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Gründermetropole Berlin

Dank Startup-Boom entwickelt sich die Berliner Wirtschaft sehr gut, es herrscht Gründerzeit in der Hauptstadt. Die „Deutschen Gründer- und Unternehmertage“, kurz deGUT genannt, bieten als Deutschlands führende Gründermesse einen Überblick über Möglichkeiten, Risiken und Nebenwirkungen für Entrepreneure. Hier kommt die lebendige Gründerszene unkompliziert an Gesprächspartner z.B. von Banken heran und kann in unverbindlichen Gesprächen ausloten, was geht und was nicht geht. In Augenhöhe wird miteinander über Ideen, Geschäftsmodelle und den Break-even geplaudert. 130 Aussteller bieten reichlich Anregungen für Gründer in spe und angehende Unternehmer.

deGUT Deutsche Gründer- und Unternehmertage
deGUT Deutsche Gründer- und Unternehmertage

„Wir helfen Gründern, ihre Unternehmensideen zu verwirklichen“, sagt Alexandra König, Geschäftskundenbetreuerin im GünderCenter der Berliner Volksbank. „Der Schritt in die Selbständigkeit verlangt Mut, Risikobereitschaft und viele Entscheidungen. Gibt es für meine Idee überhaupt einen Markt? Um Gründern die beste Beratung und Betreuung zu ermöglichen, bündeln wir unsere Kompetenzen in unseren beiden GründerCentern in Berlin und Potsdam.“ Hier sind die Wege kurz und Entscheidungen werden schnell getroffen – von der ersten Beratung bis zum fertigen Finanzierungskonzept. Neben dem Bankdarlehen als klassischem Weg bieten sich Fördermittel für betriebliche Investitionen an, meist in der Form zinsgünstiger Kredite (anfangs oft tilgungsfrei).„Wir finden die passende Finanzierungslösung und begleiten Gründer bis zu drei Jahre lang bei ihrem Projekt“, weiß  Alexandra König. „Dazu stellt die Berliner Volksbank ihr gesamtes Netzwerk zur Verfügung. Unsere Spezialisten unterstützen Gründer mit fundiertem Know-how auf dem Weg in die Selbständigkeit.“

„Gründer sind für mich Helden mit jeder Menge Mut“,  verrät Fridtjof Detzner, einer der Jimdo-Gründer. Seine Company hat heute 200 Mitarbeiter in Hamburg, Tokio und San Francisco und es wurden bereits 20 Millionen Websites mit Jimdo, einem Homepage-Baukastensystem inklusive Hosting, erstellt. „Es ist meine Leidenschaft, vor allem Gründer und Selbständige zu befähigen, deren eigene Websites zu bauen.“, erklärt Fridtjof Detzner. „Bei ihnen sind Zeit, Geld und Wissen limitiert, dennoch sollen sie auf professionellen Websites ihre Ideen und ihr Business strukturiert präsentieren können. Das ist unsere Jimdo-Vision!“ Fridtjof Detzner ist immer noch ein sympathischer und lockerer Gründertyp geblieben, der trotz seines großen wirtschaftlichen Erfolgs nicht abgehoben hat. „Im Fokus von Jimdo stehen Unternehmen mit bis zu zehn Mitarbeitern“, verspricht er. „Nach dem Motto ‚machen und nicht machen lassen‘ möchte ich Gründern helfen, zu wachsen und ihre Ziele zu erreichen“

„Mehr Kontakte machen mehr Kontrakte“, verkündet Gerd Hauer bei seinem deGUT-Seminar „Trainiere das Verkaufen – wie man zum Verkaufsprofi wird“. Ganz ohne Tschakka macht der Sales-Profi die  Seminarteilnehmer fit für den wichtigen Erfolgsfaktor Verkauf. Gerd Hauer ist kein Theoretiker und kein Sprücheklopfer, sondern er ist hauptberuflich als Senior Sales Manager bei Bosch Service Solutions tätig. „Im Verkaufsgespräch beträgt mein Redeanteil maximal 25 %“, sagt er. „Dafür habe ich zwei Dutzend gut vorbereitete Fragen parat, um mein Gegenüber zum Reden zu bringen. Ein guter Verkäufer hat nur einen Mund, aber zwei Ohren.“ Zuhören ist wichtiger als vollquatschen – nach diesem Motto trainiert Gerd Hauer vor allem Vertriebsmitarbeiter von Startups mit dem Fokus auf B2B. „Mein Ehrenkodex verbietet es mir, Versicherungsvertreter und Vermögensberater zu unterrichten“, gesteht Gerd Hauer, der auf nachhaltigen Vertrieb und langfristige Kundenbeziehungen setzt.

deGUT Deutsche Gründer- und Unternehmertage
deGUT Deutsche Gründer- und Unternehmertage

