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Spaziergang zwischen den Schienen – Natur-Park Schöneberger Südgelände

Am letzten Sonntag war herrliches sonniges Herbstwetter – was gibt es also schöneres, als einen Spaziergang draußen in der Natur zu machen. Ausgesucht hab ich mir dafür das Schöneberger Südgelände, gelegen zwischen dem Südkreuz und dem S-Bahnhof Priesterweg. Dieses Gebiet ist Teil des ehemaligen Bahnbetriebswerks und Rangierbahnhofs in Berlin-Tempelhof, der jetzt allen als Naturpark zur Verfügung steht.

Im Gegensatz zu normalen Bahnschienen, bei denen drauf geachtet wird, dass Bäume und Sträucher nicht zu nah an die Trassen heran ragen, hat sich hier längst die Natur ihren Boden zurück erobert. Zwischen den Gleisen stehen daher immer mal wieder Birken, Büsche ranken in den Weg, die Gleise und Bohlen setzen Moos an. Ich wollte schon immer mal auf Eisenbahnschienen laufen. Hier ist es möglich! 🙂 Jedoch ist nicht überall auf dem 18 Hektar großen Gebiet das rumtollen und entdecken erlaubt – über einige Flächen führt ein Spaziersteg durch das Naturschutzgebiet.

Auf dem Rangierbahnhof Tempelhof waren Anfang der 30er Jahre bis zu 70 Loks pro Tag unterwegs. 360 Reichsbahner kümmerten sich um den reibungslosen Ablauf. Nach dem 2. Weltkrieg wurde der Bahnhof nach und nach still gelegt, 1952 war nach Schließung des Anhalter Bahnhofs endgültig Schluss. Der Umbau zu einem Stückgüterbahnhof wurde Anfang der 80er Jahre durch Bürgerproteste verhindert. Seit 1999 ist der Park als Landschafts- und Naturschutzgebiet ausgewiesen und gehörte mit zur Expo 2000.

Übrig geblieben aus den alten Zeiten sind nur noch einige Relikte wie z.B. die Drehscheibe für Lokomotiven und der knapp 50m hohe Wasserturm. Nahe am Eingang Priesterweg steht eine alte Dampflok Baujahr 1941. Im Gebäude der ehemaligen Brückenmeisterei befindet sich heute das Café Paresüd, die 4.000 qm große ehemalige Lokhalle dient als Theaterspielstätte. Auch im Park findet man hier und dort Kunstwerke, wie den roten Tunnel. Liegewiesen laden im Sommer zum Verweilen ein.

Der Park ist täglich ab 9 Uhr bis zum Einbruch der Dunkelheit geöffnet. Der Eintritt kostet 1 EUR pro Person (ab 14 Jahre). An jedem ersten Sonntag im Monat von April – Oktober gibt es kostenlose Führungen, Treffpunkt ist um 13 Uhr am Wasserturm.

Hier noch einige Bilder von meinem Herbstspaziergang, zum Vergrößern einfach draufklicken:

About sunnykat

War 4 Jahre lang "Berliner" - im Moment hat es mich ins Rheinland verschlagen. Aber mein Herz geht immer noch auf, wenn ich nach Berlin komme! :-)

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  1. Sehr schöne Fotos hast du da gemacht. Ich lebe jetz über 8 jahre in der Hauptstadt und muss sagen es gibt immer noch viele sehenwerte Ortezu erkunden. Jetz habe ich noch ein Ziel mehr zu besichtigen aber erst wenn das Wetter mitspielt.
    Lg Danny

  2. Halo Danny, vielen Dank für dein Lob, freue mich sehr! 🙂 Ja, Berlin bietet immer wieder überraschende Orte!!

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