So wohnt Berlin – Möbelgeschichten aus der Hauptstadt

Berlin gilt als bunt, schrill und laut. So lässt sich auch der Einrichtungsstil der Berliner Haushalte beschreiben. In Mitte gibt es viele Wohngruppen aller Art. Von Studenten bis zu Aussteigern, die ihr Mobiliar auf Flohmärkten kaufen. Was den meisten Haushalten in der Bundeshauptstadt wichtig erscheint, ist die Nachhaltigkeit ihrer Einrichtungsgegenstände.

Vintage Lampen
Vintage Lampen

Multikultureller Berliner Dschungel

Keine Massenproduktion, die aus billigem Pressholz gefertigt wurde, sondern stabiles und rustikales Handwerk. Metall und Holz in Kombination, ein Stil, der fast in Vergessenheit geriet. Seit den 1970er-Jahren dominieren Naturtöne in den Wohn- und Schlafräumen der Wohnungen und Häuser. Retro-Möbel gelten als chic, ihre Zeit vergeht und kehrt zurück. Das Sofa der Großeltern ist ebenso angesagt, wie der massive dunkelbraune Esstisch aus Eiche mit Stahlfüßen der Eltern. Was in vielen anderen Bundesländern als Sperrgut gilt, lebt in Berlin weiter.

In Altbauten leben viele ihren Traum von Kalifornien. Bunte Farben, die Dekorationsstücke aus alten Skateboards oder Surfboards gefertigt, kombinieren junge Menschen die Elemente mit poppigen, angesagten Möbelstücken. Keines darf so sein wie das andere. Unikate, wie sie in Skandinavien zu finden sind, stehen bei den Bewohnern der Hauptstadt hoch im Kurs. Kurzerhand wurde für die Mischung der Begriff „Scandifornia“ gewählt. Schweden steht für klare Konturen, helles Mobiliar mit energiereichen Farbtupfern, die Kraft versprühen. Das benötigen Menschen, um sich durch den Großstadtdschungel zu kämpfen. Statt Therapie wird in ein inspirierendes Raumklima investiert.

Zeitlos schönes Wohnen in Berlin

Während Schweden in den letzten Jahren an Farbe gewinnt, bleibt der Nachbar Finnland bei seinen klassischen Konturen. Minimalistisch richten sich moderne Haushalte in Berlin ein, um den Überblick zu behalten. Gerne im Industrial Stil , der sich deutlich von anderen Einrichtungsstilen unterscheidet. Alte Industriegelände befinden sich im Wandel, ob in Berlin, Hamburg oder in der südwestfinnischen Stadt Turku. Der Wunsch, Werte zu erhalten, ist groß in der Hauptstadt, sie galt viele Jahrzehnte als zu verschwenderisch. Ungenutzte Industriebauten werden hergerichtet und zu Wohneinheiten umgewandelt. Aus alten industriellen Bauteilen fertigen Unternehmen ansprechende Möbel.

Obwohl die Industriezeit einiges zu erzählen hat, wirkt das Mobiliar zeitlos. Helle Wände gepaart mit aussagekräftigen Einzelstücken gelten als angesagte Wohn-Accessoires. Aufgrund der Tatsache, dass Berlin wächst, achten die Bewohner auf multifunktionale Eigenschaften des Mobiliars. Der Esstisch wird zum Schreibtisch umfunktioniert, das Bett verschwindet hinter einem Schrank oder Regal und der Kleiderschrank wird tagsüber zur Leinwand. Weiße Rückwände lassen sich optimal als Projektionsfläche nutzen.

Nachhaltiges Berlin

Berliner geben einmal richtig Geld für Möbel aus, anstatt zweimal einzukaufen, weil die Einrichtungsgegenstände erneuert werden müssen. Seit Jahrzehnten hat Skandinavien einen Einfluss auf die Wahl des Einrichtungsstil. Die Menschen in der Hauptstadt kreieren ihre eigenen Varianten von gängigen Arten, seine Wohnräume einzurichten.

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