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Schnell nochmal ins Landesarchiv, alte Stadtpläne von J. Straube ansehen !

Manche Ereignisse („Events“ für Jüngere) erfährt man nur durch Zufall und manchmal auch schon fast zu spät. Zum Beispiel, dass das Landesarchiv Berlin eine Ausstellung über alte Stadtpläne von Julius Straube (1832 – 1913) zeigt, und das nur noch bis Ende des Jahres. Hier also der Hinweis auf Inhalt und Hintergrund dieser Ausstellung in aller Kürze, aber um so dringlicher.

Die altehrwürdige Landkarten-Buchhandlung Schropp lud gestern zu einem Vortrag über „Kartografische Exkursionen mit Julius Straube“ ein, der zwar etwas zerfasert war, aber für den Unkostenbeitrag von 3,- € gabe es immerhin anschließend ein Glas Rotwein. Zerfasert insofern, weil man über Julius Straube nicht allzuviel erfuhr, dafür um so mehr über die Entwicklung des Fahrrads vom Lauf- über das Hochrad zum (Standard-) Rad. Denn bereits 1897 hatte J. Straube für Berlin eine „Fahrradkarte“ im Angebot, der ADFC war also nicht der Erste mit dieser Idee. (Nebenbei : Damals waren noch etliche Straßen für Fahrräder gesperrt, auch mussten Räder noch eine Reg.-Nummer tragen, was man sich heute manchmal wünschen würde.)

Auch der Wettlauf zwischen Rad und Pferd war neu für mich: Anlässlich eines Distanzrittes zwischen Berlin und Wien (der Sieger brauchte 71 Stunden) wurde eine ebensolche Distanzfahrt für Räder ausgelobt, und der schnellste Radler brauchte nur 31 Stunden (angeblich !), was das Militär hellhörig machte, denn seitdem gab es Fahrradeinheiten bei der Infantrie. Und eben auch Fahrradkarten mit Angaben über die Bepflasterung.

Julius Straube hat sich dann wohl auch gleich – sehr modern – ein Erkennungszeichen (= Logo) gesichert, und zwar die bei den jüngeren Berlinern in Vergessenheit geratene Berolina. So gab es gestern also noch einige Informationen über die Berliner Stadtgöttin, die einst am Alexanderplatz stand, die Einschmelzungen des I. Weltkriegs überlebt hat, aber nicht die der Nazis. Die ursprüngliche Idee, die Berolina wieder am alten Platz auferstehen zu lassen, ist leider untergegangen, wahrscheinlich haben wir mit dem Schloss, dem Flughafen, der Lindenoper und der Kanzler-U-bahn genug am Hals.
Wer sich aber trotzdem für das alte Berlin noch interessiert, sollte noch dieses Jahr ins Landesarchiv diese Ausstellung besuchen. Die Adresse ist leider weit draußen : Eichborndamm 115 – 121 in 13403 Berlin, die Öffnungszeit büroabhängig Mo – Fr. 10 – 17 Uhr und der Katalog ist nicht zu teuer und eine tolle Zeitreise.

Nachtrag : Wie ich gerade erfahre, ist die „Location“ ab 24.12.14 geschlossen. Der letztmögliche Tag zum Besuch ist also der 23.12. !!

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Uralter Urberliner. Taxifahrer, Eisenbieger, Schneeschipper, Student, Wagenwäscher, Bananenverkäufer, Bauleiter, Ausbilder, Dozent, Hilfsarbeiter, Operator, Systemanalytiker, Autor, Stadtführer, Senior-Experte, Berliner Schnauze, usw. usw. Hab´ich was vergessen ?

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