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Studie: Erforderliches Gehalt für die Miete in den Stadtteilen von Berlin 2019

Die Experten für möblierte Wohnungen von der Firma Nestpick haben den Stadtteil-Preisindex 2019 veröffentlicht, der angibt, wie viel eine Person verdienen muss, um eine Mietwohnung in mehr als 700 Stadtvierteln auf der ganzen Welt finanzieren zu können. Als Unternehmen, das Tausende jedes Jahr bei ihrem Umzug ins Ausland unterstützt, erkannte Nestpick, dass sich viele umzugswillige, hochqualifizierte Arbeitskräfte hauptsächlich auf ihr neues Gehalt konzentrieren ohne ein Verständnis für den lokalen Mietmarkt und die jeweiligen Implikationen auf ihr verfügbares Einkommen vor Augen zu haben.

So müssen beispielsweise die meisten IT-Mitarbeiter, die im Silicon Valley für große Unternehmen wie Facebook und Apple arbeiten, aufgrund exorbitanter Mietpreise, trotz überdurchschnittlicher Gehälter, viele Stunden von ihrem Büro entfernt leben.

Die Immobilienexperten erstellten einen Index, der die heute verfügbaren realen Kosten vor Ort widerspiegelt und den globalen Wohnungsmarkt auf der Ebene der Stadtteile betrachtet. Die Ergebnisse bieten Umzugswilligen einen echten Einblick, wie viel Geld sie verdienen müssten, um sich in den unterschiedlichen Stadtteilen einiger der gefragtesten Städte der Welt niederzulassen, und wo die Kluft zwischen Erschwinglichkeit und Ungleichheit am größten ist.

Wie die Studie durchgeführt wurde

Für diese Studie erstellte Nestpick zunächst eine Liste von 50 Städten weltweit, die hochqualifizierte Arbeitskräfte anziehen sowie bei Menschen beliebt sind, die nach einem alternativen Lebensstil oder wirtschaftlichen Chancen suchen. Die Immobilienexperten ermittelten anschließend die Median-Preise der Mieten pro Quadratmeter Wohnfläche nach Stadtteilen, die widerspiegeln, was eine Person finden würde, wenn sie heute nach einer Wohnung suchte. Um den Daten eine menschliche Perspektive zu verleihen, wurden zusätzliche Berechnungen angestellt:

  • Die Mietkosten für eine Single- und eine Familienwohnung.
  • Das monatliche Gehalt, das erforderlich ist, um eine Wohnung in dem jeweiligen Stadtteil finanzieren zu können.
  • Der entsprechende Prozentsatz des verfügbaren Einkommens.
  • Die Anzahl der Stunden, die bei einer Arbeit mit Bezahlung nach Mindestlohn aufgewandt werden müssten, um die monatlichen Mieten in den einzelnen Gegenden bezahlen zu können.
  • Wie viel teurer oder günstiger ein Stadtteil ist im Vergleich zum Medien-Preis der Stadt (Abweichung).

Der endgültige Index wurde dann nach dem erforderlichen Monatsgehalt unter Verwendung des Durchschnitts der Einzel- und Familiendaten (basierend auf den im Januar 2019 verfügbaren Mietangeboten) von hoch nach niedrig sortiert. Komplette Studie: Nachbarschaft Preisindex Berlin 2019

Berliner Stadtteile

Nachfolgend finden Sie eine Auswahl der Ergebnisse der 20 teuersten Stadtteile Berlins in Bezug auf das monatliche Gehalt, das für die Miete erforderlich ist. Es ist wichtig zu beachten, dass diese Preise widerspiegeln, was ein neuer Mieter heute auf der Suche nach einer Wohnung in Berlin finden würde – Altverträge sind nicht berücksichtigt:

Berlin Stadtteile Mietkosten 2019
Berlin Stadtteile Mietkosten von Neuvermietungen 2019

