Zeitreise – in das Berlin vor 100 Jahren

Berlin zehrt ja vom Nimbus der legendären 20er Jahre des letzten Jahrhunderts, gerade das sagenumwobene Nachtleben. Der 1. Weltkrieg war vorbei, die Menschen dürsteten nach neuen Freiheiten, bekamen sie und nutzen sie auch weidlich aus, gerade in einer Weltstadt wie Berlin. Was hatte sich konkret geändert? Der Kaiser hatte abgedankt, die Weimarer Republik setze neue demokratische Akzente, wenn auch auf wackligen Beinen, da die Reparationen an die Siegermächte, das neue Deutschland wirtschaftlich ziemlich schwächten.

Aufbruchstimmung vor 100 Jahren

Nichts desto trotz die Industrialisierung nahm weiter Fahrt auf, Berliner Firmen wie Siemens, AEG, Osram und Borsig hatten Weltruhm. Gerade in Berlin hat sich viel verändert, mit dem Groß-Berlin Gesetz von 1920, wuchs die Stadt plötzlich um ein Vielfaches, ehemalige Vorstädte wie Charlottenburg oder Zehlendorf waren nun Stadtteile dieser Metropole. Die Stadt war groß, bunt, vielfältig aber auch laut und teilweise dreckig (Unterschied zu heute?)

Auch wenn nicht alle Berliner reich waren, so gab es dennoch genug Einwohner und Gäste, welche die zahlreichen Lokalitäten und Etablissements der Stadt besuchten, mal Nobel ins Adlon oder Vergnügungssüchtig unterwegs in der Friedrichstraße, am Potsdamer Platz oder am Nollendorfplatz. Eindrücke dieser damaligen Zeitepoche konnten sich visuell per Fotos teileweise Filme bis in die heutige Zeit erhalten.

Gekommen um zu Reisen

Ein Berliner Startup hatte vor 4 Jahren die Idee, seit 1,5 Jahren in der Umsetzung, setzt dem nun die Krone auf, es wird interaktiv. Es geht im wahrsten Sinne des Wortes auf Zeitreise, der Spieler, Gast oder Zeitreisende befindet sich auf dem Abschnitt „Unter den Linden“ zwischen Brandenburger Tor und dem heutigen „Deutsch Historischen Museum“ wieder. Virtual Reality mittels Oculus Rift und dazugehörigen Handsensoren machen es möglich, dieses Eintauchen in eine bekannte und teilweise unbekannte Welt. Ein Zeitungsjunge begleitet uns auf dem individuellen Rundgang, ja wir können uns frei bewegen. Unterwegs geht es auf Tuchfühlung mit diversen Passanten, sei es eine Unterhaltung mit dem Polizisten, dem Adlon-Portier oder zwei neugierige und quatschfreudige Möchtegernschauspielerinnen aus den USA. Auch Gegenstände wie Koffer können hochgehoben und wo anders wieder hingestellt werden.

In die Gebäude geht es aktuell leider noch nicht, dies und einiges mehr sollen aber lt. den Entwicklern noch kommen. Es stehen 20 Minuten für einzelne Gäste oder als Familien- und Klassenticket zur Verfügung. Gerade für Schulkinder ist es Geschichte zum Anfassen und nicht nur das trockene Lesen von Büchern. Zu finden ist die Zeitreise-Attraktion tatsächlich in einer Mall an der Warschauer Brücke, dafür stilecht mit Litfaßsäule im Laufbereich. Wir wünschen viel Erfolg und allen Gästen eine tolle Zeitreise.

Link: Timetravel Berlin

About waldnase

Komme aus der Provinz und seit 1999 Berliner! Mich interessiert hauptsächlich Geschichtliches und Kreatives aus der spannendsten Metropole Deutschlands.

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