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Radtour entlang der Panke

Berlin hat neben Spree, Havel und Dahme auch noch einige kleine Flüsschen zu bieten, die den Neuberlinern oft unbekannt sind. So z.B. die Panke, obwohl sie Namensgeberin des Bezirks Pankow ist. Ihr Verlauf ist selbst den Alt-Berliner unklar, in den üblichen Stadtplänen sind ja nur die Straßen einigermaßen (?) genau eingezeichnet. Also hier der Tipp, wie man die Panke flussaufwärts wunderbar mit Rad erkunden kann, und Berlin aus einer völlig neuen Perspektive kennenlernt.

Pankeweg31

Von der Mündung bis zur Quelle sind es ungefähr 32 km, man startet in Wedding und kommt nach einigen Radlermaßen in Bernau an, um entweder mit der Bahn oder auf anderem Weg in die Stadt zurück zu fahren. Aber wem 32 km zu lang sind, dem bietet sich unterwegs desöfteren die Möglichkeit an, das Rad in die S-Bahn zu schieben – falls man z.B. von einem Dauerregen überrascht wird.

Die Mündung der Panke

ist etwas unklar, weil alte Berliner sie am Schiffbauerdamm (direkt am Brecht-Platz) orten. Das ist eben nur halb richtig, denn ein Großteil der Panke wird vorher abgezweigt und in den Nordhafen geleitet. Unterhalb der Seller-Brücke kann man diese Mündung gut wahrnehmen – und dort sollte dann auch eine Radtour starten. Der alte Verlauf, der direkt hinter dem BND-Neubau sogar einem Pankepark den Namen gibt, läuft zu großen Teilen unterirdisch und musste ausgedünnt werden. Diese Feuchtrinne soll ja eben auch für den Abriss des alten Friedrichstadtpalastes der Grund gewesen sein. Berlin ist halt auf sumpfigem Grund gebaut. Aber auch im Nordhafen kommt nicht alles Wasser an, denn (ich greife jetzt mal vor) bereits weiter oben im Norden wird ein erheblicher Teil des Wassers in den Nordgraben geleitet, der wiederum in den Tegeler See fließt. Die Panke hat demnach (mindestens) drei Mündungen.

Die Radtour

könnte also am U-Bf. Reinickendorfer Straße beginnen, wenn man die 2. Mündung als Ausgangspunkt nimmt. Quer durch den Bezirk Wedding geht es auf einem gut ausgebauten Uferweg, nur bei den Verkehrsstraßen muss man aufpassen : Radfahrer sollten einen Zebrastreifen NICHT  fahrend auf dem Sattel überqueren – das wissen leider nicht alle. Einige vertrackte Ecken appellieren an den Spürsinn eines Pfadfinders : an der Badstraße muss man den Umweg über eine Ampel machen, an der Grabbeallee muss man 1 km die Parkstraße benutzen, und beim Überqueren der Pasewalker Str. muss man das Mauseloch für Radfahrer auf der Autobahnabfahrt finden. Aber das ist ja auch der besondere Reiz einer solchen Tour : Eigentlich ist sie gut ausgeschildert (No. 5 = Pankeweg), aber gelegentlich haben Witzbolde diese Schilder verdreht oder besprüht. Und in Französisch Buchholz muss man dann die Fußgängerbrücke über die Autobahn finden – notfalls helfen da aber auch die Anwohner. Danach geht es dann zügig weiter bis nach Bernau, man hört gelegentlich die Bahn und weiß dann, dass man hier richtig ist und notfalls in Karow, Buch, Röntgental oder Zepernick den ÖPNV-Shuttle benutzen kann.

Sehenswürdigkeiten

entlang der Strecke sind u.a. : Abspannwerk Scharnhorst in Wedding, das Rechenwerk (kein PC !), Bürgerpark Pankow, Schloßpark Niederschönhausen (DDR-Regierung), Pankower und Karower Teiche (letztere sind Naturschutzgebiet), der Schloßpark Buch und last not least die Altstadt Bernau mit dem sehenswerter Henkerhaus (unbedingt eine Führung bei Herrn Ekarius buchen !). Wer noch mehr Details vorher braucht, sollte sich vom Pankeweg eine Datei ausdrucken.

Die Quelle der Panke

Ach ja – auch hier gibt es Unklarheiten. Wir haben zwar so etwas Ähnliches gefunden, aber ich überlasse es mal den Kommentatoren dieser Rubrik, mir eine Version zuzuschicken. Dann verrate ich auch meine Fundstelle . . . . . .

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Uralter Urberliner. Taxifahrer, Eisenbieger, Schneeschipper, Student, Wagenwäscher, Bananenverkäufer, Bauleiter, Ausbilder, Dozent, Hilfsarbeiter, Operator, Systemanalytiker, Autor, Stadtführer, Senior-Experte, Berliner Schnauze, usw. usw. Hab´ich was vergessen ?

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6 comments

  1. Ich komme aus Bayern und hier sind wir in Sachen Radwege schon wirklich verwöhnt. Aber die Tour hier in Berlin habe ich (so ähnlich) auch schon gemacht und war sehr begeistert von ihr. Mal was anderes!

  2. Meine Tante wohnt in der Gegend, darum habe ich selbst auch einige schöne Erinnerungen an Fahrradtouren entlang der Panke, wenn meine Mutter und ich sie immer in den Sommerferien besucht haben…

    Wird Zeit, mal wieder Richtung Berlin zu fahren :)!

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