34.236 Menschen sind 2025 innerhalb Berlins nach Pankow gezogen, mehr als in jeden anderen Bezirk. Das hat das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg gezählt. Interessanter als die Gesamtzahl ist allerdings, wer da kommt und woher.

Die meisten kommen aus Mitte: 4.489 Menschen zogen 2025 von dort nach Pankow, gut 3.600 gingen den umgekehrten Weg. Die eigentliche Überraschung liegt aber im Nordwesten. Aus Reinickendorf zogen 3.480 Menschen nach Pankow, in die Gegenrichtung nur 1.420. Mit keinem anderen Bezirk fällt die Bilanz für Pankow so deutlich aus. Umgekehrt verliert Pankow vor allem nach Osten: Nach Lichtenberg, Marzahn-Hellersdorf und Treptow-Köpenick ziehen mehr Pankower, als von dort kommen. Dahinter steckt meist der Wunsch nach mehr Platz zu einem bezahlbaren Preis: Wer in Prenzlauer Berg oder Weißensee eine größere Wohnung sucht, wird jenseits der Bezirksgrenze im Osten oft schneller fündig.
Und Pankow zieht Familien an. 5.549 Kinder und Jugendliche kamen 2025 aus anderen Teilen Berlins in den Bezirk oder zogen innerhalb des Bezirks um, so viele wie nirgendwo sonst in der Stadt.
Die meisten bleiben gleich hier
Vier von zehn Umzügen nach Pankow beginnen schon im Bezirk: 13.686 Menschen zogen 2025 innerhalb von Pankow um. Das ist kein Wunder, denn Pankow ist eigentlich viele Orte zugleich. Dreizehn Ortsteile liegen zwischen dem Gründerzeit-Altbau am Kollwitzplatz und dem Siedlungshaus in Blankenfelde. Wer in Prenzlauer Berg aus der Dreizimmerwohnung herauswächst, findet ein paar Kilometer nördlich in Französisch Buchholz, Karow oder Rosenthal oft das Haus mit Garten, ohne den Bezirk zu verlassen. Typisch ist dieser Umzug, wenn das zweite Kind kommt. Und er muss oft schnell gehen, denn wer eine passende größere Wohnung gefunden hat, muss meist innerhalb weniger Tage zusagen.
Was beim Umzug innerhalb Pankows anders ist
Der Umzug von Süd nach Nord ist dabei ein Umzug zwischen zwei Welten. Im Süden heißt es vierter Stock ohne Aufzug, gewendeltes Treppenhaus und kein freier Meter am Straßenrand. Im Norden kommen Keller, Dachboden und Gartenschuppen dazu, deren Inhalt fast immer unterschätzt wird. Ein Klassiker ist der schwere Kleiderschrank, der vor Jahren in eine Altbauwohnung an der Schönhauser Allee getragen wurde und heute nicht mehr durch das enge Treppenhaus passt. Dann hilft nur noch Zerlegen oder der Weg über den Balkon.
Eine Pankower Besonderheit betrifft das Halteverbot vor der Tür: Der Bezirk erteilt Anordnungen für das Be- und Entladen nur an qualifizierte Verkehrssicherungsfirmen. Wer selbst einen Antrag stellen will, kommt hier also nicht weit. Drei bis vier Wochen Vorlauf sind realistisch.
Wer danach ankommt, hat vor allem eine Aufgabe: sich innerhalb von zwei Wochen ummelden, am besten mit einem Termin, der schon vor dem Umzug gebucht ist. Und wer mit dem Auto in eine der Parkzonen im Süden zieht, kann erst mit der neuen Meldeadresse den Bewohnerparkausweis beantragen.
Dieser Gastbeitrag stammt von einem Umzugsunternehmen aus Pankow, das seit 2005 Umzüge im Bezirk begleitet.
Blog@inBerlin der Berlin-Blog für Kultur/Geschichte und Freizeit in Berlin.