Lost Place – die verbotene Stadt (Haus der Offiziere)

Das heutige Lost Place, welches wir vorstellen wollen – ist ein Teil der ehemals verbotenen Stadt bzw. das Areal rund um das „Haus der Offiziere“ in Wünsdorf. Wünsdorf selbst ist heute ein Ortsteil von Zossen, hat aber eine bewegte Geschichte hinter sich inkl. großen gesellschaft-politischen Hinterlassenschaften. Ursprünglich war dieses Areal eine Militärturnanstalt (1919) und später ab 1933 eine Herressportschule.

Soldaten und Offiziere

Die eigentlichen Kasernen in der Umgebung sind größtenteils schon verkauft, saniert und teilweise schon neu bewohnt. Alles zusammen nannte sich „die verbotene Stadt“, normale DDR-Bürger hatten keinen Zutritt und so lebten hier zur gleichen Zeit etwas 60.000 sowjetische Soldaten – anfangen nach dem zweiten Weltkrieg bis kurz nach der Deutschen Wiedervereinigung – fast autark in diesem „Kosmos“ unter sich.

Dieses übriggebliebende Gelände der heutigen Tour war eher das Ausgehviertel bzw. Häuser mit diversen Funktionen. Hier gab es für die sowjetischen Soldaten sportliche Ertüchtungsmöglichkeiten sei es draußen oder im Schwimmbecken, Theater/Kino/Veranstaltungssaal rundeten es ab. Priviligiert hatten es aber tatsächlich einige Bewohner vor Ort, welche hier wohnen durften, die Offiziere und höhere Beamte.

Was ist geblieben?

Das Mobiliar hat sich weitgehend mit dem Abzug des sowjetischen Soldaten Anfang der 90er Jahre des letzten Jahrhunderts mit verflüchtet. Zurückgeblieben ist eine große Leninstatue und natürlich die zahlreichen Gebäude mit diversen Wandgemälden, teilweise haben die Räume noch (unbrauchbares) Inventar wie technische Anlagen und Einbauschränke. Mit der Zeit kam leider überall sichtbarer Vandalismus und Verfall hinzu. In einigen wenigen Räumen wurde einiges an noch vorzeigbarem Inventar zusammengetragen wie z.B. ein Fahrrad, Tisch, Stühle, Bilder… was halt noch übriggeblieben ist.

Als Besucher spürt man die Geschichte, hier waren mal viele Menschen unterwegs. Und es kommen Bilder vor die eigenen Augen: Die Soldaten drehen im Schwimmbecken Ihre Runden, ergötzten sich an diversen Veranstaltungen und pflegten letztendlich Ihre sozialistische Weltanschauung. Es war ein bisschen Abwechslung im sonst wohl eher monotonen und durchstrukturierten Soldaten-Alltag, zudem auf begrenztem Raum. Final gesehen, wenn keine Menschen mehr da sind, in diesem Fall sind die ehemaligen Bewohner weggezogen, die Gebäude überleben es dann eine gewisse Zeit und wenn nichts passiert, die Natur holt es sich zurück. Was sich eindrucksvoll am ehemaligen Heizwerk anschauen lässt, das von sichtbaren Auflösungserscheinungen gezeichnet ist, siehe Dach und Fenster.

Bildergalerie

Am Ende folgt nun die umfangreiche Bildergalerie, denn Bilder sagen mehr als 1000 Worte, entstanden im Herbst 2020. Gute Unterhaltung und viel Spaß beim entdecken, ansonsten gerne sich selbst vor Ort ein Bild machen, sofern noch die Möglichkeit besteht. Vielen Dank nochmal an Go2Know für die Einladung, auf der Homepage sind noch weitere Touren zu Lost Places im Angebot.

About waldnase

Komme aus der Provinz und seit 1999 Berliner! Mich interessiert hauptsächlich Geschichtliches und Kreatives aus der spannendsten Metropole Deutschlands.

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