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Buchbesprechung: Berlin 151

Berlin: „die Stadt im ewigen Aufbruch, ihre Orte und Menschen in 151 Momentaufnahmen“ – so verspricht es das Cover dieses Berlinführers. Auf 285 Seiten hat der Autor Volker Häring, selbst zugezogener Berliner, kleine Berlingeschichten, -besonderheiten und Sehenswürdigkeiten zusammen getragen. Von A wie Adlon geht es über das ganze Alphabet hin bis zu Z wie Zehlendorf.

Hier mal ein kleiner Auszug, was euch so erwartet:

Während das 1907 eröffnete Hotel Adlon durch seine prominente Lage am Brandenburger Tor fast jedem Berlin-Touristen bekannt sein sollte, das Alexa am Fernsehturm kaum zu übersehen ist und das Ampelmännchen als DER Werbebotschafter schlechthin der Hauptstadt zählt, ist der Bierpinsel, wie das Turmrestaurant Steglitz im Volksmund genannt wird, schon nicht mehr unbedingt jedem Touristen bekannt (und ist in diesem Buch unter „Bausünden“ zu finden). Weiter geht’s – natürlich – mit der Berliner Mauer, aber auch der Berliner Luft Luft Luft, dem Berliner Licht und den Berliner Bienen wird ein eigenes Kapitel gewidmet. Historisch wird’s mit dem Checkpoint Charlie, für jeden US-Touristen wohl Pflichtprogramm. „Crafting“ ist dann wohl den wenigsten geläufig – so viel sei verraten, was „gecraftet“ ist, hat es in sich 😉

Im Kapitel „Durchschnitt“ gibt’s jede Menge Statistiken zu Berlin – wie etwa die Berliner Durchschnittsgröße und -gewicht (ratet doch mal), Scheidungen und Ehen, Anzahl der Männer, Frauen und Hunde, Anteil der Raucher und Kinobesuche. Unter „E“ erfährt der Leser von der Lieblings-Eisdiele des Autors, „F“ ist mit der Friedrichstraße und Friedrichshain prominent vertreten. Wer schon mal zu Fuß in der Nähe des S-Bahnhofs Tiergarten durch selbigen spaziert ist, wird vielleicht die Gaslaternen bemerkt haben, „geliebtes Relikt aus Kaisers Zeiten“. Zum Bummeln lädt auch der Park am Gleisdreieck ein oder der Grundwald – 2015 immerhin zum „Waldgebiet des Jahres“ gekürt. Im Hansaviertel können Architekturfans den Spuren von Walter Gropius folgen, wesentlich rundere Formen bietet die schwangere Auster, wie das Haus der Kulturen der Welt an der Spree von den Berlinern genannt wird. Diesen Spitznamen kenne ich natürlich schon längst, wohingegen das „Raumschiff Enterprise“ von Berlin für mich völlig neu war. Jetzt dürft ihr raten, auf Auflösung gibt es weiter unten 😉

Da es das K schon im Namen trägt, darf das KaDeWe natürlich nicht fehlen, vom Restaurant hoch oben habt ihr einen schönen Blick auf den umliegenden Trubel am Ku’damm. Den Blick nach oben lenken müsst ihr, um die „Kork Invaders“ zu finden. Wer selbst an der Verbreitung der kleinen Männchen mitwirken möchte, findet in dem Buch eine kleine Bastel-Anleitung. Die „Linie 1″ hautnah miterleben könnt ihr auf einer Fahrt quer durch Kreuzberg oder auch im Grips Theater. Bei M könnt ihr euch u.a. zwischen Mitte, Marzahn und Moabit entscheiden, mit Potsdam geht es dann wiederum etwas raus aus Berlin.

Die Quadriga schließt den Kreis zum Brandenburger Tor und steht in direkter Nachbarschaft zum Reichstag. Wer hoch hinauf in die Kuppel möchte, sollte sich genug Zeit zum Anstehen einplanen, lange Schlagen sind hier keine Seltenheit. Auch ganz in der Nähe befindet sich die Siegessäule – kleiner Tipp: von oben hat man auch einen schönen Blick und muss bei weitem nicht so lange anstehen. Weit gucken kann man auch auf dem Tempelhofer Feld – aber endlich mal ohne Hochhäuser zwischendrin, die einem die Sicht versperren. Vielmehr ist hier spazieren, skaten, grillen und relaxen angesagt. Weitaus hektischer und wesentlich touristischer geht es Unter den Linden zu, während der Zoo auf einen neuen tierischen Star wartet, nachdem Eisbär Knut für einen Besucheransturm gesorgt hat.

Natürlich hat Berlin noch viel mehr zu bieten, als in diesem Buch von A bis Z aufgezählt wird. Aber für einen Berlin-Neuling bieten die 151 Kapitel schon mal eine gute erste kleine „Starthilfe“. Erfahrene Berlin-Reisende werden hier eher nicht so viel neues finden. Erschienen ist „Berlin 151“ im Oktober 2016 im Conbook Verlag und für 14,95 EUR zu haben. Mehr auch unter 1-5-1.de bzw. direkt beim Verlag.

PS: Und hier noch die Auflösung des kleinen Rätsels um das „Raumschiff Enterprise“: gemeint ist der „Weltraumbahnhof“ ICC.

About sunnykat

War 4 Jahre lang "Berliner" - im Moment hat es mich ins Rheinland verschlagen. Aber mein Herz geht immer noch auf, wenn ich nach Berlin komme! :-)

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