Berlin: Ein Paradies für Gaming-Unternehmen?

Berlin ist nicht nur die Hauptstadt Deutschlands, sondern auch ein Hotspot für die Gaming-Industrie. Laut einer Studie von Goldmedia im Auftrag des Medianet Berlin-Brandenburg und des Medienboard Berlin-Brandenburg gibt es derzeit 301 Games-Unternehmen in der Region, darunter sind 182 Entwickler und Publisher. Das entspricht etwa einem Fünftel aller Games-Unternehmen in Deutschland.

Spielen auf dem Smartphone (Foto: Amanz auf Unsplash)
Spielen auf dem Smartphone (Foto: Amanz auf Unsplash)

Was macht die Hauptstadt interessant für Gaming-Unternehmen?

Immer mehr Menschen in Deutschland spielen PC-, Handy- oder Videospiele. Mittlerweile muss man dafür auch kein Technik-Nerd mehr sein: Unter terd.de kann man ganz einfach Guthabenkarten für Playstation, Nintendo, Xbox, Steam und Co. erwerben und sich damit direkt Games kaufen und downloaden.

Aber was macht Berlin so attraktiv für die Gaming-Branche? Zum einen bietet die Stadt eine kreative und vielfältige IT-Szene, die von zahlreichen Start-ups und innovativen Technologien geprägt ist. Vor allem im Bereich der Virtual Reality und Augmented Reality gibt es viele spannende Projekte und Unternehmen, die neue Möglichkeiten für das Gaming schaffen. Zum anderen profitiert die Branche von der Unterstützung durch die Politik und die verschiedenen Förderinstitutionen, die es hier gibt.

Im letzten Jahr wurden die hier ansässigen Unternehmen in diesem Bereich mit 3,5 Millionen Euro gefördert. Kürzlich hat das Land Berlin das Budget für die Games-Förderung durch das Medienboard Berlin-Brandenburg auch noch um eine Million Euro pro Jahr erhöht und plant zudem den Bau eines „House of Games“. Hierbei handelt es sich um ein Gebäude mit Büros und Studioräumen und einem Computerspielemuseum, welches im Jahr 2026 errichtet werden soll.

Berlin ist mittlerweile der Sitz vieler erfolgreicher und international bekannter Games-Unternehmen, wie Ubisoft, Wooga, Bigpoint, GameDuell, Epic Games, Kolibri Games und Riot Games, beziehungsweise haben diese Unternehmen Ableger hier. Diese Unternehmen entwickeln vor allem Online- und Mobilegames, die auf dem Free2Play-Modell basieren. Aber auch kleinere Studios und Indie-Entwickler finden in Berlin eine lebendige Community und ein inspirierendes Umfeld. Die Games-Branche in Berlin-Brandenburg beschäftigt aktuell rund 2.600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Damit ist die Branche ein wichtiger Wirtschaftsfaktor und ein Motor für Innovationen in der Hauptstadtregion. Die Gaming-Unternehmen profitieren von der kreativen Atmosphäre, dem vielfältigen Talentpool und der politischen Unterstützung in der Hauptstadt.

Jeannine Koch vom Netzwerk-Verein Medianet sagt in einem Interview mit dem RBB zur Attraktivität Berlins für die Gaming-Industrie: “Wir hatten schon immer eine wahnsinnig große Kreativszene. Über die letzten 34 Jahre seit dem Mauerfall hat das immer junge Menschen angelockt. Und hier gibt es bereits eine pulsierende Start-up-Szene. Das macht es auch für Games-Unternehmen attraktiv, weil die Unternehmerinnen und Unternehmer das Gefühl haben, dass sie sich hier ausprobieren können, dass hier gute Grundbedingungen herrschen.

Virtual Reality und Augmented Reality: Die Zukunft des Gamings?

Ein wichtiger Trend in der Gaming-Industrie ist die Entwicklung von Virtual Reality (VR) und Augmented Reality (AR) Anwendungen. Dabei handelt es sich um Technologien, die die Wahrnehmung der Nutzerinnen und Nutzer verändern, indem sie virtuelle Elemente in die reale Umgebung einblenden oder sie in eine komplett virtuelle Welt eintauchen lassen. Diese Technologien eröffnen neue Möglichkeiten für das Gaming, indem sie das Spielerlebnis immersiver, interaktiver und realistischer machen.

Auch hier ist Berlin ganz vorne mit dabei. Die Hauptstadt ist nämlich ein führender Standort für VR und AR in Deutschland. Hier gibt es viele Unternehmen, die sich auf diese Technologien spezialisiert haben oder sie in ihre Games integrieren. Ein Beispiel ist das Studio Playsnak, das VR-Games wie Shaman: Spirithunter oder Wanted Killer VR entwickelt hat.

