Duo Sicilian Eiscream Festival (25-26.04.2026) Kulinarische Vielfalt mitten in Berlin

Wenn es um Köstlichkeiten aus dem Süden Italiens geht, dann hat Berlin dafür einen außerordentlichen Vertreter: Antonio Tomasello ist Eismacher und Inhaber von Duo Sicilian Eiscream. In seinem Labor, in einem typischen Berliner Hinterhof in der Liegnitzer Straße (Kreuzberg) gelegen, probiert er neue Kombination, neue Zutaten aus.

Festival Flyer
Festival Flyer

Vier Tagen vorm diesjährigen Eisfestival, lud Antonio kulinarische Expert*innen in sein Labor ein, um seine neuen Kreationen ausprobieren zu lassen. Die Dauerbrenner der sizilianischen Kultur waren auch dabei. Antonio hat diese nicht missen lassen.

Mehr als 30 Personen rückten zusammen, um die Ausführungen von Antonio samt Assistenten, wie er sein Eis macht, wie das Prozedere ist, die gewünschte Textur zu erreichen, zu bestaunen. Dabei durften wir Pistazien aus zwei Provenienzen ausprobieren, hier im Bild, im rustikalen Zustand.

Eins davon, in sehr flüssiger Textur, war eine Kombination aus den Ländern Spanien und Iran. In dem anderen Pott, liebe inberlin-Leser*innen und Sizilien-Fans, fanden wir ein Gedicht in Form von Pistacchio Verde de Bronte vor.* Bei der Aromaentfaltung haben die Gaumen Samba getanzt. Welch ein kulinarisches Fest!

Antonio und sein Team sind geradezu besessen, die besten Zutaten fürs Eis zu finden, diese in mutiger und kreativer Weise zu mischen und uns damit ein köstliches gastronomisches Erlebnis zu bescheren. Dabei wird die Kraft und Lebendigkeit nicht „nur“ der sizilianischen Kultur in Berlin artikuliert; es macht neugierig auf diesen südlichen Teil des Landes der Genüsse.

Die dortige Pistazienkultur bringt uns bis zu arabischen Einflüssen im VIII. und IX. Jahrhundert. Dieses Produkt, sehr nah an der Perfektion, wird zwar 400 und 900 Meter gebaut und geerntet.

Wir durften auch in die Tiefe der Eismaschinen schauen, dem gesamten Prozess der Eisherstellung beiwohnen und nebenbei Arancini, Panzeroti, Wein und Saftgetränke genießen. Auch in einem kleinen Raum in einem Berliner Hinterhof kann sehr italienisch zugehen: lebhaft, laut während die sizilianischen Spezialitäten zelebriert werden.

Wohl gemerkt: obwohl Pistazien nie meins waren, wurde diese eine spezifische kulinarische Erfahrung eine der Superlative, ein Festival für die Gaumen: die Textur, das Aussehen, das Aroma der Pistazien aus Bronte, später das Eis bereichert, war ohne jegliches Zweifel, der Höhepunkt der Kostprobe.

Im Festsaal Kreuzberg war es dann soweit. Scacciata, Sfince palermitane, Anelleti überbacken, entweder in der Option Bolognese oder vegetarisch.

Festsaal Kreuzberg – volles Haus!

Ein paar Tage später durften wir als Presse und Expert*innen einen Rundgang an den Ständen und Food Trucks machen. Dort wurden die Produkte vorstellt, gekostet, gestaunt und gelacht.

Der lockere Pizzabäcker mit dem Strohhut, der kommunikative Chef vom Panzerotti*-Stand, der zu gut aussehenden Francesco von „Paisafrischpastaberlin“ bei der Pasta Vorbereitung und der ganz große Genuss: die Ravioli in Gorgonzola-Sauce von Mani in Pasta. Das war mein Highlight eines gelungenen Samstags. Natürlich durften die unterschiedlichsten Eissorten nicht fehlen.

