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Förderung von Elektroautos in Deutschland

Elektroautos erfreuen sich zunehmender Beliebtheit, und wenn es nach der Bundesregierung geht, sollte die Mehrheit der Autofahrer in Deutschland zukünftig auf ein Elektroauto umsteigen, um die Umweltbilanz des Staates deutlich zu verbessern. Die Nachfrage nach den umweltschonenden Autos hält sich aufgrund der deutlich höheren Anschaffungskosten – ein Elektrofahrzeug kostet rund fünfzig Prozent mehr als eines mit Verbrennungsmotor – bislang jedoch in Grenzen. Diesem KO-Kriterium für viele Autofahrer soll nun durch zahlreiche Fördermaßnahmen entgegengewirkt werden.

Fahrradsternfahrt 2014 - auf der Autobahn / AVUS
Symbolbild: evtl. in ferner Zukunft, keine Autos mehr unterwegs (Foto: Fahrradsternfahrt)

So fördert Deutschland den Einsatz von Elektroautos

Die Bundesregierung ist sich der finanziellen Mehrbelastung durch Elektroautos bewusst. Aus diesem Grund werden zahlreiche Förderungsmaßnahmen ins Leben gerufen, die eine Finanzierung des umweltfreundlichen Gefährts auch für Normalverdiener möglich machen sollen. So gibt es unter anderem steuerliche Begünstigungen und Förderungen durch den Bund, die Länder sowie einzelne Kommunen. Eine kürzlich beschlossene Kaufprämie von 4000 Euro für ein Elektrofahrzeug und 3000 Euro für einen Hybriden soll voraussichtlich ab Mai 2016 das Umsteigen vom herkömmlichen Benzin- oder Diesel-Pkw attraktiver machen. Doch Achtung: Nur solange der Vorrat reicht. Insgesamt werden 1,2 Milliarden Euro für die Prämie zur Verfügung gestellt, damit kann der Kauf von rund 400.000 Fahrzeugen unterstützt werden. Wer sich für einen Elektro-Pkw interessiert, sollte deshalb nicht zu lange überlegen, denn die Prämie gibt es maximal bis 2019.

Darüber hinaus besteht die Möglichkeit einer Forschungsförderung durch den Bund und die Länder. Zu den Förderern auf Bundesebene gehört unter anderem das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur. Hauptsächlich soll der verstärkte Bau neuer Ladestationen in Angriff genommen werden. Auf Länderebene haben es sich zahlreiche Initiativen zur Aufgabe gemacht, die Nutzung von Elektrofahrzeugen im Alltag zu erleichtern und zu fördern. Zu diesen zählen unter anderem die InitiativE BB und die InitiativE BW. Diese Förderungsmaßnahmen beziehen sich jedoch ausschließlich auf eine Erstanschaffung von Elektroautos und sind an variierende Fristen gebunden.

Welche Vorteile bringt ein Wechsel mit sich?

In erster Linie sind es neben den Umweltaspekten die finanziellen Vorteile, die den Kauf eines Elektro- Neuwagens attraktiv machen. Langfristig gesehen spart man vor allem an der jährlichen Kfz-Steuer sowie an den üblichen Reparatur- und Benzinkosten. Um eine Befreiung von der Kfz-Steuer für eine Dauer von fünf Jahren in Anspruch nehmen zu können, muss allerdings eine Frist eingehalten werden. Nur wenn die Erstzulassung des Elektroautos bis zum 31. Dezember 2020 erfolgt, ist eine Befreiung möglich. Für Firmenfahrzeuge gilt eine Sonderregelung, die zugunsten der Arbeitgeber ausfällt.

Wissenswertes über die Nutzung von E-Autos in Berlin

Als Hauptstadt und Regierungssitz der Bundesrepublik erfüllt Berlin eine besondere Vorbildfunktion. Bislang machen die Dienstwagen von Regierungsbeamten ausschließlich mit Negativschlagzeilen auf sich aufmerksam. Der Senat möchte seiner Vorbildfunktion im Bezug auf eine umweltfreundlichere Fortbewegung jedoch gerecht werden und hat daher beschlossen, seine Dienstwagenflotte gegen Elektrofahrzeuge auszutauschen. Auch erste Mietwagenfirmen bieten bereits Elektrofahrzeuge an, die aktuell an fast 200 Ladestationen „betankt“ werden können.

Angesichts der derzeitigen Umweltsituation und dank der zahlreichen Förderungsmöglichkeiten kann es sich durchaus lohnen, sein altes Auto in Berlin zu verkaufen, um auf ein E-Auto umzusteigen – und sich damit den bislang 3000 E-Auto-Fahrern in der Hauptstadt anzuschließen. Gemessen an der Gesamtzahl der zugelassenen Fahrzeuge sind das so viele wie in keinem anderen Bundesland.

