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Lange Nacht der Startups 2016

Die „Lange Nacht der Startups 2016“ in Berlin ist mit 4.000 Teilnehmern das größte europäische Startup-Event. In der Nacht vom 3. zum 4. September 2016 plaudert und feiert die internationale Gründerszene gemeinsam mit Investoren und allen, die sich für die dynamische Startup-Szene interessieren (Eintritt 10 Euro). Zentraler Veranstaltungsort der Startup Night ist die Hauptstadtrepräsentanz der Deutschen Telekom im schönen Altbau des ehemaligen Kaiserlichen Telegrafenamts in der Französischen Straße in Berlin-Mitte.

Da die „Lange Nacht der Startups“ seit ihrer Premiere 2013 massiv gewachsen ist, ergänzen die Digital Eatery von Microsoft, das Drive Volkswagen Group Forum (beide Unter den Linden) sowie das prächtige Atrium der Deutschen Bank vis-á-vis in der Charlottenstraße als weitere Veranstaltungsorte dieses große Happening der Jungunternehmer. Neben Diskussionsrunden, Pitch-Wettbewerben und interaktiven Workshops bilden die Messestände von 210 Startups den Kern der Startup Night. Hier präsentieren die Neugründungen aus Bereichen wie Mobility, Fintech, Energie, Fototechnik, Reise und Ernährung ihre Ideen und Produkte wie auf einer Messe an den vier Standorten, die nur wenige Gehminuten voneinander entfernt sind.

Lange Nacht der Startups 2016
Lange Nacht der Startups 2016

„Wohnungssuche ist sehr zeitaufwendig“, sagt Michael Kiefer, Geschäftsführer des Startups Mietercasting.de. „Wir revolutionieren die Wohnungssuche, indem wir den bisher üblichen Prozess mit seinen langen Vorlaufzeiten umdrehen und das mit unserer App umsetzen. Wohnungssuchende brauchen nur einmal ein Bewerberprofil zu erstellen, anstatt sich jedes Mal neu zu bewerben.“ Dieses Suchprofil wird den passenden Vermietern, die nur die Eckdaten ihrer Wohnung eingeben müssen, vorgeschlagen. Ein Algorithmus ermittelt die passenden Matches. „So sparen auch die Vermieter enorm viel Zeit, da Massenbesichtigungen oder unzählige Anfragen für ein Objekt überflüssig werden“, verspricht Michael Kiefer. „Seit der Einführung des Bestellerprinzips für Makler boomt unsere App. Wir haben bereits 40.000 Anwender. Mit uns finden Mieter einfacher die passende Wohnung und Vermieter ihren optimalen Wunschmieter.“

„Mobilität ist für Menschen, die an den Rollstuhl gebunden sind, besonders wichtig“, sagt Ladislav Brazdil, der Geschäftsfürher des Startups Elbee. „Daher haben wir ein kleines Auto entwickelt, welches direkt vom Rollstuhl aus gelenkt wird. Es gibt kein umständliches Einsteigen in das Fahrzeug und auch das lästige Falten und Verbringen des Rollstuhles in den Kofferraum entfallen.“ Der kleine Flitzer von Elbee sieht fast aus wie ein Smart mit einer hochklappbaren Fronttür. Mit einer Fernbedienung wird diese geöffnet, gleichzeitig fährt eine automatische Rampe aus. Beim Ein- und Aussteigen braucht der Rollstuhlfahrer keine Assistenz einer weiteren Person und kann unabhängig reisen. So viel Erfindergeist macht die „Lange Nacht der Startups“ zu einer spannenden Entdeckungstour.

„Videobewerbungen per App sind das Medium der Zukunft beim Recruiting“, erklärt Thomas Paucker, Geschäftsführer des Startups Job-Ufo. „Vor allem junge Menschen haben mit althergebrachten Bewerbungsunterlagen wenig am Hut, nutzen aber ganz selbstverständlich die Videofunktion ihres Smartphones.“ Daher nutzen jetzt Unternehmen das Angebot von Job-Ufo beim Recruiting von Auszubildenden. Mit der App nehmen Bewerber kurze 30-Sekunden-Videos auf, um einen ersten Eindruck mit diesem sprechenden Bewerbungsfoto bei Unternehmen zu hinterlassen. „Dieser erste Eindruck unterstützt die Personalauswahl“, ist sich Thomas Paucker sicher. „So können die Persönlichkeit, die soziale Kompetenz sowie sprachliche Fähigkeiten frühzeitig eingeschätzt werden. Das hilft besonders in Dienstleistungsberufen mit direktem Kundenkontakt wie Gastronomie, Hotellerie und Einzelhandel.“ So erhalten Unternehmen eine gute Grundlage um zu entscheiden, welche Bewerber zum Gespräch eingeladen werden.

Es macht Spaß, bei der „Langen Nacht der Startups“ mit den mutigen Gründern ins Gespräch zu kommen. Optimistische Jungunternehmer, die mit ihren Ideen die Welt erobern möchten, passen gut in unsere Stadt. Die Berliner Startup-Szene ist international aufgestellt, kreative Gründer aus allen fünf Kontinenten arbeiten hier an ihren Innovationen. Berlin ist Deutschlands wichtigster Startup-Hub und spielt in der europäischen Liga ganz weit oben mit. Die thematische Mischung der Startup Night ist gut gelungen, denn es sind Nachwuchsunternehmen aus ganz unterschiedlichen Branchen dabei. Wer jetzt schon live erleben möchte, wie die Wirtschaft von morgen funktioniert, findet hier spannende Gesprächspartner.

Text und Fotos: Stefan Schnoor

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About Stefan Schnoor

Stefan Schnoor ist gebürtiger Berliner, lebt in einem schönen Altbau in Kreuzberg, arbeitet professionell als Texter für Marketingkommunikation und bloggt hier über Startups, Wirtschaft, Kultur, Entertainment, Brandenburg-Touren und spannende Entdeckungen in der wunderbaren Metropole Berlin.

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4 comments

  1. Da sind ja einige lustige Start-Ups am Start gewesen.
    Mieter per App vorauszuwählen klingt für mich erstmal gruselig. Wo bleibt denn da der Spaß? 🙂
    Aber die Atmosphäre muss der Hit sein bei einem solchen Event. Alle voller Tatendrang, Adrenalin und mit dem festen Willen erfolgreich zu werden. Klingt eigentlich klasse.

  2. Dieter Kretschmer

    Ich finde diesen Trend fragwürdig und gleichzeitig derbe interessant. Die jüngere Generation hat einfach keine Lust mehr auf unflexible Arbeitszeiten und schlechte work-life-balance. Ich denke dies ist auch mit einer der Hauptgründe, wieso die Startups aus dem Boden schießen.

    Was viele dabei leider vergessen ist, dass man dafür oft noch mehr arbeiten muss, als wenn man angestellt ist. Leider gibt es viel zu viele Internet-Möchtegern-Unternehmer, die der Generation vorgaukeln wie einfach das langfristig das doch alles ist. In Zeiten von Google Adwords (Wo Menschen Produkte bewerben, wo sie selber keine Ahnung von haben + Amazon FBA – wo sogar auch die letzten Menschen ohne Probleme ihren Lebensunterhalt bestreiten können spricht man heute schon von „Startup und Unternehmer“ :D…..

    Dennoch gibt es sehr sehr viele super Startup und ich hoffe, dass die Szene durch die oben genannten Leute nicht komplett kaputt geht. Jeder der als Investor tätig ist, weiß wieviel Bullshit es dabei gibt und das oft die wirklich guten darunter leiden.

    Dennoch ein wirklich schöner Beitrag – weiter so!

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