Dazu gab es auch Musik aus Sizilien und Kunstwerke, die von den Künstler*innen direkt vorgestellt wurden, konnten erworben werden.

Goldener Abschluss mit Eis

Nach dem 90-minütigen Presserundgang und inzwischen bei vollem Haus im Festsaal Kreuzberg, fragte ich Antonio wie es ihm ging: „Es ist ein voller Erfolg. Volles Haus“. Er lächelte, stimmte mit dem Kopf affirmativ zu und sagte: „Ich möchte jetzt genießen“

Ein gelungenes Festival, das die Expert*innen voll zufrieden stellte und begeisterte.

Im Gegensatz zu anderen italienischen kulinarischen Events in Berlin, ist Antonio Tomasello immer bemüht, Neues und Überraschendes zu präsentieren, was selbst Expert*innen der italienischen Kultur, große Augen machen lassen; die Autorin dieses Textes inklusive.

Das Duo Eis Festival 2026 war ein Fest für die Gaumen in ihrer gänzlichen Vielfalt. In dem Bereich „Süßes“, lobende Erwähnung , die Sfince palermitane*, ein Gebäck mit weißen Creme, welches mir schwer fällt, ein würdiges und passendes Adjektiv dafür zu finden. Überzogen mit Ricotta, dekoriert mit Pistazie und viele andere Möglichkeiten.

Kein Wunder, dass schon nach 11 Uhr die Schlange vorm Festsaal Kreuzberg kleine Familien, Gruppen von Freunden und einzelne Liebhaber*innen der sizilianischen Cuisine immer länger wurde von denen die nicht erwarten konnten, bis um 12 Uhr endlich die Tore zum Genuss der sizilianischen Kultur, öffneten, mit einer kleinen Verspätung, aber das ist ja Schnee von gestern.

Antonio in Action in der Manufakturwerkstatt
Antonio in Action in der Manufakturwerkstatt

*Die Pistazienkultur ist ein Beispiel für die Anpassungsfähigkeit von Pflanzen an extrem klimatische Bedingungen. Pistazienbäume sind außergewöhnlich widerstandsfähig und kommen mit heißen, trockenen Sommern und kühlen Wintern zurecht. Sie benötigen eine sorgfältige Pflege, um ihre Ernte zu maximieren, und können bis zu 15 Jahre brauchen, um ihre volle Produktionskapazität zu erreichen. (Quelle: Wikipedia).

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Frisch oder getrocknet sind die Pistazien eine der wertvollsten Zutaten der sizilianischen Küche. Sie sind außerdem das Symbol der Stadt Bronte in der Provinz Catania und ihrer Wirtschaft, sodass diese Frucht aufgrund ihres Wertes den Beinamengrünes Golderhalten hat.

***In der Gegend um Neapel werden die Panzerotti aus einem Teig mit Ei und Butter hergestellt, mit einer Mischung aus Ricotta, Eigelb, Schinkenwürfeln, gehackter Petersilie, Zimt und Pfeffer gefüllt, mit geschlagenem Eigelb bestrichen und in heißem Öl gebacken“.

*** Die Sfinci palermitane sin ein traditionelles sizilianisches Dessert, dass in Palermo besonders beliebt ist. Sie sind frittierte Süßspeisen mit unregelmäßiger, rustikaler Form und sind äußerlich leicht goldbraun und duftend. Innen sind sie weich, luftig und fast schwammartig. Traditionell werden sie mit einer feinen süßen Ricottacreme gefüllt, die ihre Zartheit unterstreicht. Der Name „Sfince“ leitet sich vom arabischen Wort isfanǧ“ ab, was Schwamm“ bedeutet, was die Weichheit diese Süßspeise beschreibt

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About Fatima Lacerda

Kultur, Fußball, Musik sind meine Leidenschaften. Reiseberichte sind ein Genuss!

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