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Konzertkritik: Woods of Birnam vom 22.03.2015

Woods of Birnam machen eigentlich stadiontaugliche Musik, nur hat das bisher noch niemand erkannt. Wie froh bin ich darüber, denn sonst könnte man sie nicht in so kleiner und intimer Atmosphäre erleben, wie letzten Sonntag im Bi Nuu in Berlin. Vor 4 Monaten erschien ihr Debütalbum, ein Silberling mit zwölf fein aneinander gereihten Pop-Perlen, jede ein wahrer Schatz voller Euphorie, Melancholie und Liebe.

Man kann, wenn man will, Ähnlichkeiten mit Radiohead, Muse und Coldplay heraushören, nur unvollendeter, rauer und liebevoller. Wenn die ersten Takte von „Closer“ erklingen ist es schier unmöglich nicht den Hintern und die Füße im Takt zu bewegen, so wunderbar enthusiastisch klingt der Song. Bei „Dance“ hört man, dass jemand in den 80ern Synthie-Pop gemocht hat, und wer bisher noch nicht getanzt hat, der macht es spätestens jetzt.

Wenn Christian Friedel die Bühne betritt, verbreitet er eine gewisse Wärme und Freude, die nur entstehen kann, wenn man liebt, was man da macht. Er ist Schauspieler, das mag bei der Unterhaltung hilfreich sein, ist letztendlich hier aber auch völlig egal. Er ist einfach nur er selbst, authentisch, ironisch, herzerwärmend und interagiert mit den Leuten auf und vor der Bühne.

Das Album und auch das Konzert sind vielfältig, das ist das Privileg, das ein Debütalbum und seine erste Tour haben- sich auszuprobieren, zu schauen in welche Richtung der Weg gehen könnte.

Sie können auch leise und zärtlich, bei „Soon“ bekommt man unwillkürlich eine Gänsehaut, so schön ist das. Textzeilen wie „summer has branded, tanned and united” gravieren sich in die Gehirnwindungen, melancholische Melodien nehmen dich mit in das Seelenleben der Band und landen in deinem eigenem.

Woods of Birnams Album ist Besinnung und Reflektion, Woods of Birnams Konzerte sind Tanzfreude und Emotion. Beides sollte man nicht verpassen. Solange sie nicht im Stadion spielen.

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Fotos: Cover+Bandfoto: Pressefreigaben / Live-Foto: Autor

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