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Ein bunter Herbstabend im Chamäleon mit dem Cirkus Cirkör

Das Chamäleon im Herzen von Berlin, genauer gesagt in den Hackeschen Höfen, hat sich dem „Neuen“ Zirkus verschrieben. Vor nicht allzu langer Zeit gab es noch eine Trennung – der große „normale“ Zirkus hat ein großes Zirkuszelt und das Ensemble geht auf Wanderschaft, neben artistischen Darbietungen gab es oftmals auch ein Tierprogramm. Der kleine Bruder des Zirkus, zumindest in Deutschland war/ist das Varieté, eine Abfolge von artistischen Einzelnummern und in der Regel waren keine Tiere involviert (Ausnahmen wären Kaninchen oder weiße Taube, welche aus dem Zylinder gezaubert werden).

Underart (Cirkus Cirkör) im Chamäleon Berlin
Underart (Cirkus Cirkör) im Chamäleon Berlin

Einen neuen Standard in Sachen Zirkus hat das globale Ensemble „Circus de Soleil“ gesetzt, ein paar Nummern kleiner dafür intimer, so kann man sich den Ansatz von Chamäleon vorstellen. Dies wird auch beim neuen Chamäleon-Programm „Underart“ aus dem Hause Cirus Cirkör offensichtlich, was aktuell im Spielbetrieb ist. Die Zirkuskompanie (Cirus Cirkör) sind ein gemischtes Ensemble, beheimatet im schönen Schweden-Ländle und präsentieren ein harmonisches modernes Gesamtprogramm aus Akrobatik, Tanz, Musik und Schauspiel. Zudem befinden sich die Akteure zumeist alle aktiv auf der Bühne auch wenn gerade eine Einzel- oder Zweieraktion im Vordergrund steht. Somit steht die Gruppendynamik mehr im Vordergrund als der einzelne Akteur, das ist auch schon anzusehen.

Der Untertitel vom neuen Stück „Underart“ lautet „Ode to a Crash Landing“ auf gut deutsch eine „Ode an die Bruchlandung“. Tatsächlich liegt dem Stück eine wahre Begebenheit des Regisseurs zu Grunde, welcher 2005 bei einem Dreifachsalto schwer verunglückte mit Lähmungsfolge. Über viele Rehamaßnahmen und eisernen Willen konnte er aber wieder vollständig genesen. Inspiriert durch die Geschichte, zeigen die fünf Artisten und zwei Musiker eine audiovisuelle Umsetzung vom Fallen und Wieder Aufstehen im Leben. Das fängt schon mit der Eingangsszene an, viele klirrende Elemente bis hin zum Ende dann geht es mit dem Kopf ins … (Auflösung gibt es vor Ort). Zwischendurch geht es wahrlich hoch hinaus sowie drunter und drüber, einfach eine große bunte Wundertüte aus der menschlichen Akrobatik umspielt mit vielerlei Gimmicks. Untermalt wird es mit handwerklich gut gemachter Livemusik, mit Melodien und Vocals. Erste Eindrücke lassen sich am besten im folgenden Video (Making Of – Hinter den Kulissen / Entstehungsgeschichte) und in der unten angehängten Bildergalerie einfangen.

Als Fazit lässt sich folgendes mitnehmen, es geht im Leben immer weiter trotz (gewünschter) Höhen und (unvermeidbaren) Tiefen. Somit sei allen Gästen einfach ein schöner Abend zum Träumen – zur Reflektion oder einfach mal zum Abschalten –  gewünscht, es lohnt sich. Apropos Schweden und im Allgemeinen für alle Skandinavien-Fans: stilecht zu so einem nordischen modernen Zirkus-Programm, sei für alle Auswärtigen ein nordisches Hotel wie das Scandic am Potsdamer Platz oder am Kurfürstendamm empfohlen, dort grüßt auch der sonst so scheue Elch.

Spielzeit vom 03.09.2016 – 19.02.2017, empfohlen ab 12 Jahre.

Alle Bilder – Pressefreigaben vom Chamäleon Theater Berlin

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Komme aus der Provinz und seit 1999 Berliner! Mich interessiert hauptsächlich Geschichtliches und Kreatives aus der Metropole Deutschlands.

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One comment

  1. Ein scöner Artikel! Weiter so …

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