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Werder/Havel – die Blütenstadt

Heute mal wieder ein Beitrag zum Berliner Umland, westlich neben Potsdam (10 Kilometer), liegt eine kleine Stadt, mit dem Namen Werder an der Havel und hat incl. Eingemeindungen ca 23.000 Einwohner. Viele Berliner werden es bestimmt kennen wegen einem bestimmten Fest, dem Baumblütenfest, welches immer Ende April, Anfang Mai stattfindet. Es ist immer die Vorfreude auf die kommende Ernte mit der Logik viele Blüten große Ernte^^. Ein weiterer Grund war es, dass es zum Gründungszeitpunkt 1879 schon genug Erntedankfeste gab. Neben den ganzen Verköstigungen ist auch die jährliche Krönung der Baumblütenkönigin ein Highlight!

Blick von der Brücke auf die Insel
Blick von der Brücke auf die Insel

Der Name Werder kommt aus dem slawischen und bedeutet vom Wasser umgebenes Land also eigentlich Insel. Die erste nachweisere Erwähnung von Werder ist auf das Jahr 1317 datiert. Die angestammte Bevölkerung waren Fischer und geographisch war das damalige Werder auf die Insel beschränkt und konnte gut gegen Eindringlinge abgesichert werden, da es bis heute nur eine Überquerung gibt (abgesehen vom Versuch eine Brücke nach Wildpark zu bauen, irgendwann im 18/19 Jahrhundert). Neben der Fischerei wurde im Mittelalter außerhalb der Insel versucht Wein anzubauen, was weitestgehend gelang abgesehen von einigen harten Wintern. Heute ist dieser Weinanbau am Wachtelberg anzutreffen. Der aktuell am erfolgreichste Wirtschaftszweig ist der Obstanbau, welcher schwerpunktmäßig im Umland angesiedelt, wofür aber Werder seinen guten Namen hergibt.

Carl von Ossietzky - Oberschule Werder
Carl von Ossietzky – Oberschule Werder

Aufgrund des vielen Wassers um Werder kann gemütlich gebadet werden in der Havel und im Plessower See, welcher eine öffentliche Badestelle hat mit Geldabnahme, Pommesversorgung und Baywatch-Rettungsschwimmer. Des Weiteren existieren um den See herum viele Badezugänge. Zwei bekannte Zugänge sind der „Russen“-Strand und der „Deutsche“ Strand an der Sentastraße. Dass hat jetzt nichts mit Diskriminierung zu tun, da Werder im Speckgürtel von Berlin liegt, waren zu DDR-Zeiten auch Russische Soldaten stationiert. An der einen Badebucht sind halt viele russische Schüler baden gegangen, Soldaten eher weniger. So entstehen halt Namen und Legenden. Der See ist sehr sauber und somit eine hohe Wasserqualität, was daran liegt dass es ein Naturschutzreservat ist und somit auch keine Motorboote fahren dürfen.

Plessower See in Werder/Havel
Plessower See in Werder/Havel

Das Markenzeichen der Insel ist die große evangelische Kirche und die Mühle (siehe Foto). Die Originalmühle ist in den 70ziger Jahren abgebrannt mit hilfreicher Unterstützung zweier Jugendlicher. In den 90ziger hat Werder einem armen Dorf aus Brandenburg die jetzt dort stehende Mühle abgekauft. Schön anzusehen ist auch das alte Rathaus welches neben der evangl. Kirche steht, also wer mal heiraten möchte, dort ist ein schöner Platz dafür. In einigen Ecken auf der Insel lassen sich heutzutage viele liebevoll künstlerische gestaltete Lokalitäten entdecken mal ist es nur eine Galerie oder eine Cafe + Galerie. Zudem laufen die Gäste und Einwohner noch auf urigem Kopfsteinpflaster, was sich wohl auch nicht ändern wird, da die Insel unter Denkmalschutz steht.

Weitblick von der Bismarkhöhe aus
Weitblick von der Bismarkhöhe aus

Ausflugtipps sind neben der Insel, die Bismarckhöhe aber auch die Friedrichshöhe und  baden lässt es sich am besten am Plessower See. Die „Weinberge“ sind am Wachtelberg anzutreffen. Es kann auch gemütlich mit einem Dampfer von und nach Potsdam geschippert werden (von der Insel). Ansonsten liegt Werder bahntechnisch in der C-Zone von Berlin. So dass war Werder mit ein paar persönlichen Erinnerungen/Eindrücken! Was kennt Ihr von Werder, was mögt Ihr, schreibt mir in den Kommentaren!

About waldnase

Komme aus der Provinz und seit 1999 Berliner! Mich interessiert hauptsächlich Geschichtliches und Kreatives aus der spannendsten Metropole Deutschlands.

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