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Fundstücke: Die kunstvollsten Haustüren der Hauptstadt

Kaum etwas ist in Berlin wichtiger als das Alternative, Andersartige, Außergewöhnliche. Genauso wie dies auf Menschen, Bars, Clubs und Subkulturen zutrifft, trifft es auf Häuser zu – angefangen bei der Haustür. Diese drei Haustüren sollten alle Berliner und Berlinbesucher wenigstens einmal gesehen haben.

Alles Jugendstil im Bötzowviertel

Architekturfotografen aufgepasst: Zwischen der Danziger Straße, dem Friedrichshainer Volkspark und der Greifswalder Straße liegt die Berliner Bötzowstraße, die dem zugehörigen Viertel den Namen gegeben hat. Die Jugendstil- und Gründerwohnhäuser des Bötzowviertels erinnern noch immer an die Gründungszeit des Quartiers. 1900 fand der Mittelstand in dem Wohnviertel einen festen Platz. Scheinbar mit hohen Ambitionen, denn wer hier von Haustür zu Haustür zieht, findet bis heute säulengerahmte Jugendstilhaustüren mit verspielten Ornamenten und Stuck, der nach dem Himmel strebt. Die höchsten Türen von Berlin dürften genau hier zu finden sein.

Berliner Haustüren (Foto: <a href="https://www.shutterstock.com/de/g/grundsteins" target="_blank" rel="noopener">Grundsteins</a> / <a href="http://www.shutterstock.com/editorial?cr=00&pl=edit-00">Shutterstock.com</a> )
die “klassischen” Berliner Haustüren (Foto: Grundsteins / Shutterstock.com )

Monumental am ehemaligen Postfuhramt

Wer heutzutage schon an der Haustür einen guten Eindruck hinterlassen will, konzentriert sich tendenziell auf schicken Minimalismus und wählt schicke Eingangstüren aus Metall. So ist es ganz offensichtlich nicht immer gewesen, denn der Eingang des ehemaligen Postfuhramts in der Oranienburger Straße erzählt eine andere Geschichte. So imposant wie die berühmtesten Berliner Monumente, tut sich am Haupteingang des repräsentativen Backsteingebäudes eine monumentale Rundbogennische auf, die sich über die gesamte Fassadenhöhe erstreckt und von einem kuppelgerahmten Turmaufsatz gekrönt wird. Ende des 19. Jahrhunderts war das kaiserliche Fuhramt einer der größten Behördenbauten seiner Zeit und steht seit den 1970er Jahren zu Recht unter Denkmalschutz. Eindrucksvollere Türen als hier finden sich an kaum einem Ort der Hauptstadt.

Besonderer Anblick am Bahnhof Berlin Bellevue

Mit Kunst im öffentlichen Raum kennt sich das Hansaviertel in Berlin-Mitte nur allzu gut aus. Brunnen, Plastiken, Mosaike und Kunstwerke aus Metall findet das aufmerksame Auge vor Ort genügend. Kein Wunder, dass da auch der hier angesiedelte Bahnhof Berlin Bellevue ein besonderer Anblick ist. Besonderer Anblick im wahrsten Sinne des Wortes, denn an der Eingangstür wird man aus zwei bleichen Stuckgesichtern angeblickt. Vier Kilometer vom historischen Stadtzentrum und rund zwei vom Hauptbahnhof entfernt, entstand in der dritten Hälfte des 19. Jahrhundert der hinter der außergewöhnlichen Türe verborgene Viadukt-Bahnhof, dessen doppelgeschossiger Aufbau an Londoner Vorbildern orientiert war.

Die ihrerseits innerhalb Deutschlands komplett neuartige Bahnhofsform steht für ihren historischen Wert heutzutage unter Denkmalschutz. Treppenaufgänge führen zum Mittelbahnsteig und darüber liegt eine Hallenkonstruktion aus eisernen Segmentbögen, die dem filigranen Chic der Eingangstür in kaum etwas nachsteht. Obwohl man sich von den beiden Gesichtern in den Türornamenten beobachtet fühlt, sind die türkisfarbenen Türblätter des Baus zumindest ein Foto wert. Die besondere Bauweise hat der Bahnhof übrigens der Nähe zum berühmten Schloss Bellevue zu verdanken: dem Amtssitz des deutschen Bundespräsidenten, dessen Eingangstür verglichen mit dem Viadukt-Bahnhof fast schon eintönig wirkt.

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One comment

  1. Schlüsseldienst Brinkmann

    Wunderschöne Türen! Ein Trauerspiel, dass so heutzutage nicht mehr gebaut wird. Heute muss es immer billig sein.

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