Es ist ein Ritual: Ein paar Tage bevor das Grand Finale (23.05.) im Olympiastadion stattfindet, lädt der DFB ein, um ein Pokal Hand Over, protokollarisch über die Bühne bringen. Diese Bühne ist kein Geringer als der geschichtsträchtige Ballsaal des Roten Rathauses. Der amtierende Champion, Stuttgart, gibt den Pokal zurück (temporär, natürlich) an die Stadt Berlin.

Bis der große Tag kommt, dürfen Berliner und Menschen von außerhalb, das Prachtstück betrachten, staunen und je nachdem Vereinszugehörigkeit, auch bangen. Für Stuttgart kam als Botschaft, Joachim Löw, vor längerer Zeit Trainer (Interim, Assistent) der Schwaben. Als Cheftrainer war er zwischen 1996-1998. Für die Bayern, kam seine Botschafter höchstpersönlich vorbei: Giovane Elber reist um die Welt und schenkt der Marke FC Bayern Visibilität auch in den entfernten Ecken der Welt.

Der im Bundesstaat Paraná geborener Brasilianer hat ein besonders Merkmal in seiner Karriere: für beide Mannschaften stürmte er und in beiden gewann der den Pokal. Mit Stuttgart und mit dem berühmten „Magisches Dreieck“, bestehend aus Elber, Balakov und Bobic gewann er 1997, als der Vertrag mit dem FC Bayern bereits unterschrieben war und er bei den Stuttgartern in Ungnade gefallen war. Es war der Brasilianer, die zwei der drei Tore erzielte gegen Energie Cottbus. Das waren Zeiten!
Mit dem FC Bayern gewann Giovane Elber den Pokal jeweils in 1998, 2000 und 2003.

In diesem Jahr sind die Finalisten, die die robusten Festgeldkonto im Fußballsport haben. Diese Begegnung ist durchaus außergewöhnlich, den im DFB Pokal, und das ist das attraktivste Merkmal des Turniers, neutralisieren sich die Machtverhältnisse rund um Geld und Prestige, wie wir sie aus der Bundesliga sonst kennen. Es kann also sein, das einer der mächtigsten Vereinen Europas, von einem Zweitligisten aus dem Prestigeturnier heraus gekickt wird und das vielleicht auch in den letzten Minuten der Nachspielzeit. Wer sagt’s denn?
Wie schön was doch es damals, als der FC Saarbrücken, den FC Bayern aus dem Turnier herauswarf? Oder als die Freiburger, als absolute Außenseiter inklusive Trainer-Legende Christian Streich das Olympia Stadion rockte.
Nun wollt es im Jahr 2026 der Fußballgott so, dass der Stern des Südens, alias FC Bayern, der sechsjährigen Pause in dem Prestigeturnier ein Ende setzt.
Die Schwaben in Prenzlauer Berg sind völlig aus dem Häuschen! Feiern fast wie Zuhause und fighten um die Titelverteidigung. Zweimal im Finale… Endlich weg von den ganzen Vorverurteilungen als Pfennigfuchser oder besitzgierig. Alles Schnee von gestern!

„Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin“ heißt der legendäre Gesang. Die Schwaben aus Prenzlauer Berg sind jedenfalls schon vor Ort.
Das Pfingsten Wochenende verspricht Spaß der Superlative in der Hauptstadt: alles was, das Herz begehrt: Fußball, Karneval feiern bis der Arzt kommt, Biergarten und für die Wasserratten, ein bisschen ins kühle Nass springen.
Prestigeturnier
Das Endspiel im Olympiastadion ist für jedermann ein Erlebnis der Superlative. Immer wieder.
Seitdem der DFB auf musikalische Darbietungen während der Pause ist der Genuss ohne Stolpersteine. Das eine Mal, als Mega-Star Helene Fischer auftrat, Playback sang und verschwand, war die Stimmung kurzzeitig im auf dem Niveau des tiefsten Bunkers des Olympiastadions (und davon gibt es hier eine ganze Menge), aber das ist alles Schnee von gestern. Der DFB hat die Lektion gelernt und nie wieder musikalische Darbietungen während der Halbzeitpause offeriert. Geht doch!
Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) freut sich den Bauch voll, auch wenn es hierbei nicht um Tennis geht, er schwärmt für den Berliner Klub des Westens, für den Klub seines Herzens. „Es wäre schön, wenn wir den Pokal das ganze Jahr über behalten könnten“, sagte er in melancholischer Stimme in gewöhnlichen Charisma im negativen Bereich, vielleicht auch im tiefsten Inneren wissend, dass es ein frommer Wunsch ist. Hertha BSC als Pokalsieger? Dieses Turnier hält viele Überraschungen parat, aber das wäre ja selbst für die Dynamik des DFB, ein starkes Stück.

Finale der Mächtigen aus dem Süden
Leider haben die Außenseiter diesmal nicht geschafft; kein FC Freiburg, kein St. Pauli und kein Wolfsburg, die z. Zt. ganze andere Probleme haben.
Nun hat der Fußball-Gott so entschieden: die Mächtigen der Bundesliga werden gegen einander fighten; für den FC Bayern ist Ehrensache, den Pokal zu holen. Da es mit dem hohen Flug des Champions League nicht klappte, wollen die aus dem Süden der Republik wenigstens das Double klarmachen. Für den Cheftrainer Company, wäre es eine wichtige Bestätigung, der er der richtige Mann für den Verein des Südens ist. Die Trainergeschichte des FC Bayern ist voller Beispiele wie es zugeht, wenn es nicht „passt“: Louis Van Gaal, Julian Nagelsmann, Carlo Ancelotti. Obwohl der erfolgreichste Trainer der Champions League mit Karl-Heinz (alias, Kalle) sehr eng befreundet war, musste auch er, die Kabine räumen.
Beim FC Bayern gilt nach wie vor: wer nicht sofort liefert, bleibt auch nicht länger in der Säbenerstr. Die Geschichte ist voller Beispiele: Der Holländer Louis Van Gaal, der Italiener Carlo Ancelotti, dieser obwohl mit Rummenigge (alias, Kalle) dickt befreundet, musste auch er, seinen Hut nehmen.
Fußball von Kindsbein
Die Schwaben, trainiert von Sebastian Hoeneß, Sohn eines Herthaners (Dieter Hoeneß), der einen Onkel des FC Bayern Urgestein hat, den Titel verteidigen und den Pokal wieder in die Landeshauptstadt Stuttgart tragen möchte, am Besten Format Bad in der Menge.
Wenn noch das Wetter mitspielt, dann kann nichts mehr schiefgehen am Samstag in Berlin .
Dann heißt es Feiern und der schönsten Nebensache der Welt friedlich und ausgelassen zelebrieren.
Link: https://www.dfb.de/news/fc-bayern-gegen-vfb-hier-gibts-die-fan-infos-zum-pokalfinale-in-berlin
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