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Buchbesprechung: Auf der Suche nach dem Nudossi-Äquator

… mit dem Untertitel „Karrierewege bekannter DDR-Marken bis heute“ vom Buchautor Erik Lindner ist uns heute in die Hände gefallen. Dieses Mal ist es kein Bildband oder Reiseführer, welcher uns in bekannte oder unbekannte Ecken von Berlin führt, es dreht sich um die DDR-Marken von früher und was aus diesen geworden ist, als Stichworte seien nur mal Rotkäppchen, Bautzener Senf oder Nudossi genannt.

Das Werk umfasst über 270 Seiten und startet mit einer Einführung in die Geschichte, was in der Jahren 1989/90 in der ehemaligen DDR so gesellschaftlich und speziell wirtschaftlich passiert ist. Dann geht es auch schon los mit der Marktwirtschaft, es gibt Messen, unzählige Läden und Online-Versender, welche sich an  dem DDR-Kult bedienen. Leider ist die klassische Zielgruppe schon über 50 Jahre, welche die Sozialisitische Republik noch gut in Erinnerung haben (mit all den guten und schlechten Seiten) und die werden halt auch nicht mehr. So bleibt der Konsum-Nachwuchs für diese Produkte immer mehr aus, das bedeutet für die Hersteller, neue Zielgruppen zu erschließen bzw. eine andere Marketingschiene fahren.

Auf der Suche nach dem Nudossi-Äquator (Cover)
Auf der Suche nach dem Nudossi-Äquator (Cover)

Die weiteren Buchkapitel behandeln den Werdegang u.a. folgender bekannter Genussgüter wie Leckermäulchen, Mühlhauser Pflaumenmus, Cabinet, Radeberger oder Alltagsgebrauchsgütern wie Florena, Fit, Spee oder Badusan. Technik und Schönes wie Meissner Porzellan darf natürlich auch nicht fehlen. Die Geschichte der einzelnen Produkte und dessen Hersteller – speziell nach der Wende – wird dabei jeweils ausführlich dargelegt und man ist als Leser überrascht wieviel Glück sowie Mut von Nöten war um als Marke zu überleben, letztendlich haben es nur wenige geschafft. Denn der Start nach der Wende war alles andere als einfach, denn die ehemaligen DDR-Bürger hatten damals „Hunger“ nach der bunten Warenwelt aus dem Westen.

Der Autor Erik Lindner hat ausführlich recherchiert – dass merkt man dem Werk spürbar an – für die Tiefe der Fakten. Die Geschichten lesen sich dafür leicht und locker, gewürzt mit einer Prise (schwarzen) Humor, ideal als Betthupferl (Empfehlung: ein Kapitel pro Tag). Mittendrin im Buch befinden sich ein paar bunte Bilder, leider nur 12 Seiten, davon hätte es zwischendrin ruhig mehr geben können. Rundherum ist das ein gelungendes lesenswertes Kompendium über eine fast vergessene Epoche und das nicht nur für Mitbürger mit Kinderheitserinnerungen. Das Werk ist erhältlich im gutsortierten Buchhandel oder direkt beim Murmann-Verlag.

  •  Titel: Auf der Suche nach dem Nudossi-Äquator. Karrierewege bekannter DDR-Marken bis heute (272 Seiten mit farbigen Abbildungen)
  • Autor: Erik Lindner
  • erschienen im Verlag: Murmann Verlag; 1. Auflage (10. März 2015)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN: 978-3867744225

Zum Autor Erik Lindner: Erik Lindner ist promovierter Historiker. Seine inhaltlichen Schwerpunkte sind deutsch-jüdische Geschichte, Zeitgeschichte, Medien, Wirtschaft und Biografien. Seit 1992 schreibt er aus diesem Themenspektrum für Tages- und Wochenzeitungen. Als Bücher erschienen u.a. „Die Reemtsmas“ (2007), „Die Herren der Container“ (2008), „Wirtschaft braucht Anstand“ (2010) und „Coachingwahn“ (2011). Nach beruflichen Stationen im Verlagswesen und im Museum ist er seit 2010 als Geschäftsführer der Axel Springer Stiftung tätig. Er lebt in Berlin-Kreuzberg und in der Mark Brandenburg.

About waldnase

Komme aus der Provinz und seit 1999 Berliner! Mich interessiert hauptsächlich Geschichtliches und Kreatives aus der spannendsten Metropole Deutschlands.

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