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Der Sandmann im Thälmann-Park und andere Geschichten über Pankow

Heimatmuseen bieten meist keine Monets oder sensationellen historischen Funde. Dafür sind die Besuche entspannt, kostengünstig und mit einer Prise Lokalkolorit. Im Museum Pankow in der Prenzlauer Allee gibt es Einblicke in die Geschichte des Prenzlauer Bergs.

Das Museum Pankow hat drei Standorte. Der Hauptstandort ist in einer ehemaligen Schule an der Prenzlauer Allee. Wer schon länger in Pankow lebt, kennt die Schule noch in Betrieb. Sie schloss 1997 aufgrund fehlender Schülerzahlen. Das kann man sich heute in Berlin eigentlich gar nicht mehr vorstellen. Im Gebäude sind neben dem Museum noch die Volkshochschule und die Stadtteilbibliothek untergebracht. Die Dauerausstellungen befinden sich in den Räumen und im Flur des ersten Stocks. Im Flur gibt es Einblicke zu der Geschichte der Schule, zur Geschichte der jüdischen Schule in der Rykestraße und Fotos unter dem Motto „Zeitbilder“. Die Fotos wirken wie Vorher-Nachher-Bilder und zeigen Orte in Pankow nach dem Krieg bis in die 90er hinein. Das ist besonders spannend für diejenigen, die täglich an diesen Orten vorbeikommen. In den Räumen gibt es dann die Ausstellung „Gegenentwürfe“ zu sehen. Sie zeigt die Entwicklung des Prenzlauer Bergs vor, während und nach dem Mauerfall. Die Schwerpunkte liegen dabei auf der Oderberger Straße, dem Helmholtzplatz, der Greifswalder Straße und der Gethsemanekirche. Jedem Schwerpunkt ist eine Säule mit Texten, Bildern und Ausstellungsstücken gewidmet.

Ausstellung Gegenentwürfe

Die Ausstellung ist zwar übersichtlich und bezieht nicht die aktuellsten Entwicklungen ein, bereitet die Informationen aber bildlich und charmant auf. Am Ende der Ausstellung gibt es einen kleinen Kinobereich. Kurze Dokumentationen zeigen Zeitzeugen und eben auch, wie das Sandmännchen den Thälmann-Park, das Prestigeprojekt der sozialistischen Stadtplanung schlechthin, besucht. Anschließend bleibt nach dem Ausstellungsbesuch noch Zeit, den freundlichen Mitarbeitern Fragen zu stellen oder die Ausstellung in der Turnhalle zu besichtigen. Was mir fehlte, war ein Blick in die früheste Geschichte des Prenzlauer Bergs. Wie passend, dass eine neue Ausstellung zum Thema Urbanisierung im 19. Jahrhundert in Vorbereitung ist. Auch die anderen beiden Standorte des Museums bieten Einblicke in die Geschichte Pankows. In der Dunckerstraße steht das Thema Wohnen um 1900 im Zentrum und in der Heynstraße gibt es bürgerliche Repräsentationsräume zu besichtigen. Wer sich also mehr für ältere Geschichte interessiert, sollte vielleicht zuerst mit diesen Standorten anfangen. Wie gut und sehenswert diese beiden Standorte sind, kann ich noch nicht beurteilen. Am Standort Prenzlauer Allee lohnt sich noch ein Abstecher in die Turnhalle. Keine Sorge, der ursprüngliche Zweck ist in dieser Halle weder zu sehen, noch zu erschnuppern. Momentan sind dort Projekte der Kunsthochschule Weißensee zu Gast. Ab dem 3. November gibt es das Fotoprojekt „Berlin – Palermo“ zu entdecken.

Mein Fazit: Der Besuch des Pankow Museum lohnt sich für alle Zugezogenen, Alteingesessene und Touristen, die mehr über den Bezirk erfahren wollen. Das Spannende sind die zusätzlich wechselnden Ausstellungen, sodass es alle paar Monate Neues zu entdecken gibt. Ein weiterer Pluspunkt ist, dass dieses Angebot kostenfrei für alle Interessierten zur Verfügung steht.

Link: Museum Pankow

About Sabine

In Brandenburg aufgewachsen und während des Studiums nach Berlin gekommen. Auf dem zweiten Blick in die Hauptstadt und die vielen spannenden Orte und Menschen verliebt.

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