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Rund um die „Böse Brücke“

„Böse Brücke“ (korrekterweise Bösebrücke geschrieben)? Wo ist die denn, werden sich jetzt bestimmt einige fragen?! Viele kennen sie als Bornholmer Brücke. Richtig ist, das über die Brücke die Bornholmer Straße läuft, welche auf Seiten des Stadtteils Prenzlauer Bergs und Wedding zu finden ist. Unterhalb der Brücke ist die S-Bahn Station „Bornholmer Straße“ zu finden. Der Name „Böse“ hat seinen Ursprung von der Person Wilhelm Böse, welcher ein Widerstandskämpfer in der Nazizeit war.

Blick auf die Böse Brücke von der Behmstr
Blick auf die Böse Brücke von der Behmstr

Unter der Brücke verläuft der Mauerweg, in Richtung Norden wurde ein schöner Gehweg mit japanischen Kirschblüten angelegt, welcher wirklich von Japanern gesponsert wurde, siehe auch Denkmal (der geteilte Stein). In Richtung Süden geht es auf der Norweger Str dem Nordischen Viertel entlang zur Behmstr und zu dem Schwedter Steg. Im Osten der „Bösen Brücke“ liegt der Stadtteil Prenzlauer Berg, dabei war auf der rechten Seite die ehemalige Abfertigungsstelle der DDR zu finden, welche bei vielen Dokumentationen zum Mauerfall sichtbar ist. Speziell weil dies der erste Ort war, an dem die Mauer am 9.11.1989 aufgemacht wurde. Bis 2011 war es nur eine leerstehende asphaltierte Fläche, welche mal von einem Autohaus und einem großen Blumenladen oder einem Zirkus genutzt wurde, seit 2011 ist dort Lidl zuhause. Linksseitig (Blick gen Osten) befindet sich eine große Kleingartenkolonie und an der Straße seit dem 9.11.2010 der gleichnamige Platz mit Schautafeln und verankerten Zeitstrahlen am Boden. In Richtung Westen befindet man sich im Stadtteil Wedding und zugleich auch die Tram-Station S-Bhf Bornholmer Str., auf beiden Seiten der Straße sind  Kleingärten zu finden. Im weiteren Verlauf der Straße folgen links und rechts Altbauten und leider auch nicht so hübsche Gebäude aus den 60/70ziger Jahren!

Während der Mauerzeit wurde der S-Bhf Bornholmer Str. ein Geisterbahnhof, dabei fuhr auf der Westseite die S-Bahn von Süd-Westen in Richtung Nord-Westen. Ostseitig gab es später auch eine Verbindung der S-Bahn von Schönhauer Alle nach Pankow, daher von Süd-Osten nach Nord-Osten, letztendlich sieht es aus wie ein Schmetterling, oder zwei vertauschte Klammerzeichen )(. Angeblich wurde es damals nach dem Mauerbau „Ulbrichtskurve“ gekannt, nach dem damaligen Staatsratsvorsitzenden der DDR, der mit dem Spitzbart. Heute treffen hier ganz friedlich Linien von der Ringbahn und die Nord-Süd-Linie aufeinander.

Welche Erlebnisse hab Ihr mit dieser Brücke gehabt, damals und heute! Schreibt es in den Kommentaren!

About waldnase

Komme aus der Provinz und seit 1999 Berliner! Mich interessiert hauptsächlich Geschichtliches und Kreatives aus der spannendsten Metropole Deutschlands.

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9 comments

  1. An der Bornholmer Straße kam ich während der Mauerzeiten oft vorbei. Während meiner regelmäßigen Berlinbesuche (West). Da mein Aufenthaltsort Tegel war, fuhr ich oft mit der Bahn hier entlang. Und da es auch Ostverwandte gab, habe ich den Grenzübergang an dieser Stelle benutzt. An einem Tag Tag konnte man in zwei verschiedene Lebenswelten eintauchen, die ziemlich getrennt waren.

    Für einen Nichtberliner wie mich, war das nie normal.

  2. Die Bösebrücke schreibt sich aber bitte in einem Wort!

  3. Am 9.11.2010 wird der Platz des 9.November vor Ort eröffnet, dazu ist folgender Tagesspiegel-Artikel interessant: http://www.tagesspiegel.de/berlin/ein-stueckchen-weltgeschichte/1978048.html

  4. 1983 war ich nach Tegel geflogen, konnte im Landeanflug ein, zwei brauchbare Fotos von dem Gebiet Bornholner Str./Bf Gesundbrunnen machen und nur ein paar Minuten später hatte ich mich dann mit dem Taxi zum Übergang B.Str. fahren lassen um eine Woche Ferien bei Verwandten in der Nähe von Hennigsdorf zu verbringen. In der Ost-S-Bahn war an dieser Stelle (von Pankow Richtung Schönhauser) deutlich zu erkennen, dass der Stacheldraht des Metallgitterzauns nach innen/Osten gerichtet war… Nach einigen schönen Tagen mit den Verwandten ging es dann nach dem wie immer traurigen und beklemmenden Abschied den gleichen Weg zurück. Wenig später sah ich den Ort also wieder von oben und dachte an Reinhard Meys „Über den Wolken“.

    Seit der Wende war ich fast jedes Jahr dort, besah mir den Fortschritt der Bahnbaustelle und hoffe, dass jetzt endlich auch ein Bahnhofsgebäude entsteht.

  5. Ich wohnte 1945 als Teenager in der Czarnikauer Str. und habe die Strassenkaempfe miterlebt. Ich war auch noch da wie der Prenzlauer Berg auf einmal im Russichen Sektor war und Wedding in Franzoesichen.
    Es wuerde mich interessieren zu wissen, ob in der Naehe der Bruecke irgenwelche militaerische Anlagen waren. Als 14 Jaerige durften wir in den letzten Kriegswochen nicht bis zur Bruecke laufen. Bin nur neugierig!
    Mit freundlichen Gruessen
    Martin Holtz – inzwischen 82 Jahre alt und seit 1954 in Canada.

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