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Buchbesprechung: Baukunst der Nachkriegsmoderne

Die heutige Buchbesprechung schließt sich nahtlos an den Architekturführer Berlin an bzw. ist eine Teilmenge dessen und ist im gleichen Verlag erschienen. Das über 450seitige Werk beschäftigt sich ausführlich mit der Baukunst der Nachkriegsmoderne in Berlin, dies umfasst die Jahre 1949-1979. In der Einführung werden die städtebaulichen Probleme aufgezeigt, welche nach dem 2. Weltkrieg entstanden sind. Neben den Trümmerlandschaften stand natürlich die Frage, soll im alten Stil wiederaufgebaut werden oder soll wie auch schon vor dem Krieg oft gefordert: „entdichtet“ (Verringerung der baulichen Dichte) und umgestaltet werden? Zudem gab es gleichzeitig einen Wettbewerb zwischen den geopolitischen System OST und WEST.

Baukunst der Nachkriegsmoderne
Baukunst der Nachkriegsmoderne

Das Projekt Stalinallee (Karl-Marx-Allee) in die 50er Jahren und der Fernsehturm/Palast der Republik in den 70er Jahren waren dabei die großen Vorzeigeprojekte im Ostteil der Stadt. Im Westteil der Stadt ist das neue Hansaviertel hervorzuheben und in den folgenden Jahrzehnten entstanden punktuell neue architektonische Leuchttürme wie „Haus der Kulturen der Welt“, „Bikini-Haus“, „Hilton-Hotel“ usw. Einen tiefer gehenden Einblick gewähren die folgenden Haupt-Kapitel des Buches, welche nach dem Gebäudetyp gegliedert sind – u.a. Religionsbauten, Kommunal- und Staatsbauten, Bauten der Kultur, Büro- und Geschäftshäuser, Bauten der Bildung, Wohnen in der Stadt, Sport und Plätze. Innerhalb eines Kapitels werden diverse Bauten des Gebäudetyps porträtiert, jeweils ein Bau auf einer halben bis zu zwei Zeiten erläutert zudem mit Bild und wenn vorhanden mit Grundriss. Des weiteren die Angabe der Adresse, Bauzeit, Architekt, Denkmalstatus (ja/nein) und wie der aktuelle Status ist (neue Sanierung, Veränderungen).

Die Erläuterungstexte zu den jeweiligen Bauten stammen aus einem Pool von knapp 50 Autoren, welche an diesem umfangreichen Werk mitgewirkt haben. Die Texte sind dabei angenehm zu lesen und fördern einen entspannen Lesefluss, was bei Nachschlagewerken nicht immer der Fall ist. Im Anhang befinden sich diverse Register und Kartenausschnitte von Berlin mit den jeweiligen Nummer der 262 aufgeführten Örtlichkeiten (Gebäude/Gelände/Platz). Wer schon immer mal Wissen wollte, warum die TU-Gebäude so aussehen, wie sie aussehen, wie viele Gebäude das Hansaviertel umfasst, das alte Stadion der Weltjugend sehen, das Heizkraftwerk Wilmersdorf (die drei berühmten Türme) näher kennenlernen und die modernen Grunewald-Villen mal von innen sehen möchte, dem sei diese schöne und gut gemachte Werk ans Herz gelegt. Erhältlich in jedem guten Buchhandel oder direkt beim Reimer Verlag.

  •  Titel: Baukunst der Nachkriegsmoderne
  • Autor/Herausgeber: Adrian von Buttlar, Kerstin Wittmann-Englert und Gabi Dolff-Bonekämper
  • erschienen im Verlag: Reimer (Oktober 2013)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN: 978-3-496-01486-7

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Komme aus der Provinz und seit 1999 Berliner! Mich interessiert hauptsächlich Geschichtliches und Kreatives aus der spannendsten Metropole Deutschlands.

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