In Berlin ist Friedrichshain mit 16,85 Euro pro Quadratmeter das teuerste Stadtviertel in Bezug auf Single-Wohnungen, während die Gegend um Moabit, Tiergarten und Hansaviertel mit 16,95 Euro pro Quadratmeter die teuersten Familienwohnungen aufweist. Diese Wohngegend erfordert ebenfalls das höchste Gehalt (Durchschnitt von Single-Wohnungen und Familienwohnungen). Berlin ist die zwölftgünstigste Stadt im Index, allerdings weisen bestimmte Stadtteile, aufgrund der Popularität, exponentiell steigende Mietpreise auf. Historisch teure Stadtteile im ehemaligen West-Berlin wie Charlottenburg werden dabei in Preis und Popularität von den zunehmend gentrifizierten ehemaligen Ost-Berliner Bezirken wie Prenzlauer Berg und Friedrichshain überholt, so ist eine Single-Wohnung in Friedrichshain beispielsweise 38,98% teurer als der Median-Preis in Berlin.

In Bezug auf die relative Erschwinglichkeit ist Berlin eine der bezahlbarsten Städte im Index, was das erforderliche Gehalt für die Zahlung der Miete angeht. Um die Monatsmiete im teuersten Stadtteil für eine Single-Wohnung finanzieren zu können, müsste eine Person 95 Stunden lang für den Mindestlohn arbeiten, was machbar ist, aber viel Arbeit bedeutet. Man vergleiche dies mit Paris, wo jemand, mit einem Gehalt auf Basis des Mindestlohns, 153 Stunden Arbeit aufwenden müsste, nur um eine Monatsmiete im günstigsten Viertel von Paris zahlen zu können. So gesehen ist Berlin für eine Hauptstadt recht preiswert.

Weltweiter Vergleich

Die folgende Tabelle zeigt eine Stichprobe der Ergebnisse für die 20 teuersten Viertel im Index geordnet nach dem erforderlichen Monatsgehalt (Durchschnitt des für eine Single- und eine Familienwohnung erforderlichen Gehalts):

Orte Weltweit Mietkosten 2019
Orte Weltweit Mietkosten 2019 von Neuvermietungen

Legende:

Single-Wohnung: Die Definition und Größe einer Single-Wohnung hängt vom jeweiligen Land und der jeweiligen Stadt ab. Die durchschnittliche Größe einer Wohnung ist in den meisten Fällen 50 m² (+-10 m²). Ausnahmen Seoul (110 m²) und Shanghai (75 m²)

Familien-Wohnung: Die Definition und Größe einer Familien-Wohnung hängt vom jeweiligen Land und der jeweiligen Stadt ab. Die durchschnittliche Größe einer Wohnung ist in den meisten Fällen 105 m² (+-15 m²). Ausnahmen Seoul (170 m²) und Shanghai (125 m²)

Median Miete/m²: Der Median der Miete pro m². Die Werte reflektierten die aktuellen Marktpreise. Die Daten stammen von mehr als 30 verschiedenen Webseiten mit Wohnungsangeboten.

Monatliches Gehalt, das für die Finanzierung der Wohnung erforderlich ist. Wir verwenden die Definition des Statistischen Dienstes der Vereinigten Staaten, um die Erschwinglichkeit zu bezeichnen. Diese Definition entwickelte sich aus dem United States National Housing Act von 1937, wo 30 Prozent des Haushaltseinkommens als ein Betrag galt, den ein Haushalt für die Wohnungskosten aufwenden konnte, bevor dieser Haushalt als “belastet” galt. Die 30-Prozent-Marke wird seit 1981 verwendet. Weitere Informationen zu dieser Tatsache finden Sie in der nachfolgenden Quelle.

Monatlich erforderliches Gehalt = Miete pro m² * Durchschnittliche Wohnungsgröße der Stadt * 103

Quelle: Nestpick – Nachbarschaft Preisindex Berlin 2019

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