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Buchbesprechung: Fettnäpfchenführer Berlin

Der Fettnäpfchenführer Berlin ist nach eigener Aussage ein „Reiseknigge für 96 Kieze und ihre Spleens“. Für einen Trip in unsere Hauptstadt gibt es schließlich viele gute Gründe und das Buch zeigt, was im Umgang mit der Stadt und den Berlinern so alles schief gehen könnte und hat ein einige Do-it-yourself-Tips auf Lager.

Aufgeteilt ist das Buch in 38 Kapitel. Wir hören von den niemals enden wollenden Baustellen Berlins, von verunsicherte Touristen, die garantiert nicht da lang fahren, wo sie geplant haben und Schienenersatzverkehr, der eigentlich doch irgendwo abfahren muss – oder?

Wir lernen Berlin am Wasser kennen – z.B. Badeschiff, Club der Visionäre, Landwehrkanal und Insel der Jugend im Treptower Park – oder Berlin im Film. Von Film zu Festival – auch davon hat Berlin genug, wie eine Auswahl im Kapitel 16 zeigt.

Es gibt Tips zum Relaxen umsonst und draußen, Tips zur Berliner Architektur oder wo sich noch Berliner „Mauer“-Vergangenheit erleben lässt. Neben Checkpoint Charlie, East Side Gallery und Co. gibt es in Berlin auch einige stille Orte des Gedenkens, hier hilft Kapitel 19 weiter.

Natürlich wird auch Sterni und Späti erklärt und der typischen Berliner Schnauze wird ein ganzes Kapitel gewidmet. Eine andere „Mundart“ – schwäbisch – findet man in Berlin auch oft. Wie es zum Berliner „Schwabenstreit“ kam und was das Ganze mit der Gentrifizierung im Prenzlauer Berg zu tun hat, erfährt man im Kapitel 13.

Wie multi-kulti Berlin wirklich ist, beschreibt das Kapitel „Berlin international“ – schließlich gibt es nichts, was man nicht in Berlin lernen könnte – außer die deutsche Sprache (frei nach Mark Twain). Es gibt auch nichts, was man in Berlin nicht kaufen könnte – dafür sorgt z.B. das KaDeWe mit in Spitze bis zu 180.000 Kunden am Tag. Noch mehr Zahlen und Fakten zu DEM Berliner Kaufhaus gibt es in Kapitel 21. Von der Delikatessenabteilung des KaDeWe zu Hühnerfüßen und Pizzaampel – oder soll es doch lieber Dinner im Dunkeln sein? Natürlich dürfen auch Tips zu den kultigsten Restaurants nicht fehlen.

Das Ampelmännchen ist als einer der sympathischen Identitätsfaktoren aus Berlin auch nicht mehr weg zu denken. Hintergründe gibt’s in Kapitel 14. Während diese alte DDR-Ikone nur in grün und rot daher kommt, ist Berlins Streetart-Szene bunt und lebendig und erobert den öffentlichen Raum. Kapitel 30 erzählt mehr von diesen Spuren in Berlin.

Es gibt noch viel mehr Themen, die zu Berlin dazu gehören und angeschnitten werden. Hilfreich sind auch die Top Ten-Listen, z.B. was man in Berlin besser lassen sollte, Berlin beim ersten Mal, Lieblingsläden oder -cafés und -kneipen.

Alles in allem ein unterhaltsames Buch, gut und locker geschrieben, was dem „Nicht-Kenner“ von Berlin, Neubürger oder auch Wiederholungstäter einige Facetten der Stadt gut näher bringt und durch zusätzliche Hintergrundinfos nicht so super oberflächlich wie andere Reiseführer bleibt.

Erschienen ist das Buch von Rike Wolf im CONBOOK Verlag. 288 Seiten, ISBN 978-3-943176-98-8, Preis € 11,95. Jedes Print-Exemplar enthält zudem einen Code, mit dem sich der Käufer eine kostenlose E-Book-Version des Buches herunterladen kann. Hier direkt der Link zur Verlagsseite.

Fettnäpfchenführer Berlin

About sunnykat

War 4 Jahre lang "Berliner" - im Moment hat es mich ins Rheinland verschlagen. Aber mein Herz geht immer noch auf, wenn ich nach Berlin komme! :-)

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4 comments

  1. Seit wann kriegt man denn einen Code fürs Ebook dazu? Die Idee finde ich richtig klasse! 🙂

  2. Schlüsseldienst Magdeburg

    Finde ich gut das man ein Code dazu bekommt zum Buch, wenn ich mal wieder in Berlin bin muss ich mir das mal zulegen, ist bestimmt witzig.

  3. Entweder das oder ein anderes Buch über Berlin brauch ich!
    Ich war bis her erst einmal dort und das relativ unvorbereitet, aber hab mich direkt in die Stadt verliebt. 🙂 Wenn ich das nächste mal gehe, will ich auf jeden Fall mit Plan reisen.^^

  4. Hoffentlich folgen große Verlage diesem Beispiel und legen auch bei Ihren Büchern Codes bei. Zuhause nehme ich gerne noch ein „richtiges“ Buch zu Hand, während ich unterwegs eindeutig das Ebook bevorzuge. Das Buch werde ich mir aufjedenfall vormerken damit ich vor meinem ersten Berlinbesuch gewappnet bin 😉

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