Ein anderes Beispiel ist das Unternehmen realities.io, das mit seiner App Realities den Nutzerinnen und Nutzern ermöglicht, reale Orte in VR zu erkunden. Das Medienboard Berlin-Brandenburg fördert VR- und AR-Projekte im Rahmen seines Programms „Innovative Audiovisuelle Inhalte“.

Free2Play: Das Erfolgsmodell der Online- und Mobilegames

Ein weiterer wichtiger Bereich der Gaming-Industrie in Berlin ist der Markt der Online- und Mobilegames. Dies sind Spiele, die über das Internet oder auf mobilen Geräten gespielt werden können. Viele dieser Spiele basieren auf dem sogenannten Free2Play-Modell, das bedeutet, dass sie kostenlos heruntergeladen und gespielt werden können, aber optionale Zusatzinhalte oder Vorteile gegen Bezahlung angeboten werden.

Berlin ist die Heimat vieler erfolgreicher Online- und Mobilegame-Entwickler und Publisher, die teilweise Millionen von Nutzerinnen und Nutzern weltweit erreichen. Einige Beispiele sind Ubisoft Berlin, das an Spielen wie Far Cry oder Assassin’s Creed mitarbeitet, Wooga, das Casual Games wie June’s Journey oder Pearl’s Peril produziert, Bigpoint, das Browsergames wie Farmerama oder DarkOrbit betreibt, und GameDuell, das Skill Games wie Solitaire oder Fluffy anbietet.

Des Weiteren gibt es Epic Games, das den populären Shooter Fortnite entwickelt hat, Kolibri Games, das Idle Games wie Idle Miner Tycoon oder Idle Factory Tycoon kreiert hat, und Riot Games, das für das MOBA-Spiel League of Legends bekannt ist. Nicht alle diese Unternehmen haben ihren Hauptsitz in Berlin, aber die Tatsache, dass sie in der deutschen Hauptstadt Zweigniederlassungen betreiben, zeigt, wie wichtig der Standort für die Gaming-Industrie ist. Auch eSports-Turniere finden hier statt.

Indie-Studios: Die kreative Kraft der Gaming-Szene

Neben den großen Unternehmen gibt es in Berlin auch viele kleinere Studios und Indie-Entwickler, die unabhängig von Publishern ihre eigenen Spiele entwickeln und veröffentlichen. Diese Studios zeichnen sich oft durch ihre kreative Freiheit, ihre Experimentierfreude und ihre Leidenschaft für das Gaming aus. Sie produzieren Spiele für verschiedene Zielgruppen, Genres und Plattformen, die häufig originelle Ideen oder künstlerische Ansprüche verfolgen. Beispiele für Indie-Studios in Berlin sind:

  • Yager, das den Shooter Spec Ops: The Line oder den Flugkampf-Simulator The Cycle entwickelt hat. Games des Studios zeichnen sich durch eine hohe grafische Qualität, eine immersive Story und ein innovatives Gameplay aus.
  • Klang, das an dem Sci-Fi-MMO Seed arbeitet. Das Spiel soll eine dynamische und lebendige Welt bieten, in der die Spieler gemeinsam eine Zivilisation auf einem fremden Planeten aufbauen können.
  • Popcore, das hyper-casual Games wie Perfect Slices erstellt hat. Diese Spiele sind einfach zu spielen, aber schwer zu meistern, und bieten eine entspannende und unterhaltsame Erfahrung für zwischendurch.
  • Stratosphere Games, das das Strategiespiel Warzone: Clash of Generals veröffentlicht hat. Dieses Spiel ist ein Echtzeit-Multiplayer-Spiel, in dem die Spieler ihre eigene Armee aus verschiedenen Einheiten zusammenstellen und gegen andere Spieler antreten können.
  • Sandbox Interactive, das das Sandbox-MMORPG Albion Online betreibt. Das ist ein offenes und soziales Spiel, in dem die Spieler ihre eigene Rolle in einer mittelalterlichen Fantasy-Welt finden und gestalten können.

Fazit: Berlin ist wirklich ein Paradies für Gaming-Unternehmen

Die Gaming-Industrie in Berlin ist die wohl vielfältigste und innovativste in Deutschland. Sie bietet sowohl großen als auch kleinen Unternehmen ein attraktives Umfeld für die Entwicklung und Vermarktung ihrer Spiele. Die Branche profitiert von der kreativen IT-Szene, der politischen Unterstützung und der internationalen Ausrichtung der Stadt. Mittlerweile ist sie auch ein echter Wirtschaftsfaktor für die Hauptstadt und die umliegende Region. So ist es auch wenig verwunderlich, dass auch Veranstaltungen mit Themen wie “Gaming – Wie virtuell wird unsere Realität?” in Berlin stattfinden.

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