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Das Buddhistische Haus in Berlin Frohnau

Freunde von mir haben mich letztens ins Buddhistische Haus in Frohnau „entführt“. An einem lauen Sommer-Samstag machten wir uns mit der S-Bahn auf, dann den Rest zu Fuß.  Der Weg ist ab dem S-Bahnhof Frohnau gut ausgeschildert, von daher war es gar kein Problem. Am Eingang geht es durch das Elefantentor, einige Stufen hinauf zur Rückseite der Gebäude. Es ist ruhig dort. Ein paar Menschen sitzen auf dem Rasen und lesen oder unterhalten sich leise. Hier und dort stehen buddhistische Statuen und Schreine mit Blumen davor und kleinen Münzen. Wir gehen in den Tempel, natürlich nachdem wir vorher unsere Schuhe ausgezogen haben. Sitzkissen und Bänke laden zum verweilen ein, jeder kann dort meditieren oder seinen eigenen Gedanken / Gebeten nachgehen. Wieder draußen in der Sonne genießen wir im Gras liegend die Stille und das Blätterrascheln der Bäume und freuen uns an unserem mitgebrachten Kuchen.

Jeder ist im buddhistischen Haus willkommen und kann an Vorträgen und Meditationen gemäß der Theravāda-Buddhalehre teilnehmen oder sich in der Bibliothek in den Schriften zur buddhistischen Lehre vertiefen. Eröffnet wurde das buddhistische Haus 1924 von dem Arzt Dr. Paul Dahlke als erstes buddhistisches Zentrum in Europa. 1919 kaufte er den ganzen Hügel von rund 36.500 m², dessen Erwerb die evangelische Gemeinde wegen des langen Fußmarsches und beschwerlichen Aufstieges abgelehnt hatte.

Dahlke war seit 1900 Buddhist, nachdem er bei seinen Reisen durch Asien den Buddhismus kennen gelernt hatte. Er übersetzte eine Reihe alter buddhistischer Schriften ins Deutsche und wurde selbst Lehrer des Buddhismus. Während des Krieges durften keine Vorträge etc. gehalten werden, die buddhistische Lehre war unerwünscht. Nach dem Krieg waren im Haus Flüchtlinge untergebracht. Wegen fehlender finanzieller Mittel mussten dann Teile des Geländes nach und nach verkauft werden. Seit 1957 gehört das Haus der German Dharmaduta Society, die 1952 in Sri Lankas Hauptstadt Colombo zur Verbreitung der Buddhistischen Lehre in Deutschland gegründet wurde.

Das Buddhistische Haus ist heute nationales Kulturgut und steht unter Denkmalschutz. Zusätzlich sind die Grünflächen am Buddhistischen Haus als Gartendenkmal gelistet.

About sunnykat

War 4 Jahre lang "Berliner" - im Moment hat es mich ins Rheinland verschlagen. Aber mein Herz geht immer noch auf, wenn ich nach Berlin komme! :-)

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