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Kolonie Wedding – die etwas andere Kunstszene

Der Name „Kolonie Wedding“ klingt ungewöhnlich, dahinter steht ein Zusammenschluss von Kunstprojekträumen im Soldiner Kiez, an der Grenze zum Stadtteil Prenzlauer Berg. Hintergrund ist, dass es vor Jahren einigen Jahren Leerstände speziell im Erdgeschossbereich gab. Um dem entgegen zu wirken kam der Vermieter degewo auf die schöne Idee, diese Räume mit Kultur zu beleben. Wie umfangreich dies geworden ist, kann auf der Homepage von der Kolonie Wedding erlesen werden! Nach meiner Zählung über 30 Standorte!

Exemplarisch hab ich mir jetzt mal zwei Läden raus gepickt bzw. das Schicksal hat seine Finger im Spiel gehabt! Der erste besuchte Kunstraum nennt sich okk|raum29 und das okk steht für „Organ kritischer Kunst“ und die 29 entlehnt sich der Hausnr. 29 in der Prinzenallee. Die Raumverwalter legen Wert auf die Interdisziplinarität der Kunst, daher wechselt u.a. regelmäßig der Inhalt dieser Räumlichkeiten. Größen technisch sind es drei mittelgroße Räume, wobei nur zwei richtig ausstellungstechnisch genutzt werden können. In dem dritten Raum sind Sitzgelegenheit und eine „Pseudo“-Bar vorzufinden. Aktuell vor Ort ist der Fotograph „Daniel Sebastian Schaub“ mit dem Thema „Authentische Räume in urbanen Randzonen“. Inhaltlich lässt es sich wie folgt kurz zusammenfassen: unattraktive Standorte blieben von sozialen Umstrukturierungen verschont. Durch diese Loskoppelung besitzen die Standorte eine hohe Individualität und macht sie unverwechselbar. Das sieht dann in der Wirklichkeit so aus, das es einen Imbiss-Stand gibt, bei welchem dreimal der Schriftzug „Oase“ prangert oder eine Textilreinigung, in einem sozial schwachen Milieu platziert ist und mit der Reinigung von hochwertigem Leder wirbt. Mehr dazu ist dem Blog von Daniel Sebastian Schaub zu sehen. Die Hauptmotive in den Fotos wirkten zum Teil wie kuriose Fremdkörper auf mich. Aber wenn ich genau überlege habe ich solche Kuriositäten schon öfter gesehen und bringen ein bißchen Abwechslung ins Stadtbild rein (muss ja nicht immer alles schick sein;o)!

Um die Ecke in der Biesentaler Straße 24 ist das Prima Center Berlin. Es versteht sich als Non-Profit Projektraum für Kulturprogramme, Ausstellungen und Projekte mit Schwerpunkt Südost-Europäischer Künstler. Räumlich versprüht es einen urigen Altbaucharme, ein mittelgroßer Raum und zwei kleine Längliche Räume bilden das Ausstellungsspektrum. Aktuell ist eine Doppelausstellung von Pandora Apostoloska Sazdovska und Sašo Sazdovski (akt. leider keine HP) aus Mazedonien zu begutachten. Thema ist Familien und Tradition in Mazedonien, die Religion spielt dabei auch eine große Rolle. Frau P. A. Sazdovska setzt dies in Form von Collagen um z.B. in Verbindung echten Strickmustern und Farben. Den Bildern konnte ich anmerken, dass diese einem anderen Kultur-/Traditionskreis entspringen. Herr S. Sazdovski ist Bildhauer und verwendet dafür in der aktuellen Ausstellung Gesteinsarten wie Marmor und Granit, welche in unterschiedlicher Form miteinander verbunden sind. Dies geschieht dann zum Beispiel in der Ausdrucksform für eine Familie oder das Symbol der Ehe! Insgesamt ergänzen sich die unterschiedlichen Gestaltungsformen in meinen Augen sehr gut und haben das Thema Familie und Tradition gut rübergebracht.

Mehr optische Eindrücke in der unten angehängten Bildergalerie und evtl. bis bald mal irgendwo in der Kolonie Wedding! Die Kommentarfunktion steht rund um die Uhr zur Verfügung!

About waldnase

Komme aus der Provinz und seit 1999 Berliner! Mich interessiert hauptsächlich Geschichtliches und Kreatives aus der spannendsten Metropole Deutschlands.

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