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Hörbuchbesprechung: Berlin Skurril

Heute warten wir mit einer Premiere auf, nach unzähligen Buchbesprechungen rund um Berlin, widmen wir uns heute einem Hörbuch. Genauer gesagt um „Berlin Skurril“ von Doris Lautenbach, es handelt sich dabei um vier Kurzgeschichten a 15-21 Minuten, die auch von der Autorin vorgesprochen werden.

Los geht es mit einen „Guten Reise“, ein Möchtegern-Berliner Gigolo unternimmt mit seinem Partner(!) eine Kreuzfahrt und befinden sich gerade auf dem Karibik-Abschnitt Aruba nach Curacao. Mit einem blumiger anschaulichen Sprache „die Sonne steht wie ein Dosenpfirsich am Himmel – orange, glatt und heiß“ wird die nähere Umgebung und das Handeln unterhaltsam und anschaulich beschrieben. Der Anlass der beiden Gigolos ist ein besonderer, sie erleichtern ältere Frauen um Ihre Geld, natürlich auf die charmante Art. Der Hauptakteur in der Geschichte hat sich dabei eine rothaarige Frau raus gepickt, die sich aber als harter Brocken herausstellt und der Gigolo alle Register ziehen muss. Und das Ende überrascht wirklich total…

Berlin Skurril (Doris Lautenbach)
Berlin Skurril (Doris Lautenbach)

Die zweite Geschichte dreht sich um Schuhe und die dazugehörige Käuferin. Diese erhält ein Schreiben von der Krankenkasse, entweder vierfache Beitragserhöhung oder Therapie wegen Suchtverhalten. Das kann die Schuhliebhaberin gar nicht nachvollziehen und geht auf Konfrontationskurs mit der Krankenkasse und letztendlich dem zuständigen Arzt, bei dem sie vorsprechen muss. Das Ende sei an dieser Stelle natürlich nicht verraten. Die dritte Geschichte dreht sich um einen Videoabend in Berlin-Pankow bei Hr./Fr. Feldhase und Hr./Fr. Wildschwein und tatsächlich – es sind Tiere. Bei diesen gemütlichen Abenden gibt es immer besondere Filme, dieses Mal geht es um die ausgestorbene Art – die Menschen. Der Autor dieser Rezension erinnert sich dabei irgendwie an „Planet der Affen“ erinnert. Jedenfalls gibt es eine ordentliche Nachbesprechung zum gezeigten Film mit einer entsprechenden Pointe…

Die letzte Kurzgeschichte handelt mit „Wünsch Dir was“, eine Begegnung mit dem Schicksal. Ein älteres Laubenpieper-Ehepaar aus Berlin-Lankwitz kommen gerade von einer Feier heim. Der Ehemann bemerkt auf dem Rückweg etwas unbekanntes auf der Schaukel im eigenen Garten und siehe da – es ist das Schicksal. So kommt es halt, das der Ehemann dem Schicksal ein bisschen – in seinen Augen – von seinem „jammervollen“ Leben erzählt. Er kommt zum Ende, das Schicksal ist weg und geht einfach ins Bett. Am anderen Morgen bekommt er Besuch von zwei Herren, die ihn freudig mitteilen, dass er im falschen Leben steckt und sie ihn jetzt in sein richtiges (neues) Leben bringen….

Unter dem Strich muss man sagen, dass es sehr humorvolle und kreative Kurzgeschichten sind, die sich Frau Lautenbach, da ausgedacht hat. Des weiteren schwingt auch ein bisschen Gesellschaftskritik mit bzw. es regt unterschwellig zum nachdenken an. Noch eine Anmerkung zum Titel „Berlin skurril“, dieser scheint ein bisschen beliebig, weil ein eindeutiger Berlinbezug eigentlich nicht gegeben ist. Letztendlich hätten die Geschichten genauso gut an anderen Orten auf der Welt spielen können. Das kurzweilige Hörbuch ist online erhältlich bei audible, wo neben Berlin Stories auch andere Geschichten hörbar angeboten werden.

About waldnase

Komme aus der Provinz und seit 1999 Berliner! Mich interessiert hauptsächlich Geschichtliches und Kreatives aus der Metropole Deutschlands.

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