Probieren ist das halbe Leben – Neues aus der Street Food Szene

Wer immer am Tisch im Restaurant isst, verpasst das halbe Leben. Sicher, es ist schön, so schummrig, romantisch und privat hinten in der Lieblingsecke beim Italiener zu sitzen. Die rot-weiß karierte Tischdecke bringt das Trattoria-Feeling, in der Mitte Kerzenschein, im Hintergrund läuft Best-of Zucchero und jeder Gast wird ausgerüstet mit ordentlich nebeneinander gereihten Messern, Gabeln und Löffeln.

In den folgenden zwei Stunden kommen Gänge aus einer unsichtbaren Küche und jegliches Essen wird auf großen, weißen Tellern in mundgerechte Happen zerstückelt. Wenn die Inhabenden clever sind, rühren sie in die Carbonara noch etwas Sahne und würzen alles mit ein bisschen zu viel Salz und Pfeffer – so wie die Deutschen es mögen. Orte, wo das tatsächlich gegessen wird, existieren nur in Deutschland. Deshalb ist das nicht mehr „Italienisch“ essen gehen, sondern deutsche Küche mit italienischem Einfluss.

Leckerste Street Food und coole Foodtrucks in Deutschland. (Bild: Pixabay.com, web3525)
Leckerste Street Food und coole Foodtrucks in Deutschland. (Bild: Pixabay.com, web3525)

Credits an alle Kulturen dieser Welt

Doch das soll hier bloß kein Negativ-Text gegen Wandel und Anpassung, für die Reinhaltung von Esskulturen werden. Im Gegenteil! Was passiert, wenn Leute unterschiedlicher Esstische Rezepte austauschen und in die eigene Küche einbauen, ist das grundlegendste und menschlichste der Welt: Es entsteht Wachstum durch Diversität. Lernen durch Abgucken – since Kindergarten.

Wichtig dabei ist, dass wir uns diesen Prozess eingestehen. Es ist nichts dabei, seit dem letzten Frankreichurlaub alles mit Butter zu braten oder schwarzen Tee nur noch mit Milch zu trinken à la England oder Ostfriesland. Es gibt kein richtig oder falsch beim Essen (verschont mich mit der Ananas-Pizza-Debatte). Aber allein haben wir uns das nicht ausgedacht. Die Credits dafür gehen an die ganze Welt. In einer vernetzen, globalisierten Welt sind wir nicht immun gegen äußere Einflüsse. Wir wandeln und wachsen durch Einflüsse anderer.

Klischees sind da, um widerlegt zu werden

Wer einmal in einem kleineren Ort Mittel- oder Süditaliens beobachtet hat, was Menschen dort unterwegs auf die Faust essen, würde sich wundern, wie das in die Vorstellung von italienischer Cousine passt. Frittierte Vanillecreme, mit Hackfleisch gefüllte Oliven, dazu überall Pommes, aber keine Mayonnaise? Doch das ist auch authentische italienische Esskultur, wie sie tagtäglich gelebt wird – alles andere haben wir uns ausgedacht. Das gilt nicht nur für Italien, sondern für jedes Land über das Vorurteile und Klischees bezüglich des Essens existieren. Innerhalb der Landesgrenzen gibt es natürlich auch Unterschiede. Klischees sind da, um widerlegt zu werden – sofern man bereit dafür ist. Deshalb raus auf die Straße mit euch und probiert euch durch!

Aus den Kulturen, die sich miteinander austauschen, entstehen unzählige Variationen und Kombinationen. Denn jeder Mensch transportiert sein eigenes Gelerntes und seine Traditionen. Wer sich offen kennenlernt, wird sich gegenseitig beeinflussen – auch wenn es nur so wenig wie die 200 Milliliter Sahne in der Carbonara sind. Vor allem in der Welt des Kochens und Essens lässt sich diese kulturelle Vermischung hervorragend beobachten. Es gibt keine Cuisine, die neue Trends und authentische Küche besser vorstellt als Street Food.

