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Für Freunde der Dunkelheit – Die Sonderausstellung „Die Nacht“

Was haben Wildschweine, Albträume, Sternenkarten und Spätis gemeinsam? Das erfahrt ihr in der Ausstellung „Die Nacht. Alles außer Schlaf“ im Museum für Kommunikation.

Normalerweise stehen im Museum in der Leipziger Straße vor allem Errungenschaften im Vordergrund, die die Kommunikation erleichtern, aber in der Sonderausstellung geht es nicht nur um Kommunikation. Den Besucher erwarten verschiedene Aspekte der Nacht, die wissenschaftliche Disziplinen vermischen. Vom Naturreich geht es zum Nachthimmel und von da aus ins Reich der Mythen. Fast die gesamte Ausstellung liegt im Halbdunkel und macht trotzdem nicht müde. Sie beleuchtet das Nachtleben nicht nur von den guten Seiten: Obdachlosigkeit und Prostitution sind Themen, die ebenso zur Nacht gehören, wie das Partyleben in den 20ern und in den heutigen Clubs. In die kommt zumindest in der Ausstellung jeder ohne Gesichtskontrolle herein. Nach Einblicken in die Auswirkungen der dunklen Tageszeit auf die Mode und Kunst zeigt der letzte Bereich, wie der Mensch die Dunkelheit und die Nacht überwindet – und das nicht immer nur zu seinem eigenen Vorteil. Wer möchte schon freiwillig nachts arbeiten?

Bestiarium mit Rundumblick
Unheimliches bei Nacht im Bestiarium

In der Ausstellung wechseln sich Exponate mit Texten ab, es gibt kleine Stationen, um selbst Licht in manch Dunkles, Unerklärbares zu bringen und auch der kurzweilige Rückgriff auf Videos oder Musik fehlt nicht. Besonders gefallen hat mir das Ambiente, es ist nicht stockduster, aber doch dem Thema angemessen lichtkarg. In den einzelnen Räumen findet jeder sein persönliches Highlight. Meine waren das Bestiarium, in dem sich je nach Farbe auch die Szenen änderten und die detailreiche Nachbildung eines Spätis. Der Eintritt mit 5 Euro ist vernünftig, zumal alle anderen Ausstellungen dem Besucher auch offen stehen. Wer gemütlich durch die Sonderausstellung flaniert und alles ausprobiert, plant am besten so zwei Stunden ein. Eine besondere Herangehensweise und Empfehlung meinerseits sind die Glühwürmchen-Führungen. Sie sind im Eintrittspreis inbegriffen und sind unter der Bezeichnung „Führung(en) hinters Licht“ buchbar. Für 2017 sind sie allerdings schon ausgebucht. Entweder man versucht sein Glück an der Abendkasse oder plant schon für 2018. Per Audioguide und Glühwürmchen führt diese Tour durch die Ausstellung. Das geschieht auf eine sehr unterhaltsame Weise mit kleinen musikalischen Einspielern und geradezu meisterhaften Tanzvorführungen der Glühwürmchen. Wer sich für diese kleinen leuchtenden Insekten begeistert, darf diese Tour auf keinen Fall verpassen. Aber auch alle anderen, die gerne Wissen mit einer Prise Humor und Spaß verbinden, sind bei dieser Führung richtig.

Führung durch die Ausstellung "Nacht"
Führung mit Glühwürmchen

Link: Museum für Kommunikation Berlin

About Sabine

In Brandenburg aufgewachsen und während des Studiums nach Berlin gekommen. Auf dem zweiten Blick in die Hauptstadt und die vielen spannenden Orte und Menschen verliebt.

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