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Lollapalooza 2015 – Premiere in Berlin

Das war es also, das erste Lollapalooza in Europa, das erste in Berlin! Als Perry Farrell das Festival 1991 gegründet hatte, um dort hauptsächlich Alternative-Rock-Bands spielen zu lassen, war es ein rein amerikanisches Festival und bekam eine Bedeutung wie das Woodstock-Festival in den 60ern. Es wurde Kult. Mittlerweile gibt es ebenso erfolgreiche Ableger in Brasilien, Argentinien und Chile.

Auf die Frage, warum ausgerechnet Berlin für die Premiere des Lollapalooza ausgewählt wurde, soll Perry Farrell gesagt haben, weil Berlin es wollte. Es waren auch andere Städte, wie London, im Gespräch gewesen sein, aber Berlin hatte als Erstes deutlich ja gesagt. Und dann ging alles wie von selbst. Gut so Berlin, das ist ein Grund, warum ich diese Stadt so liebe! Einfach mal machen.

Lollapalooza

Ich holte mir eine Karte für den Sonntag, das Festival ging zwar schon ein Tag vorher los, aber das passte bei mir zeitlich nicht. Im Nachhinein sollte das eine gute Entscheidung gewesen sein, da es am Samstag noch einige Probleme mit dem Andrang an WC und lange Schlangen an den Essensständen gegeben haben soll. Das Problem wurde scheinbar über Nacht gelöst, ich jedenfalls habe davon nichts mitbekommen.

Also stand in voller Vorfreude mit meinem Ticket in der Hand vor dem Eingang am Tempelhofer Feld. Die Septembersonne strahlte herrlich, ein paar Drachen zogen am blauen Himmel vom Tempelhofer Feld ihre Kreise. Das Ticket musste man vorher online personalisieren und ein Guthaben aufladen, da alles auf dem Festivalgelände bargeldlos von statten ging.

Ich folgte den Pfeilen und den Rufen von Volunteren, die mit Megaphonen den Besuchern den Weg wiesen. Der Einlass erfolgte innerhalb von wenigen Minuten, freundlich und schnell, ein junger Mann,hielt mein Ticket unter den Scanner, legte mir ein rotes Bändchen mit Chip um das Handgelenk und begrüßte mich mit Namen: „Ich wünsche dir viel Spaß, Alexandra“. Eine Zehntelsekunde stutzte ich und überlegt, woher der meinen Namen weiß, dann wurde mir aber schnell klar, dass das personalisierte Ticket aus mir einen gläsernen Besucher machte.

Lollapalooza
Dann war ich plötzlich mittendrin und es fühlte sich tatsächlich in bisschen wir Woodstock an, oder wie das, was man ich mir darunter vorstellte. Alles war: bunt! Mädchen flochten Blumenkränze und malten Mandalas auf den Beton. Bunte Fahnen und Wimpel wehten im Wind, die Bühnen waren verschiedenfarbig, gelb, rot, lila…von überall gut sichtbar.

Ich fühlte mich ein bisschen wie Peter Pan in Nimmerland, doch der Eindruck täuschte, denn hier waren sehr wohl Erwachsene. Erwachsene, die ihren Kindern riesige neonfarbige Kopfhörer über die Köpfchen gestülpt hatten, damit das allgegenwärtige Wummern aus den Bässen ein wenig abgefedert wird. Trotzdem sollten sie dabei sein, die Kinder, und den Musikgeschmack der Eltern so früh wie möglich aufsaugen. Der Veranstalter war sich dieser Zielgruppe wohl sehr bewusst, es gab einen Kinderbereich-das KidsPalooza. Zwischen Zirkuszelt und Kinderbühne konnten sich die Kleinen bei Tischtennis, Basketball und Riesenseifenblasen vergnügen, an den Ständen gab es Crêpes und Bio-Limonade. Auf großen Schildern wurde darum gebeten, die Kleinen vorzulassen: Kids first!

So ein Amüsement gab es auch in der Erwachsenen-Variante-die FunFair. Kleinkünstler und Gaukler bespaßten die Leute vor der Bühne, die einfach nur die Umbaupausen auf den großen Bühnen überbrückten. Riesige Schaukeln luden zum Verweilen ein, später, im Mondschein findet hier auch eine Hand zur anderen. Ja, es ist kitschig, aber auch schön. Hauptsache spielte aber immer noch die fabelhafte Musik auf den vielen Bühnen. Eine feine Auswahl von Bands, die wirklich nahezu jeden Musikgeschmack von Alternative über Pop bis Elektro abdeckte –zumindest für Leute, die sich nicht nur von Mainstream-Mucke zudröhnen lassen, ist getroffen worden. Am Samstag spielten u.a. The Libertines, Macklemore&Ryan Lewis, Fatmoy Slim, Franz Ferdinand, Deichkind, am Sonntag u.a. Robin Schulz, Stereophonics, Belle&Sebastian, Beatsteaks, Seeed und-und Muse (Foto).

Der Platz vor allen Bühnen war ausreichend, sodass man sich nicht bedrängt fühlte. Irgendwer hatte da gut geplant. Der Konzerte begannen so, dass man mit etwas Geschick und Planung viele verschiedene Bands sehen konnte. Es gab eine kleine Anzahl von Sitzplätzen auf Tribünen und wenn man einen davon erwischte, hatte man einen atemberaubenden Blick auf die Menschenmenge vor der Bühne, die ihre Arme zu Tausenden in die Luft streckten um zu ihrer Musik abzugehen. Gegen Abend konnte man einen tollen Sonnenuntergang beobachten und dann tauchte das Geländer in ein farbenprächtiges Lichtermeer.

Es war ein gelungene Premiere-das Lollapalooza 2015 in Berlin.
Der Vorverkauf für 2016 läuft bereits unter:
lollapaloozade.com

Alle Fotos: Copyright beim Autor

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