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Von der Berlinale 2017 ins Kino

Das war es schon wieder. Der rote Teppich der Berlinale wird eingerollt und gut verwahrt bis zum nächsten Jahr. Die 10 Tage im Februar unter den schützenden Tatzen des Berlinale-Bärens haben Glanz und Licht in die sonst so trübe Jahreszeit gebracht, obwohl wir uns dieses Jahr gar nicht beschweren können, es waren ja sogar ein paar sonnige Tage dabei.

Vielleicht hat das der ein oder andere gar nicht mitbekommen, weil er die meiste Zeit  im Kinosaal verbracht hat. Der große Teil der mehr 400 Filme werden es wohl leider nie in die Kinos schaffen, obwohl sich das lohnen würde. EinigeFilme aber werden wir in den nächsten Wochen und Monaten im Kino sehen können. Diese gehören dazu:

Call me by your name

Mein Highlight dieser Berlinale ist dieser sensible, intensive Liebesfilm in sommerlicher Idylle Norditaliens. Der 17jährige Elio verbringt den Sommer auf dem Landsitz der Eltern, wie sie Teenager in den frühen 80ern verbringen, mit Freunden, Büchern, Musik. Eines Tages taucht Oliver, der junge Assistent seines Vaters auf, um für archäologisch-wissenschaftliche Arbeiten einige Zeit Gast des Hauses zu sein. Auf gemeinsamen, harmlosen Ausflügen lernen die beiden sich näher kennen und Elio bemerkt, dass da noch mehr ist, als nur Sympathie. Selten wurde die erste große Liebe so einfühlsam und schön erzählt. Sehenswert!!

Call me by your name

 

Wilde Maus

Josef Hader spielt den gefeuerten und frustrierten Musikjournalist Gerd. Anstatt sich nach einem neuen Job umzuschauen, täuscht er seine Frau vor, er arbeite noch,  verfällt  in absurde Rache-Aktionen gegenüber seinem Chef und hilft beim Aufbau des Rummelfahrgeschäftes „Wilde Maus“. Am Ende bringt aller Aktionismus nichts, er weiß nicht mehr weiter und  will am Ende nicht mehr leben. Was so dramatisch klingt, ist eine schwarze Komödie mit schönen Bildern von Wien, verschneiten  Winterlandschaften und vielen Momenten zum Lachen. Lustig-leichtes Popcorn-Kino. Mit einem Soundtrack von Mozart bis Bilderbuch.

Wilde Maus

Maudie

Maudie ist eine schwer an Arthritis erkrankte junge Frau, die aufgrund ihrer Erkrankung Probleme mit den einfachsten Bewegungen hat. Die Familie wendet sich von ihr ab und entmündigt sie. Verzweifelt auf der Suche nach einem eigenständigen Leben nimmt sie einen Job bei dem mürrischen Fischer Everitt Lewis an, die in ihr anfangs nur eine drittklassige Arbeitskraft, später aber auch die starke Frau sieht. Sie lässt sich ihr oft belächeltes Hobby nicht nehmen – das Malen. Durch eine Dame aus New York werden die farbenfrohen Bilder öffentlich und Maudie bekannt  im ganzen Land. Berührende Beziehungsgeschichte zwischen zwei von der Gesellschaft benachteiligten Menschen, die sich gegenseitig halten lernen mit großartiger Schauspielleistung von Sally Hawkins und Ethan Hawke.

T2 Trainspotting

Es wurde oft betont, dass T2 Trainspotting als ganz eigener Film funktioniert, aber es ist wie es ist – nämlich die Fortsetzung von dem Kultfilm „Trainspotting“ aus dem Jahre 1996. Immer wieder gibt es Rückblenden und versteckte oder offensichtliche Anspielungen an den Film von damals. Die Handlung löst auf, was Renton mit den 16.000 Pfund gemacht hat, um die er seine Freunde vor 20 Jahren betrogen hat und stürzt sich wieder ins Drogen und dieses Mal auch noch ins Zuhältermilieu. Der Film ist für Leute, die den ersten Trainspotting-Film von damals gesehen oder zumindest davon gehört haben und die sich, wie die Figuren im Film, gegen das Erwachsensein sträuben. Der Soundtrack, eine der wichtigsten Komponenten für den Erfolg,  kann nicht ganz mit dem vom ersten Teil mithalten, ist aber immer noch wichtig und hörenswert.

T2 Trainspotting

Der junge Karl Marx

Der Film beginnt 1844 und erzählt, wie der junge ständig verschuldete Karl Marx den so ungleichen Fabrikbesitzersohn Friedrich Engels kennenlernt und wie aus den beiden so unterschiedlichen Charakteren und Marx´Frau Jenny eine enge Freundschaft entsteht. Sie verbindet der Kampf gegen die Ungerechtigkeit in der Gesellschaft, der in Zeiten der industriellen Revolution immer deutlicher wird. In endlos scheinenden Debatten wird für ihre Position gestritten. Wenn man die gute Besetzung liest, (August Diehl, Stefan Konarske) denkt man, da kann eigentlich gar nichts schief gehen. Doch der Film hat durch das viele Gerede Längen, die für den Zuschauer anstrengend sind und obwohl immer wieder von den Darstellern versucht wird, den Figuren menschliche Züge zu verleihen, entsteht keine wirkliche Nähe. Das Beste ist (leider) der Abspann, der mit Musik von Bob Dylan unterlegt, die Folgen des Kapitalismus in der heutigen Zeit zeigt und klar macht, dass die Thematik aktueller ist denn je.

Der junge Karl Marx

alle Fotos: Pressefreigaben der Berlinale

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