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Rixdorf – Zur Erholung aufs Land

Hin und wieder überkommt einen ja mal gerne das Gefühl die Stadt verlassen zu müssen. Einfach raus in die Natur und ein wenig ausspannen, sei es auch nur für eine kurze Zeit. Zwar gibt es im Umland so einige erholsame Orte, jedoch sind diese gefühlt auch immer eine kleine Reise entfernt.

Etwas naheliegender ist da schon ein „Ausflug“ nach Rixdorf ins nördliche Neukölln. Rund um den Richardplatz befindet sich auch heute noch dieser urige und ursprüngliche Part Berlins, der ebenso in einem Dorf irgendwo in Deutschland seinen Platz haben könnte. Die besondere Atmosphäre packt einen bereits beim Rumschlendern durch die ruhigen Gassen. Beim Laufen entlang der alten Gebäude ergibt sich das Gefühl in der Zeit zurück versetzt worden zu sein…

Rixdorf (Rolf Handke / pixelio.de)
Rixdorf (Rolf Handke / pixelio.de)

Die Geschichte von Rixdorf ist eine sehr bewegte und geht bis ins 18. Jahrhundert zurück. So wurden 1737 tschechische Flüchtlinge von Kaiser Wilhelm eingeladen sich in der Gemeinde Richardsdorp, dem heutigen Rixdorf, niederzulassen. Nachdem ein Feuersturm im Jahre 1849 einen großen Teil der Gemeinden Deutsch-Rixdorf und Böhmisch-Rixdorf zerstört hatte, begann im Anschluss an den Wiederaufbau ein Bevölkerungsansturm.

Nach der Zusammenlegung der beiden Gemeinden im Jahre 1874 und dem Erhalt des Stadtrechts in 1899, folgte im Jahre 1912 die Umbenennung von Rixdorf in Neukölln. Dies war laut den Behörden nötig geworden da sich Rixdorf als Begriff für „frivole Unterhaltung“ etabliert hatte (noch heute dem Liedgut „In Rixdorf ist Musike“ zu entnehmen). Um diesem entgegen zu wirken wurde der Name der nördlich liegenden Neuköllner Siedlungen übernommen. Im Jahre 1920 wurde Neukölln dann in Gross-Berlin eingemeindet. Heute steht das gesamte „Böhmische Dorf“ als solches unter Denkmalschutz.

Besondere Sehenswürdigkeiten sind die Bethlehemskirche, auch Rixdorfer Dorfkirche genannt, der Comenius-Garten oder die historische Schmiede auf dem Richardplatz. Speziell letztere ist ein besonderer Anlaufpunkt, ist sie doch bis zum heutigen Tage in Betrieb. Zum ersten Mal erwähnt im Jahre 1624, wird sie heute noch von Künstlern oder zu besonderen Anlässen verwendet. Eine immer wiederkehrende Möglichkeit bietet der alljährliche traditionelle Alt-Rixdorfer Weihnachtsmarkt an, der in jedem Fall einen Besuch wert ist.

Eine andere Rixdorf-typische Veranstaltung die man auf keinen Fall missen sollte ist das Strohballenrollen. Das so genannte Popráci findet 2014 zum 181. Mal statt und erinnert an den Böhmischen Ursprung dieser Gemeinde. In einem Wettlauf versuchen Teams runde Strohballen um den Richardplatz zu rollen, müssen ihr Wissen über die Geschichte des Ortes zum Besten geben sowie mit einem besonderen Kostüm bestechen.

Rixdorf bietet allerhand ländlichen Flair im Herzen Berlins und ist mit seiner gelebten Geschichte ganz sicher eine „Reise“ wert.

Bildcopyright: Rixdorf by Rolf Handke / pixelio.de

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