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Eine neue Heimat für die Künstler des Tacheles – Die Alte Börse Marzahn

Dass das Tacheles inzwischen leider Geschichte ist, davon haben wir euch berichtet (hier ein Link zu einem unserer Tacheles-Artikel). Inzwischen haben einige der Tacheles-Künstler eine neue Bleibe gefunden – auf dem Gelände der Alten Börse in der Beilsteinstraße in Marzahn, zu erreichen z.B. über die S-Bahn Station Friedrichsfelde-Ost.

Bei einem Streifzug auf dem Gelände finden sich einige der alten Kunstwerke wieder, hauptsächlich große rostrote Metallarbeiten. Da ist z.B. der große Stier von Hüseyin Arda, der angriffslustig seine Hörner nach vorne streckt. Etwas weinter hinten ein Adler mit ausgebreiteten Schwingen und ein Gockel mit stolz geschwelltem Kamm. Verstreut auf einem Haufen liegend wie Bauklötze, die gerade aus der Spielkiste gekippt wurden, sind die großen TACHELES-Buchstaben. Neu sind die großen bunten glitzernden Kugeln in einer anderen Ecke des Gländes.

Großes Potenzial für Künstler in Berlin

Hier auf diesem 32.000 qm großen Gelände soll es künftig lebhaft hergehen. Drinnen in den „Kunstbaracken“ und auch draußen auf den Freiflächen ist viel Platz für Kunst-vernissagen, Workshops, Konzerte, Filmaufführungen und Events aller Art. Noch suchen einige der leerstehenden Backsteinbauten nach neuen Mietern, den Nutzungsideen – ob Atelier, Werkstatt, Ausstellungsfläche oder auch Wohnraum – sind keine Grenzen gesetzt. Für ein geselliges Beisammensein sorgt der bereits eröffnete Biergarten mit dem „Marzahner“, das auf dem Gelände in Marzahns erster Brauerei gebrautem Bier. „Pfoten weg. Krallen raus. Herzhaft, süffig, unfiltriert. Ein Marzahner. Bitte.“- so der Spruch auf den Bierbechern.

Die Alte Börse Marzahn – Geschichte des Geländes

Von 1903 – 1945 gab es hier den Magerviehhof Friedrichsfelde – ein Handelszentrum für zur Mast bestimmtes Jungvieh wie Rinder, Schweine, Schafe und Geflügel. Der An- und Abtransport der Tiere erfolgte mit der Eisenbahn auf zwei Schiensträngen links und rechts vom Viehhof. Im 2. Weltkrieg war die deutsche Luftwaffe mit auf dem Gelände, nach dem Krieg sowjetisches Militär, die die Fläche u.a. als Gefangenenlager nutzten. Die NVA übernahm und richtete hier einen Lager- und Reparaturstützpunkt ein. Einige Bereiche des Geländes stehen seit 1995 unter Denkmalschutz. Der Initiator der „Kunstbaracken“ und Besitzer des Grundstücks ist seit 2013 Peter Kenzelmann, Coach, Verleger und 2006 Mit-Initiator des DDR-Museums.

Hier noch ein paar Fotos vom Gelände:

About sunnykat

War 4 Jahre lang "Berliner" - im Moment hat es mich ins Rheinland verschlagen. Aber mein Herz geht immer noch auf, wenn ich nach Berlin komme! :-)

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No comments

  1. Schade dass es so weit draussen sein muss, aber geht wohl mittlerweile nicht mehr anders. Dennoch schön, dass es ein neues Refugium gibt.

  2. Das Gelände ist der Hammer! Ich war schon dreimal dort und jedes Mal eine gute Zeit!

  3. Leider ist das Tacheles schon wieder Geschichte. Keine Spur mehr von den Leuten in Marzahn.
    Schade eigentlich, hier hätte etwas wirklich Großes entstehen können.
    Auch ein wenig unfair den leuten der Alten Börse gegenüber. Den man hätte sicher gut voneinander partizipieren können.

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