Wer in Berlin-Friedenau spazieren geht, kann einer internationalen Künstlerin aus Berlin auf dem Städtischen Friedhof Stubenrauchstraße seine Aufwartung machen. Denn hier liegt die Ikone der „Goldenen Zwanziger“ Marlene Dietrich in einem bescheidenen Grab beerdigt.
Bedeutende Künstlerin des 20. Jahrhunderts
Geboren am 27. Dezember 1901 in Berlin-Schöneberg, zählt die Dietrich zu den bedeutendsten Künstlerinnen des 20. Jahrhunderts. Die Schauspielerin und Sängerin wurde weltweit berühmt für ihre unverwechselbare Ausstrahlung: lange Beine, eine tief-rauchige Stimme und ihr mutiger Stil, die von ihr populär gemachten Hosenanzüge.

Ihre Karriere begann In den 1920er-Jahren auf Berliner Theaterbühnen und in Stummfilmen. Eine Zeit, in der sie sich als moderne, selbstbewusste Frau inszenierte und früh Kultstatus erlangte.
Ihren internationalen Durchbruch feierte Dietrich 1930 mit der Hauptrolle in dem Filmklassiker „Der blaue Engel“. Die Zusammenarbeit mit dem Regisseur von Sternberg führte sie kurz darauf nach Hollywood, wo sie mit Filmen wie Marokko (1930), Shanghai-Express (1932) und Der große Bluff (1939) zur ersten deutschen Schauspielerin wurde, die in den USA zum Superstar aufstieg.
Oscar-Nominierung als beste Hauptdarstellerin
Für „Marokko“ erhielt sie eine Oscar-Nominierung als beste Hauptdarstellerin – ein Meilenstein für europäische Künstlerinnen in Hollywood.
Während des Nationalsozialismus verweigerte Dietrich jede Zusammenarbeit mit dem Regime. Stattdessen unterstützte sie im Zweiten Weltkrieg amerikanische Truppen, trat an Frontlinien auf und besuchte Verwundete. Für ihren Einsatz erhielt sie 1947 die Freiheitsmedaille des US-Präsidenten Harry S. Truman. Ab den 1950er Jahren konzentrierte sie sich zunehmend auf ihre Karriere als Sängerin und tourte mit glamourösen Bühnenprogrammen um die Welt.
„Ich hab noch einen Koffer in Berlin“
Zu ihren bekanntesten Liedern zählen „Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt“, „Lili Marleen“, „Ich hab’ noch einen Koffer in Berlin“ und „Sag mir, wo die Blumen sind“.

Nach ihrem letzten Film Schöner Gigolo, armer Gigolo (1978) zog sie sich aus gesundheitlichen Gründen aus der Öffentlichkeit zurück und lebte bis zu ihrem Tod 1992 zurückgezogen in Paris.
Marlene Dietrich wurde nach einer großen Trauerfeier in Paris in Berlin-Friedenau auf dem Städtischen Friedhof Stubenrauchstraße in der Abt. 34-363 beigesetzt. Ihr Grab zählt heute zu den Ehrengräbern des Landes Berlin.
Zudem erhielt 1997 ein zentraler Platz am Potsdamer Platz den Namen Marlene-Dietrich-Platz. 2002 wurde sie postum zur Ehrenbürgerin Berlins ernannt – eine späte Würdigung für eine Frau, die Berlin und die Welt nachhaltig geprägt hat.
Text und Fotos: Klaus Tolkmitt
Blog@inBerlin der Berlin-Blog für Kultur/Geschichte und Freizeit in Berlin.