Nur wenige Kilometer östlich von Berlin liegt Altlandsberg – ein ideales Ziel für Radfahrer, die auf ihren Touren durch Märkisch-Oderland eine charmante, fast märchenhafte Altstadt erleben möchten. Mehrere beliebte Radwege rund um Berlin führen direkt durch die Kleinstadt, deren Geschichte von Zerstörung, Wiederaufbau und erstaunlicher Beharrlichkeit geprägt ist.

Eine Stadt, die immer wieder aus der Asche erwachte
Altlandsberg wurde im Laufe der Jahrhunderte mehrfach niedergebrannt – und jedes Mal wieder aufgebaut. Der Ort hat slawische Wurzeln und wurde bereits um 1300 vom wichtigen Handelsweg zwischen Spree und unterer Oder durchquert.

Im 14. Jahrhundert erhielt Altlandsberg eine Stadtmauer, doch selbst diese schützte nicht vor den Hussiten, die 1432 die Stadt eroberten und in Brand setzten. Aus dieser Zeit stammt vermutlich der Münzschatz, der 2016 im Schlossviertel entdeckt wurde.
Auch der Dreißigjährige Krieg brachte Verwüstung. Erst Graf Otto von Schwerin ließ ab 1654 Stadt und Schloss neu errichten. 1670 entstand das barocke Schloss mit Saalkirche, in dem später Friedrich I. seine Jugend verbrachte. Nach weiteren Bränden und politischen Veränderungen blieb schließlich nur die Saalkirche erhalten – das Schloss selbst wurde abgetragen.
🚶♂️🚴♀️ Rundgang durch die Altstadt – ideal für eine Pause auf der Radtour
Wer heute durch Altlandsberg radelt, findet eine ruhige, liebevoll sanierte Altstadt vor, die sich hervorragend für einen kurzen Spaziergang eignet. Ein ausgeschilderter Rundweg beginnt am Rathaus in der Berliner Allee.
Highlights für Radfahrer und Spaziergänger:
*Berliner Torturm (13. Jh.) – eines der ältesten Bauwerke der Stadt
*Gut erhaltene Stadtmauer – an mehreren Stellen sichtbar und restauriert
*Straußberger Torturm mit Storchennest – seit 1897 Heimat der Altlandsberger Störche
*Ehemaliges Armenhaus – heute ein Gasthaus im historischen Ambiente
*Schlosskirche & Stadtkirche – beide öffentlich zugänglich
*Durchreiche in der Feldsteinmauer – ein seltenes Relikt mittelalterlicher Stadtarchitektur
Der Weg führt durch die Hirtengasse und Klosterstraße bis zur Straußberger Straße, wo der Storchenturm eindrucksvoll über den Dächern thront. Ein wunderbarer Fotostopp für Radreisende.

Marktplatz – früher pulsierend, heute still, aber voller Geschichte
Der Marktplatz wirkt heute ruhig, doch er war einst das Herz der Stadt.
Er diente als Bürgerpark, später als Demonstrationsplatz und von 1945 bis 1992 als Ehrenhain sowjetischer Soldaten.
Heute ist er Veranstaltungsort – besonders lebendig wird es beim Vogelscheuchenmarkt am ersten Samstag im September, wenn der gesamte historische Stadtkern mit offenen Höfen, Marktständen und Musik erfüllt ist.
🔧 Geheimtipp für Radfahrer: Das Fahrradhaus in der Berliner Allee
Ein Muss für alle, die mit dem Rad unterwegs sind:
Das Fahrradhaus in der Berliner Allee 4.
Hier gibt es nicht nur neue Räder und Reparaturen – sondern auch eine kleine Galerie voller Kuriositäten, die bereits international Aufmerksamkeit erregt hat. Perfekt für eine kurze Pause und ein bisschen Staunen.

Altlandsberg ein lohnendes Ziel für jede Radtour
Die Stadt verbindet Geschichte, Ruhe und überraschende Entdeckungen. Wer Brandenburg mit dem Fahrrad erkundet, sollte Altlandsberg unbedingt einplanen – sei es als Zwischenstopp, Fotomotiv oder Ausgangspunkt für weitere Touren durch die Landschaft rund um Berlin. Text und Fotos: Klaus Tolkmitt
Text und Fotos: Klaus Tolkmitt

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