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Die Kinder vom Bhf. Friedrichstrasse

Fast jeder Berliner kennt die Geschichte „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“, es existiert aber auch eine Geschichte der Kinder vom Bahnhof Friedrichstraße. Seit November 2008 steht am Südausgang des S/U-Bahnhofes Friedrichstraße ein Denkmal, welches Kinder mit Koffern darstellt, zusätzlich noch mit der Andeutung eines Bahngleises und einer Dokumentation am Bahnhofsgebäude. Diese Skulpturengruppe wurde anlässlich des 70. Jahrestages des ersten Kindertransports nach England vom israelischen Künstler Frank Meisler erstellt und wurde Berlin als Geschenk übergeben!

Kindertransport Denkmal "Züge in das Leben" in Berlin-Friedrichstr
Kindertransport Denkmal „Züge in das Leben“ in Berlin-Friedrichstr

1938, die Nazis haben im Deutschen Reich die totale Macht und unterdrücken Menschen, welche nicht in Ihr System passten. Unter anderem zeigte sich dies im Verhalten der Nazis in der Pogromnacht am 9/10.11.1938. Als Folge dessen, gestattete die britische Regierung allein reisenden jüdischen Kindern aus dem Deutschen Reich und dessen abhängigen Gebieten die Einreise. Schon am 30.11 verließen beim ersten „Kindertransport“ 190 Kinder ab Bhf. Friedrichstraße ihre Heimat in Richtung England. In den folgenden 9 Monaten folgten weiteren 10.000 Kinder aus verschiedenen Städten des Deutschen Reiches. Diese Züge wurde auch „Züge in das Leben“ genannt, welche von 1938-1939 stattfanden. Im Gegensatz zu den „Zügen des Todes“ welche es zu Zeiten des Naziterrors  gab, u.a. in Richtung Auschwitz.

Kindertransport Denkmal "Züge in das Leben" in Danzig
Kindertransport Denkmal „Züge in das Leben“ in Danzig (am Hauptbahnhof)

Die Kinder kamen in Pflegefamilien in England unter und erhielten breite Unterstützung aus der Bevölkerung. Viele „Kinder“, wie sie sich selbst nennen, haben bis heute noch Schuldgefühle, da sie im Gegensatz zu anderen Familienmitgliedern überlebt haben. Die heutigen „Kinder“ sind Doktoren, Professoren oder Hausfrauen und sind mittlerweile Großeltern und haben ein Vermächtnis weiter zu geben: „Dass sich so etwas nicht wiederholt“. 1989 gab es ein erstes Treffen einiger „Kinder“ in Harwich (England), weitere folgten! Und Frank Meisler, der Skulpturkünstler, ist selbst ein Überlebender durch einen Kindertransport. Skulpturen sind aktuell neben Berlin in folgenden Städten zu finden: London seit 2006, Wien 2008, Danzig 2009. Weitere Städte werden folgen zur Erinnerung an diese Zeit und Mahnung für die Zukunft!

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Komme aus der Provinz und seit 1999 Berliner! Mich interessiert hauptsächlich Geschichtliches und Kreatives aus der spannendsten Metropole Deutschlands.

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2 comments

  1. Heinrich Brückner

    Ich möchte ein Bild vom Danziger Denkmal in einer Auto-Biografie verwenden. Wer erteilt mir die Genehmigung zur Veröffentlichung?

    MfG
    Heinrich Brückner

  2. Sehr geehrter Herr Brückner,

    das Urheberrecht am Foto liegt bei uns, wir haben Ihnen diesbezüglich schon eine Mail geschickt!

    Beste Grüße
    Norbert Wollweber alias waldnase/inberlin.de

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