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Buchbesprechung: BERLIN. Portrait of a City

Heute haben wir es mit einem Klassiker zu tun, ein Buch welches den Anspruch hat die Stadt Berlin zu porträtieren und zugleich die umfangreichste Foto-Studie über Berlin zu sein, die jemals veröffentlicht wurde. Tatsächlich ist es ein Koloss, was einem da in den Schoß fällt, hat haptische Ähnlichkeit mit gedruckten Versandhauskatalogen (vor der Zeit des Internets). Dokumentiert wird die Historie der Stadt von 1860 bis heute von rund 200 Fotografen, darunter namhafte Persönlichkeiten wie Henri Cartier-Bresson, Helmut Newton, René Burri, Robert Capa, Thomas Struth und Wolfgang Tillmans sowie Berliner Foto-Chronisten wie Friedrich Seidenstücker, Erich Salomon, Willy Römer und natürlich Heinrich Zille.

Berlin - Portrait of a city (Cover)
Berlin – Portrait of a city (Cover)

Gegliedert ist das Buch in fünf Hauptkapitel, angelehnt an die wechselhaften Epochen der deutschen Geschichte. Los geht es mit 1860-1919 – Berlin als Preußenhauptstadt, 1919- 1939 – Die Zeit zwischen den Kriegen, 1939-1953 – Krieg und Konsequenzen, 1953-1989 – Teilung und Neubeginn sowie 1990-Heute – Hauptstadtträume, Hauptstadtneubau. Zu jedem Hauptkapitel folgt eine mehrseitige Einleitung, dann sprechen die Bilder für sich, zumeist ganzseitig, an verschiedenen Orten, zu verschiedenen Situationen, egal ob Politik, Kultur oder Alltag. Die Betrachter bekommen so einen Eindruck über die vorherrschende Atmosphäre zu der jeweiligen Zeit aus verschiedenen Blickwinkeln zu den jeweiligen Epochen. Angefangen vom Potsdamer Platz mit dem alten Potsdamer Bahnhof oder typisch graue Hinterhöfe des Berliner Arbeitermilieus. Begeisterte Menschen bei Olympia 1936 oder Kinder welche alltäglich den Schulweg beschreiten oder Schornsteinfeger, Müllmann, Gasriecher, Transportarbeiter bei der Arbeit. Auch die gegensätzliche Entwicklung nach dem 2. WK/Mauerbau wird ersichtlich mit Eindrücken aus den beiden getrennten Stadtteilen bis zum Mauerfall 1989 und die Zeit des Zusammenwachsens in der Zeit danach.

Neben den Bildern steht eine kurze Erklärung zum Inhalt der abgebildeten Motivs mit Zeitangabe, jeweils dreisprachige Ausführung in deutsch, englisch, französisch. Des weiteren sind zahlreiche Zitate innerhalb des Buches verstreut u.a. von Berlinern und Berlin-Kennern wie Vladimir Nabokov, Marlene Dietrich, Billy Wilder, Willy Brandt, Helmut Newton, Sir Simon Rattle und David Bowie. Im Anhang folgen Kurzbiographien der Fotografen und sehr nützlich: Empfehlungen für Musik, Film und Literatur rund um Berlin. Die Buch kann fast schon fast als geschichtliches Kunstwerk bezeichnet werden, es geht auf eine 150jährige Zeitreise, in einer Stadt, die in der Welt seinesgleichen sucht…  Ideal für alle Berlin-Liebhaber und eine sehr schöne Geschenk-Idee. Erhältlich im guten sortierten Buchhandel oder direkt beim TASCHEN-Verlag (incl. weitere Vorschaubilder).

  •  Titel: BERLIN. Portrait of a City
    (672 Seiten, mit vielen farbigen und S/W-Abbildungen)
  • Autor: Hans Christian Adam (Herausgeber)
  • erschienen im Verlag: Taschen
  • Sprache: Deutsch, Englisch, Französisch
  • ISBN(13): 978-382 281 44 51

PS: es gibt sogar eine kleine günstigere Taschenausgabe, mit weniger Texten/Bildern aber nicht minder empfehlenswert

About waldnase

Komme aus der Provinz und seit 1999 Berliner! Mich interessiert hauptsächlich Geschichtliches und Kreatives aus der spannendsten Metropole Deutschlands.

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