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Von der Berlinale 2019 ins Kino

Die Berlinale 2019 geht zu Ende und damit auch die Ära Dieter Kosslick. Er übergibt die künstlerische Leitung  und die Geschäftsführung  in die Hände von Carlo Chatrian und Mariette Rissenbeek, die beide deutlich jünger sind und vielleicht etwas neuen Wind und Profil in das Filmfestival bringen. Was bisher steht ist der Termin(20.2.-1.3.2020), und dass es das größte Publikumsfestival bleiben soll. Wir sind gespannt auf die Zukunft.

Aber jetzt soll noch einmal auf die Berlinale 2019 zurück geblickt werden. Wie jedes Jahr, hier die ganz persönlichen Highlights:

The Kindness of Strangers

Filmstart: noch unbekannt

Es ist wohl kein Zufall, dass dieser Film als Eröffnungsfilm gewählt wurde, denn er teilt die Message:  seid nett zueinander. Eine Mutter, die mit ihren Söhnen vor ihrem gewalttätigen Mann nach New York flieht, ist dort auf die Hilfe von Fremden angewiesen – so sagt es schon der Filmtitel- und bekommt sie auch. Das ist vielleicht realitätsfremd oder auch nicht, das kann jeder selbst entscheiden. Auf jeden Fall unkompliziertes Mainstream-Kino, das zeigt wie Hilfsbereitsschaft und Menschlichkeit berühren können.

Kindness of Strangers Foto: Pressefreigabe/Per Arnesen

Mid90s

Filmstart: 7.3.2019

Mid90s ist ein berührender Film über das Erwachsenwerden in den 90ern, einen Jahrzehnt, in dem der Besitz eines Discman und eines guten Skateboards alles bedeuten. Die Geschichte handelt von Stevie, einem 13jährigen, der in Los Angeles bei seiner allerziehenden Mutter lebt. Der große Bruder schlägt ihn brutal, er sucht Zuflucht bei einer Skater-Clique. Die besteht aus Teenagern, die es noch schlechter getroffen haben als Stevie. Unweigerlich skatet er immer am Rande der Legalität, macht Erfahrung mit Polizei und Drogen, Partys und Mädchen. Der Zuschauer beobachtet, wie faszinierend und aufregend Stevie das alles findet, geradezu anrührend sind seine kindlichen Zweifel, ob man das alles darf. Der Einfluss der Mutter ist noch präsent, auch wenn der Sohn ihr entschwindet und sie bald feststellen muss, dass sie ihn nicht mehr so beeinflussen kann wie bisher.

Musikalisch untermalt wird das Drama vom typischen Soundtrack der 90er, von den Pixies bis zu Nirvana.

Systemsprenger

Filmstart: noch unbekannt

Benni, eigentlich Bernadette, ist ein Mädchen, das sich nach Liebe, Geborgenheit und vor allem nach ihrer Mutter sehnt. Die aber ist hoffnungslos überfordert mit dem Kind, daher wird es von einer Institution zur nächsten gereicht. Diesen scheinbar endlosen Weg von einer Betreuungsstelle zur nächsten, begleitet nun der Zuschauer und empfindet dabei das gleiche wie die Mitarbeiter der Kinder-und Jugendhilfen: Hilflosigkeit. Alle pädagogischen Mittel, die das System Staat vorsieht scheinen zu scheitern.

Völlig unkontrolliert rastet Benni aus, bis hin zur körperlichen Gewalt an ihren Mitmenschen. Erstaunlich dabei die schauspielerische Leistung von Helena Zengel, die schon bei der letzten Berlinale in „Die Tochter“ zu sehen war.

„Systemsprenger“ ist ein herausragendes Spielfilmdebüt von Nora Fingscheidt, ein Film, der nichts für schwache Nerven ist, aber mitreißend und berührend die Geschichte eines Mädchens erzählt, das in kein Raster passt.

Systemsprenger Foto: Pressefreigabe © Peter Hartwig / kineo / Weydemann Bros. / Yunus Roy Imer

Peter Lindbergh – Women´s Stories

Filmstart: noch  unbekannt

Man könnte bei dem Titel denken, hier werden Geschichten über Frauen erzählt, aber  im Mittelpunkt steht Peter Lindbergh selbst, der Fotograf. Seine Biografie allerdings ist geprägt von den Frauen an seiner Seite: der Schwester, den Freundinnen, Kolleginnen, Partnerinnen. Anhand ihrer Erzählungen wird Peter Lindberghs Lebenswerk aufgerollt, angefangen von der schwierigen Flucht aus Polen zurück nach Deutschland 1944/45, über seine einzelnen künstlerischen Stationen, seine Reiselust, seine ersten Engagements für den „Stern“ und später die „Vogue“. Peter Lindbergh fotografiert anders, seine Bilder sind ausdrucksstark und faszinierend, berühmt geworden sind seine vielen Modefotos  oder seine unvergleichlichen Portraits von Schauspielerinnen und Musikern.

Der Film gibt u.a. fast private Einblicke in Fotoshoots mit Naomi Campbell, die Kamera begleitet seine enthausiastische Arbeit in den pulsierenden Straßen New Yorks , an den  Stränden der Südküste Frankreichs und am Fuße des Stromboli. Als Peter Lindbergh nach der Premiere gefragt wird, wie er den Film über sich denn selber findet, sagt er: er sei  authentisch. Und genau so wirkt er auch – wer  also die Bilder von Peter Lindbergh mag und wissen möchte, wer da hinter der Kamera steckt, dem sei der Film empfohlen.

Mehr Infos zu den Filmen auf der Homepage der Berlinale 

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