„Verkäuferisches Talent ist wichtig, wenn Sie sich mit BackWerk selbständig machen möchten“, verrät Patrick Bartsch, der Leiter Franchisevergabe in der BackWerk-Unternehmenszentrale. „Wir suchen weitere Franchisenehmer mit Freude am Kundenkontakt und Leidenschaft für unser backgastronomisches Konzept.“ Galt BackWerk anfangs als Billigbäcker, so gibt es den spürbaren Wandel zur Gastronomie mit Sitzplätzen. 80 % des Umsatzes werden inzwischen mit Snacks, belegten Brötchen, frischen Kühlbar-Produkten und Getränken erzielt. „Als Franchisenehmer setzen Sie als Gründer auf eine bereits am Markt erfolgreiche Geschäftsidee“, verspricht Patrick Bartsch. „BackWerk ist mit 350 Verkaufsstellen der führende Backgastronom in Europa. Viele unserer Franchisenehmer sind Quereinsteiger mit dem Willen zu Selbständigkeit und Existenzgründung. Wir bieten unser starkes Konzept sowie den BackWerk-Markenauftritt. Von neuen Franchisenehmern unternehmerisches Handeln, Organisationstalent und ein Gespür für Warenpräsentation.“

„Gerade kleinen und mittelständischen Unternehmen mangelt es nicht selten an einer soliden Eigenkapitalbasis und den ausreichenden Sicherheiten für notwendige Kreditfinanzierungen“, erklärt Michael Wowra, Abteilungsleiter Firmengeschäft bei der BBB Bürgschaftsbank zu Berlin-Brandenburg. „Damit Kredite nicht an fehlenden Sicherheiten scheitern, steht die BBB mit Bürgschaften für Unternehmer ein, die mit ihren Konzepten nachhaltige positive wirtschaftliche Perspektiven aufzeigen können. Im vergangenen Jahr haben wir mit Bürgschaften über 47 Mio. Euro Investitionen in Höhe von 96 Mio. Euro ermöglicht.“ Die Non-Profit-Bank für die Förderung des Mittelstandes hat als Gesellschafter die IHK, die Handwerkskammer und mehrere Genossenschaftsbanken. Zukunftsträchtige Ideen junger Gründer unterstützt die BBB genauso wie das Wachstum etablierter kleiner und mittlerer Unternehmen, um dem wirtschaftlichen Klima in Berlin neue Impulse zu geben. „Ob Handwerksbetrieb, Freiberufler oder mittelständisches Technologie-Unternehmen, wir bieten unsere große Expertise im Gründungsgeschäft und können Konzepte gut einschätzen“, sagt Michael Wowra. „Auch das Nachfolgethema gewinnt an Bedeutung. Dieser Trend geht über alle Branchen hinweg. Mit unserem breitem Expertennetzwerk finden wir dafür individuelle Lösungen.“

Die deGUT bietet viele Seminare und Workshops zu Themen wie „Entwickle dein Geschäftsmodell“, „Finanzierung durch die Crowd“, „Die erfolgreiche Marke“ sowie „Vom Startup zum Marktführer“. Die Teilnahme an allen diesen Angeboten ist im Eintrittspreis von 15 Euro enthalten (bzw. 25 Euro an beiden Messetagen 7./8. Oktober 2016 in der Arena Berlin). Die Startup-City Berlin hat bundesweit die höchste Selbständigenquote und auf der deGUT spürt man den optimistischen Gründergeist.

Text und Fotos: Stefan Schnoor

Bildergalerie:

About Stefan Schnoor

Stefan Schnoor ist gebürtiger Berliner, lebt in einem schönen Altbau in Kreuzberg, arbeitet professionell als Texter für Marketingkommunikation und bloggt hier über Startups, Wirtschaft, Kultur, Entertainment, Brandenburg-Touren und spannende Entdeckungen in der wunderbaren Metropole Berlin.

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4 comments

  1. Ich war auch auf der DEGUT und mir haben die Workshops „Design Thinking“ und „Werde, was du kannst“ am besten gefallen.

  2. Als Berliner Start-up Unternehmer finde ich Infoveranstaltungen wie diese hilfreich. Insgesamt ist es durch den Startup Hype dazu gekommen, dass jeder zweite ein Unternehmen gründen möchte. Ähnlich wie in den 90er Jahren jeder eine Gallerie oder Werbeagentur eröffnen wollte.
    Wichtig ist, dass sich jeder bewußt macht, dass es letztlich darum geht mehr Geld einzunehmen als auszugeben. Das Ziel muß es sein eine profitable Geschäftsidee zu haben und diese von A-Z durchzuziehen. Es geht nicht so sehr um die schnelle Aufnahme von Kapital als Selbstzweck, sondern nur wenn das wirklich nötig ist, um noch schneller zu wachsen.

    • Stimmt, die typischen Gründerfehler sollte man frühzeitig erkennen und vermeiden. Veranstaltungen wie die deGUT mit ihrem Kompetenztransfer helfen dabei.

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