Mundpropaganda: Die Grüne Zahnarztpraxis in Prenzlauer Berg

Eine Zahnarztpraxis die es wortwörtlich nimmt, liegt im Stadtteil Prenzlauer Berg. Das Eckhaus stolziert ins dynamische und lebendige Stadtbild. Auch für die Autorin dieses Textes, die zugegeben ihren Kiez ungern verlässt, war der Weg nach Prenzlauer Berg doch schnell und problemlos zu erreichen. Bis zum Alexanderplatz, dann 4 Haltestellen mit der Tram, bis zur Marienburger Straße, dort aussteigen, rechts hinein in die Christburger Straße, ein Fußweg von ca. 6 Minuten und zack – angekommen.

Praxiseingang
Praxiseingang

Seit Juni 2020 ist hier die Zahnarztpraxis „Mundpropaganda” zu Hause. Deren außergewöhnliches Konzept vereint High-Tech Zahnmedizin mit dem Thema Nachhaltigkeit. Viele Materialien werden bei der Arbeit eingespart, sei es im praxiseigenen Dentallabor oder im Behandlungszimmer durch Einsparen von Silikonen und Papier, sowie der Vermeidung von Chemikalien für die Röntgenbildentwicklung. Als ich anrief, und darum bat, dem Chef einem Zettel zu hinterlegen, teilte mir eine Rezeptionistin freundlich mit: „Gerne leite ich die Info weiter. Aber wir sind eine rein digitale Praxis, das geht bei uns ohne Zettel.“.

Eingangsbereich
Eingangsbereich

Nach dem Öffnen der Eingangstür betritt der Besucher eine andere Welt. Der ganze Lärm der Großstadt und der Baustellen verschwindet. Die Räume sind nicht groß aber kreativ und mit einem Augenzwinkern gestaltet. Der Name „Mundpropaganda” ist Programm. Und vielleicht ein geschickter Schachzug aus der Marketingkiste. Sprich, wer die Praxis gut findet, soll sie gerne weiterempfehlen. Seit Juni 2020 gibt es diese Praxis, die sich besonders der Nachhaltigkeit verpflichtet. Dies reicht vom am Eingang elegant platzierten Quellwasser bis zu den Zahnzwischenraum-Bürsten, bei denen der Halter nicht weggeworfen werden muss, sondern nur der Aufsatz ausgewechselt wird. Im Zimmer des Praxisinhabers Hannes Schulte-Ostermann steht ein großes dekoratives Gebiss, das als Anschauungsobjekt dient und sicher ein Garant für einen Schmunzler ist.

Willkommensgruß für alle

Einige Türen der Behandlungszimmer tragen den Namen von Berliner Bezirken („Neukölln“, „Mitte“, „Kreuzberg“, … ). Ein Raum wurde nach Pipi Langstrumpfs Inselparadies „Taka-Tuka-Land“ benannt und soll vor allem Kinder ansprechen, erzählt mir Sandra Leyk, mit der ich zur Zahnprophylaxe einige Tage vor Weihnachten verabredet war.

Ich wurde in der Praxis freundlich empfangen und nach Ausfüllen des Anamnesebogens und anderer Formalien ging es gleich ins Behandlungszimmer. Der Raum war sehr schlicht und hochwertig eingerichtet – mit einem besonderen Hingucker: die Deckenlampe in Form eines riesigen weißen Balls im futuristischen Design. Ein Requisit, dass zu einer Filmkulisse des Science-Fiction Regisseurs Stanley Kubrick gehören könnte. Sicherlich eine gute Ablenkung, sollte die Behandlung etwas länger dauern.

Zahnmedizinische Prophylaxe

Da meine ehemalige Spezialistin für saubere Zähne letzten August den Beruf wechselte, suchte ich eine neue Fachkraft für die Zahnprophylaxe. Mit Frau Leyk hatte ich großes Glück. Der Termin klappte auch rechtzeitig.

Eine kleine Schale stand am Rande der Arbeitsfläche in ihrem Zimmer, die mir sofort auffiel. Aus ihr strömte ein angenehmer Duft. Prompt fragte ich, was es damit auf sich habe. Frau Leyk erzählte, dass es Düfte in unterschiedlichen Aromen gäbe, auch für Angstpatient*innen. Der Duft an jenem Tag war angenehm und keinesfalls aufdringlich. Während ich den großen leuchtenden Ball nicht aus den Augen lassen konnte, bearbeitete Frau Leyk minutiös und professionell meine Zähne, Zahnfleisch, Zahnzwischenräume. Für mich ist es immer wichtig über die Arbeits-Schritte informiert zu werden und zu wissen, wofür sie notwendig sind. Frau Leyk scheint mit mündigen Patienten kein Problem zu haben. Auf meine Fragen wurde sehr natürlich und kundenorientiert geantwortet; in der Servicewüste Berlin wissen wir, ist diese Einstellung keine Selbstverständlichkeit.

Am Ende der Behandlung wurden mir die richtigen Bürsten für die Zwischenräume empfohlen. Diese „Geheimorte“ sind nämlich mit klassischen Zahnbürsten nicht zu erreichen.

Vom Zufall zur Berufung

Mit der Selbstverständlichkeit und Freude, in der Frau Leyk ihren Beruf ausübt, könnte der Zahnpatient denken, sie hätte diesen Job schon immer vor Augen gehabt. Aber nein. Sie kam über Umwege zur Zahnmedizin. Dazu sagt sie: „Ich bin gelernte Zahnarzthelferin mit erweitertem Abschluss zur zahnmedizinischen Prophylaxe-Assistentin. Damals bin ich nur auf Umwegen in einer Zahnarztpraxis zur Ausbildung gelandet, da ich ursprünglich etwas mit Tieren machen wollte. Allerdings war die Vermittlung zu diesem Zeitpunkt sehr schwierig. So bin ich inzwischen sehr froh darüber, dass ich nun Menschen die Zähne säubern darf und nicht den Tieren – mit denen hat man einfach die besseren Gespräche.“

Das Praxisteam
Das Praxisteam

Mitarbeiter*innen im Glück

Das Nachhaltigkeitskonzept schließt auch die Belegschaft ein. Den Mitarbeiter*innen, Stand heute 22 an der Zahl, erhalten bei Mundpropaganda zudem Benefits wie ein BVG-Ticket, Job-Fahrrad und Lieferservice vom Verpackungsfrei-Laden „Der Sache Wegen“.

Eine Praxis die nicht „nur“ durch das fachliche und durch das Nachhaltigkeitskonzept überzeugt und deren Geschäftsführung das Wohlfühlen der Belegschaft ein Anliegen ist, die wird mit Sicherheit viele zufriedene Patientinnen und Patienten haben. Dort, wo Mitarbeiter*innen zufrieden sind und Wertschätzung erfahren, ist auch die Kundenzufriedenheit besonders hoch.

Link: Zahnarzt Prenzlauer Berg – Mundpropaganda Berlin

About Fatima Lacerda

Kultur, Fußball, Musik sind meine Leidenschaften. Reiseberichte sind ein Genuss!

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