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Das Alliierten-Museum in Berlin-Zehlendorf

Die USA haben dank der NSA derzeit nicht gerade ein gutes Image in Europa, gerade deswegen sollte man sich einmal aber ein Bild machen, woher dieser Überwachungswahn rührt : das ist eine Geschichte, die bis weit in die 30er Jahre des vorigen Jahrhunderts zurückgeht. Parallel dazu will ich das Alliierten-Museum in Zehlendorf vorstellen, wo eine spannende Einzelheit der Geheimdienste zu besichtigen ist.

Das o.a. Museum gehört zu den weniger besuchten POIs, obwohl es
1. einige interessante Artefakte zu bieten hat und
2. völlig gratis ist.

Wahrscheinlich ist letzteres daran Schuld, denn Gratis-Angebote werden zumeist als nicht so wertvoll eingeschätzt. (Damit teilt sich das Alliierten-Museum dieses Schicksal mit dem deutsch-russischen Museum in Karlshorst, das ähnlich mau besucht wird)
Der Name des Museums ist allerdings etwas ungenau, denn das A. befindet sich im ehemaligen Kino OUTPOST der amerikanischen Streitkräfte in Berlin und betrifft genauer gesagt nur die drei West-Alliierten.

Gleich am Eingang hart rechts taucht dann eben auch jenes seltsame Plakat (von 1944) auf, auf dem die UdSSR zusammen mit den Amerikanern u.a. für die Freiheit der Welt kämpft. Da waren es ja noch vier Alliierte !

Da waren es noch vier Alliierte !
Da waren es noch vier Alliierte !

Die „Vereinten Nationen“ , wie wir sie kennen, gab es zu dieser Zeit noch nicht – die waren noch eine fixe Idee von Franklin D. Roosevelt. Und diese vier Alliierten wirkten dann eben auch nur vier Jahre lang zusammen (1941 – 1945), danach hat man sich dann flott auseinandergelebt.

Zwei Schwerpunkte des Museums, die uns auch noch erhalten bleiben, sind die Luftbrücke und der Spionagetunnel (Beitrag folgt demnächst). Doch es gibt außerdem immer wieder temporäre Ausstellungen, derzeit z.B. die sehens- und hörenswerte über den Einfluss des AFN auf unseren Musikgeschmack (läuft bis 27.4.2014).
Da gibt es schöne, alte Aufnahmen aus der Zeit, wo der Rock´n Roll den deutschen Tanztee aus dem Radio gedrängt hat. Schmuckstück ist eine Original-Musikbox aus den 60ern, die sogar noch funktioniert. Zwar grummelt sie ein bisschen dumpf, aber sie nimmt immerhin schon Euro-Cents !
Desweiteren stehen da noch die echte Kontrollbaracke vom Checkpoint Charly (dortselbst steht nur ein Fake),

die Kontrollbaracke der West-Alliierten vom C.C. - Das Original !
die Kontrollbaracke der West-Alliierten vom C.C. – Das Original !

ein Transitwagen der franz. Streitkräfte und ein britisches Luftbrücken-Flugzeug – allerdings nicht der klassische Rosinenbomber. Der steht (oder hängt) am Technik-Museum-Berlin.

Eine britische Lancaster (zu besichtigen nur Sonntags, und auch nur, wenn kein Schnee liegt !)
Eine britische Lancaster (zu besichtigen nur Sonntags, und auch nur, wenn kein Schnee liegt !)

Zur Luftbrücke könnte man natürlich einen Extra-Artikel schreiben, aber je nach Darstellung setzt man sich bei irgendeiner Gruppierung dabei immer in die Nesseln, deshalb überlasse ich dem interessierten Leser lieber den Besuch der Ausstellung. Eins muss man nur erwähnen : der in Berlin sehr verehrte General Clay war eigentlich nicht der Erfinder der Luftbrücke (er wollte gewaltsam auf dem Landweg durchbrechen), sondern nur der durchführende Befehlsempfänger. Aber die gequälte Berliner Seele wollte eben einen Volkshelden haben, den Medien sei dank.

Das zweite o.a. Schmankerl des A. – der Spionagetunnel – werde ich in einem folgenden Artikel vorstellen.  Also bleiben Sie dran…….

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