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Babylon Berlin – So war der Start

Achtung! Spoiler-Warnung! In folgendem Text werden Inhalte der Serie erzählt. Wer bis zum Ausstrahlen in der ARD nichts wissen will, sollte nicht weiterlesen!!

Lang erwartet und groß angekündigt, wurden am letzten Freitag nun die ersten beiden Folgen von „Babylon Berlin“ beim Bezahlsender Sky ausgestrahlt.

Noch während die Folgen liefen twitterte ein Herr Stephan F.: „Gleich kommt die Szene, in der sie anfangen, den #BER zu bauen“

Die Deutschen können ihre eigenen Serienproduktionen immer noch nicht ernst nehmen, verlieren aber glücklicherweise den Humor nicht. Dabei hat Babylon Berlin die besten Voraussetzungen andere Maßstäbe zu setzen, angefangen vom noch nie dagewesen Budget bis hin zu dem erfahrenen Regie/Autoren-Trio: Tom Tykwer, Henk Handloegten und Achim von Borries.

Für Regisseur Achim von Borries gibt es einen klaren Protagonisten in der Serie: „Die Stadt Berlin steht ganz klar im Mittelpunkt unserer Serie. 1929 war Berlin international, magisch, eine kosmopolitische Hauptstadt, die alle Welt anzog.“

Hat das funktioniert?

Zugegeben, es ist schon spannend Berlin in den 20er Jahren zu sehen. Man hat sich Mühe gegeben an Originalschauplätzen zu drehen: Alexanderplatz, Museumsinsel, Hermannplatz. Die Straßenszenen sind, das ist bekannt, in den neu erbauten 4 Straßenzügen der Berliner Strasse auf dem Filmgelände Babelsberg entstanden, wo Charlottenburg und Wedding Tür an Tür in Pappmache liegen. Leider sieht man das. Man sieht es immer, wenn Szenen in Babelsberg gedreht wurden, genauso sieht man den Einsatz von VFX in der Postproduktion. Es geht nicht mehr ohne digitale Extension, aber wenn der Zuschauer es merkt, ist das schade. Man merkt auch, dass da drei Regisseure am Werk waren, manchmal wirken die Szenen starr, ja fast wie bei einem Kammerspiel, dann wiederum sind sie fließend und in Bewegung und die Perspektive auf das Geschehen oder eine Figur ändert sich. Erstaunlich wie sich die Schauspieler an diesen Perspektivenwechsel anpassen können.

Damit kommen wir schon zu den Pluspunkten, die es auf jeden Fall gibt und die die Serie dann doch sehenswert macht. Allem voran die defensive Besetzung, die Gesichter zeigt, die zwar bekannt sind, aber auch nicht überall und permanent zu sehen sind. Volker Bruchs zurückhaltende und Liv Lisa Fries´unbekümmerte Spielweise sind ein angenehmer roter Faden durch die Geschichte des Kriminalermittlers Gereon Rath im Berlin der 20er Jahre, nach dem Roman „Der nasse Fisch“ von Volker Kutscher. In vielen kleinen und großen Haupt,-und Nebenrollen tauchen immer mal wieder bekannte Schauspieler auf, wie Lars Eidinger, Hanna Herzsprung, Fritzi Haberlandt, Christian Friedel uvm., aber auch ganz junge, frische Gesichter,wie z.B. Anton von Lucke als Stefan Jänicke(Polizeimitarbeiter), den man sich merken sollte.

Ein weiterer Bonus ist die Filmmusik, die sich an die Instrumentierung von damals hält, aber mit ihren Kompositionen Hits für´s Heute produzieren kann und wird.

Und nicht zuletzt ist es die Story, die sich sehr langsam aufbaut und mal nicht völlig absurd daher kommt, sondern wirklich so passiert sein könnte. Gereon Rath ist kein Superheld, bei einer Verfolgung über den Dächern von Berlin strauchelt er beim Balancieren und verliert seine Waffe, er ist ein Mensch, traumatisiert von der Vergangenheit und doch im Kampf für das Gute gegen die scheinbare Übermacht des organisierten Verbrechens in Berlin. In einer Stadt, die tatsächlich niemals schläft-eigentlich pulsiert sie nachts am schnellsten. Ein Hightlight ist die Tanzszene im Ballsaal des Moka Efti am Ende der zweiten Staffel, in der nicht nur musikalsisch, sondern auch narrativ so viel erzählt wird.

Es könnte spannend werden.

Für die Berliner und die, die es interessiert, hier die Berlin-Karte zu den Schauplätzen von Babylon Berlin: http://www.sky.de/serien/babylon-berlin/karte-berlin-1930-151272?wkz=WXFZL9

Fotos: Pressefreigaben Babylon Berlin
Zitate des Regisseurs: Pressetext/Pressekonferenz Babylon Berlin

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