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Berliner Rotwein? Eine rote Frechheit!

Was eine richtige Weltstadt sein will, so hat sie auch einige Weinberge – aber diese Weine sind nicht im freien Handel, sondern werden nur hohem Staatsbesuch überreicht. Was zudem den Vorteil hat, dass sie bisher noch bei keiner Verkostung posi- oder negativ aufgefallen sind, denn Böden und Sonne in Berlin verheißen ja nicht gerade ein ausgefallenes Bukett.

Aber liebe Lokalpatrioten (im doppelten Sinne), es gibt einen Ausweg aus dieser Mangelsituation : einen Pfälzer Rotwein, der extra für Berlin zusammengestellt wurde. Also glücklicherweise nicht von Berliner Weinbergen, aber (laut Eigenwerbung) für den typischen Berliner Geschmack komponiert : Ein junger Wilder und ein alter Ruhepol mit (ebenfalls selbsterteiltem) enormen Suchtpotential.

Dickes B
Alle Achtung, auf so eine Idee muss man erstmal kommen, dachte ich mir, und habe gleich eine Flasche verkostet, um festzustellen, ob eher der „junge Wilde“ oder der „alte Ruhepol“ in mir angesprochen wird. (Ich weiß, ich weiß, Jeder von uns hätte gern beides in – ach – seiner gespaltenen Brust).

Mein (nicht maßgebliches) Urteil: Sehr lecker, fruchtig, erdig und mir eine Spur zu trocken, aber mit meinem Faible für halbtrockene bin ich im Freundeskreis zu ziemlich alleine.

Aber der Witz des Ganzen ist ja nicht, irgendeinen neuen Rotwein vorzustellen, sondern einen der speziellen Berliner Mentalität gewidmeten ! (Die ist ja angeblich in erster Linie in einer großen Klappe und einer gewissen Ruppigkeit charakterisiert. Vielleicht ist der Wein demnach eher dafür geeignet, dieses etwas abzumildern. s.u.)  Wer das selber testen will, sollte besonders am 5. März ins „lächelnde Känguruh“ gehen, da gibt es nämlich einen veritablen Messerabatt (Messe, welche Messe ?)

Die Weinhandlung in Schöneberg
Die Weinhandlung in Schöneberg

Fakten, Fakten, Fakten: Dieser Berliner Tropfen ist also ein Cuvée und heißt Dickes B, keine Ahnung, was Seeed dazu sagt. Und während Weinhandlungen früher mal Reblaus oder Zum fröhlichen Zecher hießen, muss ja heute was Englisches her, also zu haben im „Smiling Kangarooh“ – sicher gibt es dort auch australische Weine – von Känguruhs geliefert.

Nachtrag : Möglicherweise spendieren die Vertreiber deshalb wohl pro Flasche einen halben Euro für soziale Berliner Projekte. Aber ich habe einen Vorschlag : Macht den Wein etwas teurer und spendiert einen ganzen Euro, dann habt ihr nicht so viel mit Kommastellen zu rechnen ! (Berliner haben eben immer etwas zu meckern)

About Wolfkamp

Uralter Urberliner. Taxifahrer, Eisenbieger, Schneeschipper, Student, Wagenwäscher, Bananenverkäufer, Bauleiter, Ausbilder, Dozent, Hilfsarbeiter, Operator, Systemanalytiker, Autor, Stadtführer, Senior-Experte, Berliner Schnauze, usw. usw. Hab´ich was vergessen ?

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