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7 comments

  1. Hallo zusammen,
    ich überlege auch schon seit längerem mir ein Elektroauto zu kaufen. Mittlerweile fühle ich mich schon schuldig, wenn ich in meinem normalen Benziner durch die Stadt fahre. Ich kann diese Vorstellung nicht ertragen, genau in diesem Augenblick die Umwelt zu verschmutzen, indem ich mit meinem Auto Abgase ausstoße.
    Wahrscheinlich wird es ein VW e-Up werden, weil ich kein großes Auto brauche. Am meisten Sorgen macht mir jedoch die geringe Reichweite, die zwar für die Stadt völlig ausreichend ist, aber bei längeren Fahrten zum Problem werden könnte. Vielleicht warte ich, bis die Elektroantriebe noch weiter ausgereift sind, auch wenn es dann eventuell keine Förderung mehr gibt.

    Viele Grüße,
    Levin

  2. Die Förderung von Elektroautos ist wieder nur so eine unnütze Steuerverschwendung. Die Politiker sollten mal die Märke Angebot und Nachfrage regeln lassen!

  3. Hallo,

    ich sehe da Ganze aus einer etwas anderen Perspektive wie die Mehrheit. Wenn wir vom Umweltschutz reden, muss die gesamte Billanz betrachtet werden un nicht nur der sekundäre Bezug.

    Die Herstellung eines E-Autos ist nicht CO2 neutral, sowie der Verbraucher, das Auto. Viele meinen, dass ein E-Auto so sauber und umweltfreundlich sei. Ja, das Auto selbst stößt keine Stickoxid, Kohlenmonoxid etc. aus. Solange der Strom nicht regenerativ erzeugt wird, ist ein E-Auto alles, aber nicht umweltfreundlich. Wiederum ist zu beachten, wie hoch der Aufwand (Energie) ist so eine Anlage für regenerative Energie herzustellen.

    Aktuell ist ein Elektroauto nicht besser als ein Verbrennungsmotor. Der Unterschied ist, ein konventioneller Verbrennungsmotor wandelt die chemische Energie direkt, also primär, um. Daher ist es möglich am Ort des Geschehens die Schadstoffemissionen zu ermitteln. Bei einem E-Auto ist dies natürlich nicht Fall, da die elektrische Energie im Akku, also sekundär, gespeichert ist.

    Ich finde den Ansatz gut, dass auf die Automobilhersteller ein gewisser Druck, für die Entwicklung von Innovationen, ausgeübt wird. Denn nur so werden innovative Technologien initiert und umgesetzt. Nur lasst euch nicht auf die Marketing-Tricks ein, ein E-Auto ist sparsam und umweltfreundlich. Macht eine Berechnung vom break even point und bestimmt ab wann ein E-Fahrzeug, gegenüber eines Diesels oder Benziners, sich amortisiert.

    Grüße 🙂

    • 100% Zustimmung. Solange der Strom zum Betrieb eines Elektroautos nicht „sauber“ hergestellt wird, ist das Elektroauto eine Mogelpackung. Wir haben auch schon darüber nachgedacht unsere Schlüsseldienst Einsatzfahrzeug Flotte auf Elektro umzustellen, sind aber zu dem Schluß gekommen, das zur Zeit der Verbrennungsmotor noch das bessere Konzept. Außerdem gibt es deutlich zu wenig Ladestationen in Berlin. Vielleicht sollte der Staat sich einfach um die Infrastruktur kümmern (Ladestationen) und im Gegenzug die Förderung reduzieren. Das wäre unter Umständen auch für Vielfahrer dann attraktiver.

  4. Ich finde, dass die staatliche Förderung von Elektro Autos in Deutschland längst überfällig ist. Die Regierung will bis 2020 eine Millionen E-Autos auf Deutschlands Straßen bringen. Das halte ich für ein sinnvolles und realistisches Ziel. Elektro Autos und Car Sharing wird die Zukunft sein.

  5. Da muß ich auch zustimmen. Zuerst sollte die Herstellung des Stroms auf „sauber“ umgestellt werden da ansonsten im Endeffekt ein E-Auto somit nicht umwelfreundlich ist.

  6. Die Förderung von E-Autos nützt nichts, denn die Anschaffungskosten sind zu hoch und die Prämie zu niedrig. Wer sich ein E-Auto anschaffen will für den ist die kleine Prämie kein Anreiß.

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