Finger weg von meinem Essen

Um es mit den Worten der Weltköchin und Trägerin der U.S. Freiheitsmedaille Julia Child auszudrücken: „Wenn es so perfekt auf dem Teller arrangiert ist, weiß ich, dass jemand seine Finger überall dran hatte.“

Street Food sieht zwar oft unaufgeräumt aus, aber unzweifelhaft ist das ein Zeichen, dass es so frisch und unkompliziert vom Pfannenwender auf meiner Hand landet, wie es nur sein kann. Zusätzlich kann ich dabei zugucken, wie es entsteht und mit den Menschen reden, die für mich kochen (nicht so privat und zurückgezogen im Restaurant). Ein weiterer Vorteil: Die Balance aus imperfekter Frische und Appetitlichkeit führt zum hemmungslosen Genusserlebnis. Wenn Julia Child auf ihrer Reise nach Europa in den 50ern schon gemerkt hat, dass Essen vor allem gut schmecken und nicht gut aussehen muss, dann brauchen wir auch den ganzen Schnickschnack mit Tischdecke, tausend Gabeln und Kerzenlicht nicht mehr.

Der authentische Foodtruck „Frittenwirtschaft“ in und für Berlin. © Frittenwirtschaft I Mobile Foodtruck Catering
Der authentische Foodtruck „Frittenwirtschaft“ in und für Berlin. © Frittenwirtschaft I Mobile Foodtruck Catering

Bei Street Food ist der Mensch mit, nicht nur seine Augen

Der Berliner Foodtruck Frittenwirtschaft schafft solche Genusserlebnisse – in vegan, vegetarisch und karnivor. Das Team für Event Catering lebt das Prinzip Street Food. Beim Blick auf ihre Website oder Social Media wird klar: So sollte Essen aussehen! Jedes Gericht ist schön genug, um die stolzeste Person am Stehtisch zu sein, weil man dieses Prachtwerk bestellt hat. Es ist gleichzeitig imperfekt, sodass man schnellstmöglich hineinbeißen will, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben, etwas Schönes zu zerstören. Beim Street Food aus dem Burger Wagen von Frittenwirtschaft isst der ganze Mensch mit, nicht nur seine Augen.

Jede:r wäre gern mal Besitzer:in einer ihrer saftigen Burger oder knusprigen Pommes mit selbstgemachtem Dip dazu. Reizvoll ist nicht nur, dass man die Bilder quasi riechen kann, sondern dass das ganze Menü von westlichem Multikulti nur so strotzt. Angefangen bei der Berliner Currywurst, über den französischen Fried Camembert, als Beilage entweder mediterrane Halloumi Fritten oder frittiertes Gemüse, Dips mit Trüffel, Bacon oder Rosmarin und zum Nachtisch spanische Sweet Potato Churros oder New York Cheesecake, dazu ein italienischer Faitrade Espresso. Die Fusion verschiedener Geschmäcker und kultureller Ideen wird auch bei den Highlights des Ziegenkäseburgers mit Cranberrys oder dem Trüffel Mushroom Burger deutlich.

Lieber knusprige Kultur-Potatos statt Couch-Potato

Wer für das ganze Essen im Stehen und Gehen, die Mixe der Gewürze und Kräuter, für die multikulturellen Akzente und Gespräche nicht um die Welt reisen und sich doch gerne mal hinsetzen möchte, kommt hier die gute Nachricht: Den Foodtruck von Frittenwirtschaft kann man für Events in Berlin und Brandenburg mieten. So kommt die saftige Vielfalt direkt zu euch und probieren wird leicht gemacht. In Windeseile übrigens – das Team von Frittenwirtschaft schafft bis zu 300 Portionen Currywurst-Pommes pro Stunde. Die schummrig-immergleiche Ecke hinten im Stammrestaurant werdet ihr danach nicht mehr vermissen – versprochen!

About Spreebootfahrer

Liebe das Wasser und die Großstadt Berlin.

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