeschrieben wird. Diese enge Abstimmung ist eine der Ursachen dafür, dass Berlin trotz starker Beanspruchung durch die Vielzahl der Veranstaltungen im Vergleich zu anderen Bundesländern bei Sportgroßveranstaltungen eine stabilere Sicherheitslage aufweist.
Technische Ausstattung und moderne Konzepte
Neben Personal setzen die Veranstalter auf technische Systeme. Dazu gehören Videoüberwachung mit Aufzeichnung nach den Vorgaben der DSGVO und des Bundesdatenschutzgesetzes, digitale Zutrittskontrolle mit RFID Bändern, Metalldetektoren an sensiblen Zugängen sowie digitale Funksysteme im TETRA Standard. Bei Konzerten und Sportereignissen werden die Besucherströme zunehmend durch Echtzeitzählung erfasst und ausgewertet, um Überfüllung an Engstellen zu vermeiden. Auch der Schutz temporärer Aufbauten wie Bühnen, Tribünen oder VIP Bereiche wird häufig an spezialisierte Dienstleister übertragen, die vor, während und nach dem Event präsent sind.
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