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Ein multikulturelles Zentrum – Die Kulturbrauerei im Prenzlauer Berg

Früher wurde hier eifrig Bier gebraut, heute gibt’s  Kultur für Berlin in der Kulturbrauerei im Kollwitzkiez des Prenzlauer Bergs. Ob Kino, Club, Theater oder Konzerte, Restaurants oder Bars, Fitnesscenter, Zumba oder asiatische Kampfkunst, Silvester-Feier oder Weihnachtsmarkt – all das und noch viel mehr gibt es auf dem Gelände der alten Schultheiss-Brauerei.

Die Kulturbrauerei gehört zu einem der wenigen gut erhaltenen Berliner Industrie-Architekturdenkmälern aus dem Ende des 19. Jahrhunderts. Auf dem 25.000 qm großen Areal stehen über 20 Gebäude.

1842 erfolgte die Grundsteinlegung durch den Apotheker August Heinrich Prell, 1853 wurde die Brauerei nach dem Tod von Prell durch Jobst Schultheiss übernommen. Obwohl dieser nicht wirklich Erfahrungen mit dem Bierbrauen hatte, wurde er bald zu einem der bedeutendsten Berliner Bierbrauer seiner Zeit – und das bei damals schon über 40 Berliner Brauereien. 1864 verkaufte er den Betrieb aus gesundheitlichen Gründen, der Name der Brauerei blieb jedoch erhalten. Durch die Fusion 1891 mit dem bis dahin größten Konkurrenten in Berlin wurde die Brauerei die größte Deitschlands, durch eine weitere Fusion entstand 1920 die weltgrößte Lagerbierbrauerei mit dem Hauptsitz in der Schönhauser Allee.

Während des 2. Weltkrieges wurde die Brauerei 1937 zum “Nationalsozialistischen Musterbetrieb” ernannt und bald auch als Wehrwirtschaftsbetrieb geführt. Ab 1941 wurden polnische und französische, später auch italienische Kriegsgefangene eingesetzt. In den Tiefkellern bauten seit 1942 ukrainische Zwangsarbeiterinnen „kriegswichtige“ Nachrichtengeräte für die Telefunken AG zusammen. In den letzten Kriegstagen 1945 verschanzten sich in den Tiefkellern hochrangige Militärs. Zeitweise sind bis zu 1.000 Soldaten auf dem Gelände, die im Hof zahlreiche Deserteure und Anwohner, die die weiße Fahne gehisst hatten, erschossen.

Die Gebäude der Brauereien wurden durch den Krieg nicht wirklich beschädigt. Der Tiefbrunnen der Brauerei diente der Bevölkerung von Prenzlauer Berg von 1945 – 1954 als einzige Wasserquelle. Von 1945 – 1967 wurde der Brauereibetrieb wieder aufgenommen. 1970 eröffnete der legendäre Franzclub. Den Namen „Kulturbrauerei“ trägt das Gelände seit 1991. Von 1998 – 2000 wurde es aufwändig und denkmalgerecht saniert. Die ursprünglichen Gebäudestrukturen wurden weitestgehend beibehalten, alte Fassadenschriftzüge restauriert. So erinnern noch heute die “Flaschenbierhalle” oder der “Heuboden” an ihre ursprüngliche Nutzung.

Das Programm zur Kulturbrauerei könnt ihr hier finden.

Skulptur “Adam” und “Eva” von Rolf Biebl (1986/1988)

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Über sunnykat

Hallo zusammen! Hier meldet sich ein "Nordlicht". Mich hat es vor fast 4 Jahren beruflich nach Berlin verschlagen und ich mag diese Stadt einfach sehr! Mit kleinen Streifzügen lerne ich Berlin nach und nach kennen und entdecke immer wieder tolle Orte. Meine Eindrücke möchte ich an dieser Stelle mit Neu- und Alt-Berlinern teilen. Berlin - dein Gesicht hat Sommersprossen! :-)

Ein Kommentar

  1. Ich liebe die Kulturbrauerei. Wie oft ich schon in der alten Kantine versackt bin. Am 15. Dezember steht wieder die Vandit Night an. Auf jeden Fall zu empfehlen.

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