Buchbesprechung: Bildband Angela Merkel

Eine Ära ist vorbei, viele junge Menschen kannten nur eine Chefin von Deutschland: Angela Merkel. Angefangen vom 22. November 2005 bis zum 8. Dezember 2021, da sind 5860 Tage oder in Kurzform über 16 Jahre, in dieser Zeit wirkte sie als Kanzlerin. Natürlich hinterlässt sie Spuren aber auch sichtbare Spuren bei sich selbst.

Angela Merkel - Bildband von Daniel Biskup
Angela Merkel – Bildband von Daniel Biskup

Sogar noch weiter zurück ins Jahr 1990 geht der Bildband von Daniel Biskup, eher zufällig vor die Linse gekommen bei einer Pressekonferenz von Rainer Eppelmann. Es ist die Wendezeit in der DDR, sie gestaltet mit aber wirkt zu dieser Zeit zurückhaltend. Das ändert sich ab dem Jahr 1998, zu dieser Zeit fungiert sie als CDU-Generalsekretärin. Im Nov 1999 kam es zur Parteispendenaffäre rund um Helmut Kohl und auch Wolfgang Schäuble. Mit der Folge, das im Jahr 2000, Angela Merkel die neue CDU-Vorsitzende wurde. 2005 wurde sie die erste Bundeskanzlerin von Deutschland – zudem noch aus der ehemaligen DDR, ein Novum.

März 2000, markiert so etwas wie den offiziellen Beginn des Bildbands, eine erste Porträtserie mit dem Fotografen Danil Biskup. In den Folgejahren gab es viele weitere Begegnungen zumeist im Auftrag von deutschen Zeitungsredaktionen. Der Autor zeigt hier in diesem Werk einen Querschnitt, es sind Aufnahmen aus Ihrem Büro, bei den Wahlen und bei privaten Empfängen mit Politikern und Prominenten. Mal in einer Gruppe, zu Zweit oder Einzeln. Mit der Zeit wirkt die Bundeskanzlerin immer reifer und staatsmännischer – auch ein Lächeln kommt Ihr öfters über die Lippen. Und die berühmte Raute darf natürlich auch nicht fehlen.

Für den geneigten Leser, besser Bildbetrachter offenbart sich mit diesem Werk eine Zeitreise, die die meisten Menschen in Deutschland und viele weitere in Europa und der Welt miterlebt haben. Wäre die Mauer 1989 nicht gefallen, hätte es eine Angela Merkel in dieser Art nicht gegeben. Wir begleiten Sie durch die 90ger Jahre zu Helmut Kohl, einst Ihr Mentor und europäischer Visionär, welcher im Zuge der Parteispendenaffäre in den Hintergrund treten musste. Seitdem hatten es andere Führungskräfte (speziell die männliche Spezies) in der CDU schwer, dieser Lücke wird sich erst jetzt allmählich schließen. Es folgten in den Folgejahren des neuen Jahrtausends mehrere Finanzkrisen, 2011 die Umweltkrise (Fukushima), 2015 die Flüchtlingskrise bis hinein in die Gegenwart mit der Pandemie vom Coronavirus.

Angela Merkel hinterlässt insgesamt einen positiven Eindruck, sie war für viele die „Mutti“, hat Kontrahenten an einen Tisch geholt und oft kam es dabei zu einem für allen Seiten akzeptablen Kompromiss. Diesen Eindruck bekommt der Betrachter auch beim Bildband, sie war immer da, sie war ein Mensch. Danke.

Eckdaten zum Buch:

About waldnase

Komme aus der Provinz und seit 1999 Berliner! Mich interessiert hauptsächlich Geschichtliches und Kreatives aus der spannendsten Metropole Deutschlands.

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